1. Startseite
  2. Panorama
  3. Nobelpreisträger 2019: Wirtschaftsnobelpreis für Duflo, Banerjee, Kremer

Nobelpreis-Gewinner

14.10.2019

Nobelpreisträger 2019: Wirtschaftsnobelpreis für Duflo, Banerjee, Kremer

Esther Duflo ist eine der drei Preisträgerinnen des Wirtschaftsnobelpreis 2019.
Bild: Peter Tenzer, dpa (Archiv)

Heute wurde mit dem Wirtschafts-Nobelpreis der letzte Nobelpreis für 2019 verliehen. Die drei Ökonomen forschen zur Bekämpfung von Armut.

Die Träger des Wirtschaftsnobelpreis 2019 stehen fest: Die königlich-schwedische Akademie ehrte die drei Ökonomen Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer. Das drei Wissenschaftler erhalten den Nobelpreis für ihren experimentellen Ansatz zur Linderung der globalen Armut. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm mit. Esther Duflo ist erst die zweite Frau, die einen Wirtschafts-Nobelpreis bekommt.

Nun wurden alle Nobelpreise für das Jahr 2019 verliehen. Hier finden Sie Informationen zu allen Nobelpreisträgern in den Bereichen Wirtschaft, Medizin, Physik, Chemie, Literatur sowie zum Friedensnobelpreis-Träger.

Nobelpreis-Gewinner im Bereich Wirtschaft 2019

Die Preisträger des Wirtschaft-Nobelpreises wurden am Montagmittag bekannt gegeben. Er ging erneut an eine Gruppe von Wissenschaftlern. Alle drei Preisträger lehren an US-Universitäten. Eine von ihnen ist die französische Ökonomin und Hochschullehrerin am Massachusetts Institute of Technoloy, Esther Duflo. Der zweite Preisträger ist ihr Ehemann, der indische Wirtschaftswissenschaftler Abhijit Banerjee. Er ist Lehrstuhl-Inhaber am renommierten MIT. Der dritte Wissenschaftler, der zum Forscherteam im Bereich Wirtschaft gehört, ist der US-amerikanische Ökonom und Harvard-Professor Michael Kremer.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die vergangenen Preisträger:

  • 2018: William D. Nordhaus und Paul M. Romer aus den USA für ihre Arbeiten rund um Klimawandel und technologische Innovation
  • 2017: Richard H. Thaler (USA) für seine Beiträge zur Wirtschaftspsychologie
  • 2016: Oliver Hart (Großbritannien) und Bengt Holmström (Finnland) für ihre Beiträge zur Vertragstheorie
  • 2015: Angus Deaton (Schottland) für seine Analyse von Konsum, Armut und Wohlstand
  • 2014: Jean Tirole (Frankreich) für seine Analysen von Marktmacht und der Regulierung von Märkten

Der Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der nicht auf Nobels Testament zurückgeht. Er wird erst seit Ende der 1960er Jahre von der schwedischen Reichsbank gestiftet und gilt somit nicht als klassischer Nobelpreis. 

Medizin-Nobelpreis 2019 für drei Zellforscher

Der Medizin-Nobelpreis geht 2019 an William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA). Die drei Zellforscher haben molekulare Mechanismen entdeckt, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen.

Wie es vom zuständigen Karolinska-Institut am Montag in Stockholm hieß, sei die Entdeckung für die Bekämpfung vieler Krankheiten wichtig. Sie habe unter anderem neue Behandlungsmöglichkeiten gegen Krebs oder Blutarmut ermöglicht. Hier lesen Sie mehr: Medizin-Nobelpreis geht an zwei Amerikaner und einen Briten.

Die vergangenen Preisträger:

  • 2018: James P. Allison (USA) und Tasuku Honjo (Japan) für den Durchbruch bei der Bekämpfung von Krebs mit körpereigenen Immunzellen
  • 2017: Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young aus den USA für die Erforschung der inneren Uhr
  • 2016: Yoshinori Ohsumi (Japan) für seine Forschung zur Selbstverdauung der Zellen
  • 2015: William Campell (Irland), Satoshi Ōmura (Japan), Tu Youyou (China) für die Bekämpfung von Parasiten
  • 2014: John O'Keefe (USA) sowie May-Britt und Edvard Moser (Norwegen) für die Entdeckung eines inneren Navigationssystems im Gehirn

Physik-Nobelpreis 2019 für drei Kosmosforscher

Der Physik-Nobelpreis 2019 geht an James Peebles (Kanada/USA) sowie an Michel Mayor (Schweiz) und Didier Queloz (Schweiz). Die drei Kosmosforscher werden für ihre Beiträge zur Geschichte des Universums  sowie der Entdeckung eines Exoplaneten ausgezeichnet.

Wie es von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm hieß, haben die Forscher mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Universums geleistet. Hier lesen Sie mehr: Physik-Nobelpreis geht an drei Erforscher des Kosmos

Die vergangenen Preisträger:

  • 2018: Arthur Ashkin (USA), Donna Strickland (Kanada) und Gérard Mourou (Frankreich) für ihre Forschung zur Laserphysik
  • 2017: Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne aus den USA für die Entdeckung von Gravitationswellen
  • 2016: David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz aus Großbritannien für ihre Untersuchung von ungewöhnlichen Phasen oder Zuständen von Materie
  • 2015: Takaaki Kajita (Japan) und Arthur B. McDonald (Kanada) für den Nachweis, dass Neutrinos Masse besitzen
  • 2014: Isamu Akasaki, Hiroshi Amano and Shuji Nakamura aus Japan für ihre Erfindung der blauen LED

Chemie-Nobelpreisträger 2019 für Erfinder der Lithium-Ionen-Batterie

Der Chemie-Nobelpreis 2019 geht an John Goodenough (USA), Stanley Whittingham (Großbritannien) und Akira Yoshino (Japan). Die drei Forscher haben Lithium-Ionen-Batterien entwickelt, die in vielen Alltagsprodukten wie Smartphones, Laptops oder E-Fahrzeugen stecken.  Hier lesen Sie mehr: Chemie-Nobelpreis geht an drei Batterieforscher

Die vergangenen Preisträger:

  • 2018: Frances Arnold, George Smith (USA) und Sir Gregory Winter (Großbritannien) für die Entwicklung von Medikamenten nach Prinzipien der Evolution
  • 2017: Jacques Dubochet (Schweiz), Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (Großbritannien) für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie, mit der Biomoleküle sichtbar gemacht werden
  • 2016: Jean-Pierre Sauvage (Frankreich), Sir James Fraser Stoddart (Großbritannien) und Bernard L. Feringa (Niederlande) für die Entwicklung extrem kleiner molekularer Maschinen
  • 2015: Tomas Lindahl (Schweden), Paul Modrich (USA) und Aziz Sancar (Türkei / USA) für ihre Untersuchungen dazu, wie Zellen beschädige DNA reparieren
  • 2014: Stefan Hell (Deutschland) sowie Eric Betzig und William Moerner aus den USA für ihre Entwicklungen von Nanoskopie, um Moleküle innerhalb von Zellen zu verfolgen

Nobelpreis für Literatur 2018 und 2019 an Olga Tokarczuk und Peter Handke

Beim Literaturnobelpreis gibt es 2019 eine Besonderheit: Es wird auch der Gewinner des Jahres 2018 nachträglich ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr hatte ein Missbrauchsskandal die Vergabe-Institution des Literaturnobelpreises getroffen, sodass die Vergabe im vergangenen Jahr ausgefallen war. Den nachgeholten Literatur-Nobelperis für das Jahr 2018 erhält die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk. Der Literatur-Nobelpreis 2019 geht an den österreichischen Autor Peter Handke. Hier lesen Sie mehr: Literaturnobelpreise gehen an Peter Handke und Olga Tokarczuk

Die vergangenen Preisträger, die für ihr literarisches Werks ausgezeichnet wurden:

  • 2017: Kazuo Ishiguro
  • 2016: Bob Dylan
  • 2015: Swetlana Alexijewitsch
  • 2014: Patrick Modiano
  • 2013: Alice Munro

Friedensnobelpreis-Gewinner 2019 ist äthiopischer Ministerpräsident Abiy Ahmed

Der Friedensnobelpreis 2019 geht an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed, der vor allem für seine Initiative zur Lösung des Grenzkonflikts zwischen Äthiopien und seinem Nachbarland Eritrea ausgezeichnet wurde. Hier lesen Sie mehr: Äthiopier Abiy Ahmed erhält Friedensnobelpreis 2019

Die vergangenen Preisträger:

  • 2018: Nadia Murad (Irak) und Denis Mukwege (Kongo) für den Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe
  • 2017: ICAN für den Kampf gegen Atomwaffen
  • 2016: Kolumbiens damaliger Präsident Juan Manuel Santos für seine Anstrengungen, den mehr als fünfzig Jahre andauernden Bürgerkrieg in seinem Land zu beenden
  • 2015: Tunesisches Dialog-Quartett für den Einsatz für die Demokratie
  • 2014: Malala Yousafzai (Pakistan) und Kailash Satyarthi (Indien) für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und für das Recht aller Kinder auf Bildung

Die Vergabe der Nobelpreise gibt es schon seit 1901. Der schwedische Erfinder Alfred Nobel hatte in seinem Testament festgelegt, dass mit seinem Vermögen eine Stiftung gegründet werden solle, um die Menschen auszuzeichnen, "die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". (AZ)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren