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06.03.2009

Pariser Mode startet stark in den Winter

Pariser Mode startet stark in den Winter
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Pariser Mode startet stark in den Winter
Bild: DPA

Paris (dpa) - Paris lockt gleich zu Beginn der Prêt-à-Porter-Schauen der Damenmode für Herbst/Winter 2009/10 mit einem glitzernden Kaleidoskop von Kollektionen.

Frische, verführerische und sehr eigenständige Entwürfe rauschten schon in den ersten drei Tagen des neuntägigen Mode-Marathons haufenweise über die Laufstege. Und das, obwohl große Namen wie Chanel, Vuitton und Yves Saint Laurent erst noch kommen. Von Mode-Insidern favorisierte Kultdesigner wie Nicolas Ghesquière bei Balenciaga, Olivier Theyskens bei Nina Ricci oder Gareth Puig zeigten schon am Mittwoch und Donnerstag ihre Kollektionen. Dior bot dann am Freitag den ersten "massenwirksamen" Höhepunkt mit großem Presse-Auftrieb.

Vielfalt ist die Stärke der Seine-Metropole. Genau damit versucht sie, der Wirtschaftskrise zu trotzen, die auch die Modebranche schüttelt. Während die Mailänder Designer sich bei ihren Schauen in der vergangenen Woche auf eine elegante Linie mit skulpturalen Formen geeinigt zu haben schienen, gab es bei den Franzosen bisher ein modisches Allerlei. John Galliano ließ sich in seiner Kollektion für Dior vom Orient inspirieren und schickte sinnliche Odalisken mit kunstvoll geschminkten Gesichtern und eng an den Kopf geflochtenen Kurzhaarfrisuren über den Laufsteg. Für den Tag kleidet er sie in noble Kostüme mit Ballonröcken und sanften Pfauenaugenmustern, Astrachan-Pelze oder wehende Paisley-Kleider. Abends treten sie in glänzenden Seidenkleidern auf, in Magenta, Violett oder Ocker leuchtend mit feinen Raffungen und Goldstickerei.

Balenciaga bot am Vortag mit sanft nach oben gerundeten Drapé-Röcken aus wie Limoges-Porzellan schimmernder Seide, gerafften Tüchern als Gürtel und hautengen Stretch-Oberteile puren Pariser Chic. Für Balmain hingegen inszenierte Designer Christophe Decarnin Disco-Glamour mit superkurzen Lurexröcken in Metalltönen, schwarzen Chiffon-Schleppen und scharfen Korsagen.

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Bei Nina Ricci triumphierte eine romantisch angehauchte Amazone. Mit seiner vorerst letzten Kollektion für das Traditionshaus übertraf sich der Belgier Olivier Theyskens selbst: Äußerst präzise auf die Figur geschnittene Jacken mit ausladenden Schultern, weiche, schmale Hosen, sexy Minikleider mit Glitzeroptik und hohe Plateau-Schuhe ließen die Models wie wunderschöne Außerirdische erscheinen. Einen Kontrapunkt dazu setzte der japanische Modemacher Dai Fujiwara in seiner Kollektion für Issey Miyake. Statt Körperbetonung gab es Ballonhosen in knallrot, lockere graue Anzüge mit Kontrastfutter und lange Roben aus kunstvoll übereinandergelegten Stoffquadraten. Die Entwürfe wirkten wie vom Wind aufgebläht.

Paris tut gut daran, seine kreative Kraft nicht durch allzu große Nervosität und Vorsicht beschädigen zu lassen. Dass es hinter der schönen Kulisse jedoch im Gebälk knirscht, wurde schon vorab deutlich. Zahlreiche Modehäuser haben ihre Präsentationen spürbar verkleinert. Und selten wurden die akkreditierten Journalisten so häufig persönlich angerufen, um sicher zu gehen, dass sie auch wirklich zur Schau erscheinen. In Krisenzeiten kann sich der Runway keine leeren Ränge leisten.

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