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Nordrhein-Westfalen
21.08.2019

Drei "Loverboys" stehen wegen Zwangsprostitution vor Gericht

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Meldungen von Opfern und Angehörigen durch "Loverboys" gestiegen. Nun stehen in Wuppertal drei Männer vor Gericht.
Foto: Alexander Körner, dpa (Symbol)

Sie spielen Mädchen Liebe vor und machen sie abhängig. Dann treiben sie sie in die Prostitution und kassieren Geld. In Wuppertal beginnt ein Prozess gegen "Loverboys".

Mit der sogenannten "Loverboy"-Masche sollen zwei Männer und ein Jugendlicher aus Wuppertal und Umgebung junge Frauen in die Zwangsprostitution getrieben haben. Vor dem Wuppertaler Landgericht müssen sich ab Mittwoch (9.15 Uhr) ein 22-Jähriger, ein 31-Jähriger und ein 17-Jähriger verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Zuhälterei, gewerbsmäßige Zwangsprostitution, gefährliche Körperverletzung und schweren Raub in mehreren Fällen vor. Für den minderjährigen Angeklagten gilt das Jugendstrafrecht. 

Wie "Loverboys" mit perfiden Maschen junge Frauen in die Prositution treiben

Die zwei Männer sollen den Frauen wahre Liebe vorgespielt und sie so zur Prostitution bewegt haben. Die Erlöse mussten die Frauen abgeben. Teilweise hätten die Männer den Mädchen vorgegaukelt, in finanziellen Schwierigkeiten zu sein. Der minderjährige Angeklagte kam erst später hinzu. Er diente als Lockvogel, der laut Anklage minderjährige Mädchen anwerben sollte. Für den Prozess sind weitere fünf Termine bis 26. September vorgesehen. Fast 40 Zeugen sollen gehört werden.

Im Juli war in Krefeld ein sogenannter "Loverboy" zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer in dem Bereich aus. Die "Loverboy-Masche wird in keiner polizeilichen Kriminalstatistik gesondert aufgeführt. Die Opfer erstatten Experten zufolge oft aus Angst und Scham keine Anzeige. (dpa)

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