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Porträt
14.08.2018

Ein Skandal nach dem anderen: Madonna feiert 60. Geburtstag

Madonna feiert am Donnerstag ihren 60. Geburtstag.
Foto: Jörg Carstensen, dpa (Archiv)

Am Donnerstag feiert die erfolgreichste Frau im Musikbusiness ihren 60. Geburtstag. Das Phänomen Madonna geht weit über Musik hinaus.

Das Phänomen Madonna fasziniert und schockiert die Welt seit Jahrzehnten. Mit ihren provokanten Shows löste die US-Pop-Ikone in den vergangenen Jahrzehnten einen Skandal nach dem anderen aus, immer wieder brachte sie das Thema Sex in die Öffentlichkeit und die Popkultur. Kaum eine Musikerin ist in ihrem Alter noch dermaßen einflussreich. Die erfolgreichste Frau im Musikbusiness feiert am Donnerstag ihren 60. Geburtstag.

Schon vom Start ihrer Karriere an war klar, dass Madonna die Welt des Pop verändern würde. Ein Jahr nach ihrem ersten Album "Madonna" trat sie 1984 bei der ersten Ausgabe der MTV Video Music Awards auf - dort sang sie ihren Hit "Like a Virgin", während sie sich im sexy Hochzeitskleid lasziv auf dem Boden räkelte.

Madonna bei einem Auftritt in Berlin im Jahr 2015.
Foto: Rainer Jensen, dpa (Archiv)

In Toronto entging sie nur knapp einer Festnahme

Seither vergingen nie mehr als vier Jahre bis zum nächsten Album - und auch der nächste Skandal ließ nie lange auf sich warten. Legendär waren etwa die Küsse zwischen Madonna, Britney Spears und Christina Aguilera bei den MTV Video Music Awards 2003. Zuletzt löste die Popdiva in sozialen Netzwerken Aufruhr aus, als sie 2015 beim Coachella-Festival in Kalifornien den Jahrzehnte jüngeren Rapper Drake auf den Mund küsste.

Verglichen mit einigen anderen Auftritten sind diese Aktionen dabei noch harmlos: 1990 verbot MTV die Ausstrahlung von Madonnas Video zum Song "Justify My Love", in dem sie explizite Sex-Praktiken wie Fesselspiele zeigt. Im selben Jahr erregte die Sängerin die Gemüter, als sie bei einer Tournee die damals noch wenig akzeptierte Homosexualität ausgiebig feierte. Ihre Tänzer machten während ihrer Darbietung des Songs "Like a Prayer" Masturbationsbewegungen - nur knapp entging Madonna im kanadischen Toronto einer Festnahme.

Sinnbild eines selbstbewussten Jugendkults

Das Phänomen Madonna geht weit über Musik hinaus. Immer wieder stellte sie die Erwartungen infrage, wie Frauen sich zu benehmen hätten. Immer wieder war sie mit Männern zusammen, die Jahrzehnte jünger waren, und ist auch in ihrem jetzigen Alter Sinnbild eines selbstbewussten Jugendkults. Auch ihr Familienmodell ist ungewöhnlich: Neben ihren zwei leiblichen Kindern hat Madonna vier Kinder aus Malawi adoptiert.

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Foto: Michael Nelson, dpa

Musikalisch und stilistisch ist ihr Einfluss auf heutige Popmusikerinnen wie Lady Gaga unübersehbar. "Als eine alternde, beliebte Musikerin, die immer noch in der Öffentlichkeit präsent ist, ist sie absolut relevant", sagt Freya Jarman, Musikwissenschaftlerin an der Universität Liverpool. Andere Stars würden immer mal wieder aus der Öffentlichkeit verschwinden - nicht so Madonna.

Madonna wurde zum Vorbild vieler Popmusikerinnen

2016 erläuterte Madonna bei einer Dankesrede für einen Preis des US-Magazins Billboard, wie kritisch sie die Anforderungen an Frauen in der Musikbranche sieht. "Hübsch und süß und sexy" dürften Frauen sein, meinungsstarke Frauen würden dagegen nicht gern gesehen.

"Und schließlich: Altere nicht. Denn zu altern ist eine Sünde. Du wirst kritisiert, herabgewürdigt und definitiv nicht im Radio gespielt", sagte sie weiter - offenbar in Anspielung auf einen BBC-Sender, der ihren damals aktuellen Song nicht spielen wollte, weil der Sender eine jüngere Zielgruppe habe.

Madonna scherte sich allerdings selbst nie darum, was die Gesellschaft als "Sünde" sieht - und wurde damit zum Vorbild unzähliger Popmusikerinnen und anderer Frauen. (afp)

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