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17.06.2019

Polizei rettet wimmerndes Baby aus zugeknotetem Müllsack

Der Fundort des neugeborenen Mädchens in Kierspe.
Bild: Markus Klümper (dpa)

Nach einer heimlichen Schwangerschaft soll eine Frau aus dem Sauerland ihr lebendes Neugeborenes in einen Sack gesteckt haben - zusammen mit Hausmüll. Polizisten kommen gerade noch rechtzeitig.

Das Baby lag stundenlang in einem zugeknoteten Sack mit Hausmüll und der Sauerstoff reichte wohl nicht mehr lange: Polizisten haben in Nordrhein-Westfalen ein kleines Mädchen aus dem Abfall gerettet.

Seine Mutter soll das Kind kurz nach der Geburt im heimischen Garten abgelegt haben. Die Beamten hätten den blauen Müllsack in einem Gebüsch hinter dem Haus im sauerländischen Kierspe entdeckt, sagte Staatsanwalt Michael Burggräf in Iserlohn. Sie hätten ein Wimmern aus dem Sack gehört.

Das Baby sei komplett in zwei Handtücher gewickelt gewesen. Es habe etwa drei Stunden darin gelegen. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sei der Sauerstoff in der Mülltüte "mit Sicherheit bald sehr knapp" geworden.

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Das bislang namenlose Mädchen, dessen Körpertemperatur nur noch bei 31 Grad gelegen habe, sei inzwischen nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Es ist nach Informationen der Ermittler nahezu unverletzt geblieben, wird aber weiter in einer Klinik betreut.

Die 31 Jahre alte Mutter habe das Ganze mit Ängsten erklärt, teilten die Ermittler mit. Sie lebe mit ihrem Verlobten und einer gemeinsamen einjährigen Tochter zusammen. Die Frau sei bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten, erklärte die Polizei. Es lägen auch keine Informationen vor, dass sie beim Jugendamt auffällig geworden wäre.

"Die Frau hat alles Mögliche getan, um die Schwangerschaft geheimzuhalten", sagte Hauptkommissar Andreas Möller zu den ersten Erkenntnissen der Ermittler. Der Lebenspartner sei bei den Blutungen der Frau von einer Magen-Darm-Infektion ausgegangen und habe einen Krankenwagen gerufen, obwohl sie das nicht gewollt habe.

Sie wurde in ein Krankenhaus in Lüdenscheid gebracht, es seien Blutungen im Unterleib festgestellt worden. Eine Ärztin habe gemeldet, dass es eine Geburt gegeben haben müsse. Daraufhin hätten Polizisten am Wohnort der Frau nach einem Neugeborenen gesucht. Gegen die Frau wurde Untersuchungshaft angeordnet. Eine Mordkommission ermittelt derzeit wegen des Verdachts des versuchten Totschlags. (dpa)

Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei

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