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Rechtschreibung

28.07.2009

Pons macht dem Duden Konkurrenz - und zwar online

Bild: "obs/PONS" / "obs/Duden"

Wer etwas über die deutsche Rechtschreibung wissen will, greift meist zum Duden. Doch jetzt gibt es eine Alternative: Pons hat seine Rechtschreib-Datenbank kostenlos ins Netz gestellt. Von Andrea Wenzel

Von Andrea Wenzel

Augsburg/Stuttgart (AZ) - Wer etwas über die deutsche Rechtschreibung wissen will, greift zum Duden. Zumindest die Meisten tun das. Der Marktanteil des gelben Nachschlagewerks liegt bei 94 Prozent.

Doch nun bekommt der Platzhirsch Konkurrenz. Der Klett-Verlag hat online unter www.pons.eu sein Nachschlagewerk zur Rechtschreibung kostenlos ins Netz gestellt. Ergänzt wird die reine Darstellung der richtigen Schreibweise durch Wissenswertes rund um den Begriff. Wem das nicht genügt, kann einzelne Begriffe und sogar ganze Sätze ins Englische oder Französische übersetzen lassen.

"Das ist keine Innovation"

Pons macht dem Duden Konkurrenz - und zwar online

Beim Mitbewerber und Marktführer Duden nimmt man das neue Angebot von Pons gelassen. "Das ist keine Innovation. Auch unter duden.de kann man sich über die korrekte Rechtschreibung informieren. Wir bieten die Online-Suche bereits seit fünf Jahren an", sagt ein Sprecher. Der Unterschied zum Pons-Angebot: Wer tiefer in die Materie einsteigen will, muss bei duden.de für die Darstellung des gesamten Wörterbucheintrags bezahlen. Eine Übersetzungsfunktion gibt es nicht.

Deutschlexikon von Pons bald auch gedruckt

Pons betritt mit seiner Orthographie-Offensive Neuland, denn ein Deutschlexikon gab es bisher nicht. Das ändert sich ab September, wenn das Online-Nachschlagewerk auch in gedruckter Form erscheint. So soll es als Alternative zum Duden einen Marktanteil zwischen zehn und 20 Prozent erreichen.

"Wir erhöhen mit unserem Online-Auftritt sicher die Aufmerksamkeit für das Printprodukt", gibt eine Pons-Sprecherin unumwunden zu. Doch sie ergänzt: "Wir haben uns bewusst für den Online-Auftritt entschieden. Die Plattform trägt sich selbst durch Werbung auf der Seite. Sie wird nicht durch Einnahmen aus dem Buchverkauf finanziert."

Im Hause Duden sorgt das gedruckte Exemplar für ebenso wenig Aufregung, wie die Online-Offensive. "Wenn wir von Innovation sprechen, dann reden wir von einem Korrektur-Programm für den PC. Derzeit bietet Duden die entsprechende CD-Rom im Paket mit der 25. Auflage des gelben Nachschlagewerks an. Mehr als 100.000 solcher Pakete sollen bis Jahresende in den Buchhandel gehen.

Bei Pons ist man von seinem Angebot ebenso überzeugt. Besonders die Einbeziehung der Besucher wird betont. "Bei uns können User direkt Vorschläge für neue Wörter an die Redaktion schicken. Beispiel Schweinegrippe. Das Wort wird dann geprüft und innerhalb weniger Tage online ergänzt." Schon am ersten Tag habe die Redaktion mehr als 100 Vorschläge erhalten.

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