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80. Geburtstag

05.09.2015

Nonstop Dieter Hallervorden will nicht der "Didi" sein

Dieter Hallervorden will auch weiterhin sein Publikum begeistern.
Bild: Britta Pedersen (dpa)

Dieter Hallervorden will kein „Didi“ sein, obwohl er die Comedy im Fernsehen revolutioniert hat. Er ist ein Charakterdarsteller, wie seine jüngsten Filme belegen. Nun wird er 80.

Wenn Dieter Hallervorden die Stirn hochzieht, ist ein prägnanter Faltenwurf nicht zu leugnen. Und wenn er dazu ein diabolisches Grinsen aufsetzt, weiß der Zuschauer, dass seine Gegenspieler nichts zu lachen haben – aber dafür die Zuschauer umso mehr.

Dieter Hallervorden könnte sich viel zugutehalten darauf, dass er die Comedy lange vor den Lücks, Engelkes und Co. geprägt hat. Aber da hält er sich eher bedeckt. Ihn ärgert viel mehr, dass TV-Redakteure ihm nur selten große Rollen andienen. Warum nur? Im vergangenen Jahr hatte er in Til Schweigers Kino-Hit „Honig im Kopf“ erfolgreich und überzeugend einen Alzheimer-Patienten gespielt.

Dieter Hallervorden feiert heute 80. Geburtstag

An diesem Samstag wird er 80 Jahre alt und zeigt im Ersten (20.15Uhr), was er kann. In der Komödie „Chuzpe – Klops braucht der Mensch!“ spielt Hallervorden einen Holocaust-Überlebenden, der nach Jahrzehnten in Australien nach Berlin zieht – und dort mit seiner neuen, aus Polen stammenden Freundin ein Klops-Restaurant aufmachen will. Wie in allen guten Geschichten vermischen sich hier Nachdenklichkeiten und Humor.

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„Ich wusste schon immer, dass ich auch ernste Rollen spielen kann. Mich hat einfach nur keiner gelassen“, klagt Hallervorden, weil seine Karriere als Charakterdarsteller erst spät begann. „Es war unheimlich schwer, aus der ,Didi‘-Schublade rauszuklettern und zu meinen Theaterwurzeln zurückzukehren“, sagte er einmal. Schuld daran war er aber auch selbst. Der „Didi“, der immer Dieter genannt werden wollte („Didi ist halt eine Rolle!“), brachte ihm gutes Geld.

Wegen seines "Nonstop Nonsens" wurden Dieter Hallervorden ernste Rollen oft verwehrt

Heute gilt die TV-Reihe „Nonstop Nonsens“ mit ihrem Slapstick und einem großartigen Schauspielerteam – wer mochte nicht Rotraud Schindler? – heute selbst unter Kritikern als Kult. Damals war das nicht so. „Die Engländer Marty Feldman und Mr. Bean wurden gefeiert, ich nicht“, sagt Hallervorden. Aber er lieferte Szenen, die zum Kanon deutschen TV-Vergnügens zählen. Ob mit seinem „Palim, palim!“ im Gag über die „Flasche Pommes frites“ oder dem schwarzhumorigen Butler-Auftritt im Sketch „Die Kuh Elsa“. Bissiger und politischer war Hallervorden schon früh in seinen Kabarettprogrammen und von 1994 bis 2003 in der TV-Reihe „Hallervordens Spott-Light“.

Seit mehr als 55 Jahren steht der gebürtige Dessauer, der 1958 in den Westen ging, auf der Bühne. Die Anfänge seiner Karriere liegen im politischen Kabarett der sechziger Jahre, bei den „Wühlmäusen“. Heute leitet der Dieter ohne Didi zwei Bühnen in der Hauptstadt: das Schlossparktheater für anspruchsvolle Unterhaltung und die „Wühlmäuse“ am Funkturm.

Hallervordens Wahlheimat ist ein Schloss in Frankreich. Er ist in zweiter Ehe verheiratet und hat vier Kinder. Im Nachbarland jedenfalls wird ihm kein Kneipenbruder die Pommes in Flaschen schulterklopfend auf dem Herrenklo noch mal erzählen.

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