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Zoo Kopenhagen

11.02.2014

Petition nach Tod der Giraffe Marius: "Schließt den Zoo!"

Die getötete Giraffe Marius wurde an Löwen verfüttert. Nun gibt es eine Petition gegen den Zoo.
Bild: Kasper Palsnov (dpa)

Die Tötung und Verfütterung der Giraffe Marius hat viele Menschen weltweit verärgert. Eine neue Petition fordert nun, den Kopenhagener Zoo zu schließen.

Der Zoo in Kopenhagen hat am Sonntag das Giraffenkind Marius getötet und an Löwen verfüttert. Nachdem der Tierpark keinen Platz mehr für das Tier hatte und ihn auch kein anderer Zoo ihn aufnehmen konnte, musste die Giraffe getötet werden. Die Gefahr der Inzucht war zu groß geworden. Große Empörung war vor allem dadurch ausgelöst worden, dass die Tötung und Obduktion vor Kinderaugen statt gefunden hatte.

Inzwischen gibt es eine Facebook-Gruppe mit über 22.800 Mitgliedern (Stand Dienstag), die gegen den Zoo Kopenhagen protestiert. Außerdem gibt es nun auch eine Petition, die die Schließung des Tierparks fordert. 58.000 Menschen haben sich bereits in der Online-Petition eingetragen. Schon vor der Tötung der Giraffe hatte es eine Petition gegeben, die die angekündigte Tat verhindern sollte. Doch viele Menschen stehen hinter dem Zoo Kopenhagen.

"Es ist natürlich"

Vor allem das Ausland hatte extrem reagiert, die Dänen nahmen die Ereignisse gelassener hin. Zoodirektor Bengt Holst erklärte: "(Die Verfütterung der Giraffe an Löwen) ist nicht grausam, es ist natürlich." Schließlich leben Raubtiere von Fleisch, und hätten sie nicht die Giraffe verfüttert, dann wäre es eben ein anderes Tier gewesen - eine Kuh beispielsweise.

Außerdem ist es in Dänemark nicht ungewöhnlich, dass solche öffentliche Obduktionen statt finden. Im Naturhistorischen Museum in Aarhus kann regelmäßig verfolgt werden, wie Tiere obduziert werden. Lars Bøgh vom Museum in Aarhus sagte gegenüber der Zeitung "Politiken", dass die Obduktion von Tieren wie Antilopen, Wölfen und Waschbären immer ein Publikumshit sei. Bis zu 8000 Menschen werden jährlich von diesen Aktionen angezogen.

Giraffenkind Marius geschlachtet - Zoodirektor soll zurücktreten

Ent-Disneyfizierung

Bøgh ist der Meinung, dass die Dramatik im Fall "Marius" vor allem daher kommt, dass der Giraffenjunge einen Namen hatte. Die Namensgebung hat ihm zufolge eine romantisierende Wirkung. Das provoziere Situationen, "in denen man vergisst, dass die Natur die Natur ist, eine Robbe eine Robbe und ein Wal ein Wal. Wir wollen Tiere und Natur ent-disneyfizieren." dpa/AZ

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