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Porträt
19.07.2021

"Mister Grand Prix": Ralph Siegel will ein neues Kapitel aufschlagen

Ralph Siegel war jahrzehntelang aus dem großen Schlagergeschäft nicht wegzudenken.
Foto: Jens Kalaene, dpa (Archivbild)

Ralph Siegel war jahrzehntelang aus dem großen Schlagergeschäft nicht wegzudenken. Jetzt hofft er auf ein erfolgreiches Musical und hat das Allgäu entdeckt.

Bei Ralph Siegel fallen einem, ohne groß nachzudenken, zwei Dinge ein: seine Frauen und seine Lieder. Vielleicht auch in der umgekehrten Reihenfolge. Dunja, Dagmar, Kriemhild oder Laura heißen die ehemaligen Ehepartnerinnen und die aktuelle Gattin des viermal Verheirateten. „Ein bisschen Frieden“ war sein Superhit. Das Lied sang 1982 Nicole und gewann damit für Siegel als erste und viele Jahrzehnte einzige deutsche Sängerin den Grand Prix de la Chanson d’Eurovision. Nicht vergessen sollte man Dschinghis Khan. Mit gleichnamiger Musiktruppe und Titel war der Komponist erfolgreich. Jedes Kind im Land kann das Lied mitsingen.

Überhaupt schien der Komponist und Musikverlagsschef lange Zeit ein extrem glückliches Händchen für schlagerähnliche Produktionen zu haben. In Deutschland wollte man jahrelang gar keinen Vorentscheid zum europäischen Gesangswettbewerb mehr anschauen, weil man das Gefühl hatte, es würden sowieso immer nur Siegels Lieder gewinnen. Über 2000 Titel hat der Mann bei der Musikrechteeinrichtung Gema registriert. Er ist ein schlafloser Vielschreiber, der selten vor den frühen Morgenstunden ins Bett geht.

Ralph Siegel: Leidenschaft für das Musical

Noch in diesem Jahr will der Münchner ein neues Kapitel aufschlagen. Er widmet seine Leidenschaft inzwischen dem Musical, hat das Allgäu für sich entdeckt und will im Füssener Festspielhaus ein von ihm geschaffenes Werk auf die Bühne bringen. Es soll seinen Stern, der zuletzt doch ein wenig verblasste, noch einmal so richtig zum Leuchten bringen. Erzählt wird die Geschichte des Luftfahrtpioniers Graf Zeppelin, die mit dem letzten Flug der Hindenburg verwoben wird. Die Proben haben begonnen.

Das Projekt steht jedoch bisher unter keinem allzu gutem Stern – wofür freilich Siegel nichts kann. Dummerweise musste wegen der Corona-Pandemie die Premiere bereits mehrfach verschoben werden. Ursprünglich war die Uraufführung für November 2020, sozusagen als nachträgliches Geschenk zu seinem 75. Geburtstag, geplant gewesen. Dann sollte sie im Juni 2021 stattfinden. Kürzlich hat das Festspielhaus die erneute Verlegung des Termins bekannt gegeben. Die Premiere ist nun am 16. Oktober 2021 geplant. Für Herbst und Winter sind aktuell 25 Zeppelin-Aufführungen terminiert.

Ralph Siegel will einen Paukenschlag landen

Man kann Siegel die Daumen drücken, dass sein Musical erfolgreich sein wird, denn er hat viel Geld in diese Produktion investiert. Musikalisch darf man neugierig sein. Auf Qualität legt Siegel, dessen Talent für leichte Musik von vielen Kritikern grob unterschätzt wird, durchaus Wert. Seine Begabung liegt übrigens in der Familie. Großvater Rudolf Siegel verdiente sein Geld mit dem Komponieren von Opern. Sein Vater, Ralph Maria, schlug in die gleiche Kerbe. Seine Mutter sang Operetten. Siegel selbst lernte früh diverse Instrumente: Er beherrscht Gitarre, Klavier, Schlagzeug und Akkordeon. Jetzt will er wohl noch einmal einen Paukenschlag landen.

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