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USA

26.06.2017

Polizeigewalt gegen Schwarze: Drei Millionen Dollar für Hinterbliebene

Valerie Castile und ihre Familie erhalten nun drei Millionen Dollar Schmerzensgeld. Sie möchten es einer Stiftung zukommen lassen.
Bild:  Evan Frost (dpa)

Ein Jahr nachdem Philando Castile von einem Polizisten während einer Kontrolle erschossen wurde, erhält seine Familie nun drei Millionen Dollar Schmerzensgeld.

Knapp ein Jahr nach den tödlichen Polizeischüssen auf den Afroamerikaner Philando Castile, dessen Todeskampf live auf Facebook übertragen wurde, haben sich die Angehörigen mit der Stadt St. Anthony auf eine Entschädigung geeinigt. Die Stadt im US-Bundesstaat Minnesota zahle der Familie knapp drei Millionen Dollar (2,7 Millionen Euro), hieß es am Montag.

Das Geld soll einer Stiftung zugutekommen

Die außergerichtliche Einigung wende einen Zivilprozess vor einem Bundesgericht ab, "der Jahre hätte dauern" können, hoben die Kommune und Castiles Familie in einer gemeinsamen Erklärung hervor. "Keine Geldsumme kann Philando jemals ersetzen", hieß es weiter. Die Entschädigung soll demnach in eine nach Castile benannte Stiftung fließen.

Castiles Lebensgefährtin Diamond Reynolds hatte ihren sterbenden Freund gefilmt, die Aufnahme wurde live im Online-Netzwerk Facebook übertragen. Der gewaltsame Tod des 32-Jährigen Anfang Juli 2016 sorgte landesweit für Entsetzen. Die vierjährige Tochter von Reynolds saß während des Vorfalls auf dem Rücksitz.

Der angeklagte Polizist wurde vor kurzem freigesprochen

Nach Aussage von Reynolds war das Auto wegen eines kaputten Rücklichts angehalten worden. Castile habe dann dem Polizisten gesagt, dass er legal eine Waffe dabei habe. Als er seinen Waffenschein und die Fahrzeugpapiere herausholen wollte, habe der Polizist auf ihn geschossen. Ein vergangene Woche veröffentlichtes Video aus dem Polizeiwagen zeigt, dass der Wortwechsel zwischen Castile und dem Polizisten Jeronimo Yanez weniger als eine Minute dauerte.

Die Stadtverwaltung von St. Anthony, einem Vorort von Minnesotas Hauptstadt St. Paul, hatte den Polizisten nach dem Vorfall entlassen. In einem Strafprozess wurde er vor anderthalb Wochen aber in allen Punkten freigesprochen. Dies löste heftige Proteste aus.

Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze haben in den vergangenen Jahren in den USA wiederholt für Empörung und Aufruhr gesorgt. Verurteilungen von Polizisten sind selten. afp

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