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Türkei

25.11.2018

Polizei geht gegen Protestmarsch von Frauen vor

In der türkischen Gesellschaft ist Gewalt gegen Frauen weit verbreitet. Einen Protestmarsch stoppten Sicherheitskräfte in Instanbul nun, teils mit Tränengas.

Die türkische Polizei ist in Istanbul gegen einen Protestmarsch von Frauen vorgegangen, der anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen abgehalten werden sollte. Dabei setzten die Sicherheitskräfte auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal am Sonntag auch vereinzelt Tränengas ein, wie Beobachter berichteten und wie auf Videoaufnahmen türkischer Medien zu sehen war. Die Polizei hatte die Frauen zuvor aufgefordert, den Protest aufzulösen.

Die Demonstrantinnen skandierten: "Wir schweigen nicht, wir haben keine Angst, wir gehorchen nicht." Sie hielten unter anderem Schilder mit dem Foto der im Jahr 2015 ermordeten Studentin Özgecan Aslan hoch. Die Brutalität der Tat hatte damals für großes Aufsehen gesorgt.

Gewalt gegen Frauen in Türkei: Sängerin Sila Gencoglu machte jüngst auf das Problem aufmerksam

Gewalt gegen Frauen ist ein weit verbreitetes Problem in der türkischen Gesellschaft. Erst Anfang November hatte der Fall der prominenten Sängerin Sila Gencoglu für Aufsehen gesorgt, die nach eigenen Angaben von ihrem damaligen Partner, einem Schauspieler, verprügelt worden war. Die Sängerin zeigte ihren Ex-Freund daraufhin an und ermutigte andere Frauen, über Gewalterfahrungen zu sprechen.

Nach Angaben der Frauenrechtsplattsform "Wir werden Frauenmorde stoppen" wurden in der Türkei alleine in diesem Jahr mehr als 300 Frauen mit Gewalt getötet. (dpa)

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