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Porträt
14.01.2021

Howard Carpendale: Den "Howie" wird er auch mit 75 nicht los

Kaum zu glauben: Howard Carpendale wird schon 75 Jahre alt.
Foto: Hendrik Schmidt, dpa

Howard Carpendale machte in Deutschland als Schmusesänger Karriere. Abseits der Bühne spricht er gerne Klartext. Worüber er sich vor seinem Geburtstag aufregt

Der Ruf des weich gespülten Schmusesängers ist ihm peinlich. Popsänger Howard Carpendale hadert auch schon seit Jahren mit seinem ungeliebten Spitznamen „Howie“. „Ich mag ihn nicht, obwohl ich weiß, dass er freundlich gemeint ist“, betonte er immer wieder. So richtig aus der Nummer heraus kommt der gebürtige Südafrikaner, dessen Namen viele hierzulande vor allem mit dem musikalischen Schleicher „Hello Again“ verbinden, nicht mehr heraus.

Keiner singt so schön "Isch lieb disch" wie er

Auch nach Jahrzehnten auf der Bühne gilt er noch immer als der Frauenheld mit der samtenen Stimme. Er selbst meint: „Ich finde nicht, dass ich ein Howie-Typ bin: klein und lustig. Die Verniedlichung passt nicht zu mir.“ Ein bisschen hat er aber schon selbst Schuld, dass er sein altes Image nicht so richtig los wird, denn nicht zuletzt seine spezielle Aussprache von Sätzen wie „Ich liebe dich“, das bei ihm eben sehr niedlich nach „Isch lieb disch“ klingt, hat den Ruf zementiert.

Howard Carpendale und seine Frau Donnice Pierce.
Foto: Jan Woitas, dpa

Vielleicht sollte man nun aber anlässlich seines 75. Geburtstages an diesem Donnerstag tatsächlich damit aufhören, Howard Carpendale als „Howie“ nur in irgendeine Schlagerschubiduwa-Schublade zu stecken. Denn der Mann hat in seiner langen Karriere tatsächlich mehr zu bieten gehabt als nur zwei oder drei Gassenhauer.

Über 25 Millionen Tonträger hat er bis heute verkauft, er ist mit diversen Preisen ausgezeichnet und gehört unbestritten zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Interpreten.

Der Umgang mit Künstlern in der Corona-Krise macht ihn wütend

Carpendale äußert sich übrigens auch fundiert zu Themen, die weit über den Schlagerkosmos hinaus gehen. Und da spricht er aktuell durchaus Klartext: „Die Art und Weise, wie man mit der Unterhaltungsbranche umgeht, ist eine Oberschweinerei. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die Politiker überhaupt kein Verständnis und Wissen darüber haben, was und wer alles zu dieser Branche gehört“, sagte er jüngst zur Lage des durch die Corona-Krise angeschlagenen Kultur- und Konzertbetriebes. Sein Vorschlag: „Wie wäre es denn, wenn Online-Unternehmen eine große Spendenaktion starten und von jedem dort gekauften Musikteil drei Euro an die Veranstaltungsbranche zurückgeben?“

Auf sein Alter sollte Howard Carpendale eher nicht ansprechen

Auch über seinen Geburtstag samt Huldigungen des Lebenswerkes dürfte er nicht wirklich „amused“ sein. Denn schon zu seinem 70. ärgerte er sich: „Das ist eine Scheiß-Zahl. Da stehe ich überhaupt nicht drauf, weil es mit meinem Empfinden nichts zu tun hat. Ich fühle mich nicht mal wie 60 – eher wie 45.“

Wir wissen nicht genau, wie Howard Carpendale sich heute fühlt, aber in seiner Rolle als Opa scheint er angekommen zu sein. Seit 2018 hat der Sänger, der privat gerne Golf spielt und in Oberbayern in der Nähe von München lebt, nämlich einen heiß geliebten Enkel. Mads (2) heißt der Kleine von Sohn Wayne und dessen Frau, der Moderatorin Annemarie Carpendale.

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