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Porträt
29.08.2019

Peter Maffay ist nach einem langen Weg im "Jetzt" angekommen

Peter Maffay feiert seinen 70. Geburtstag.
Foto: Friso Gentsch, dpa (Archiv)

Vom Schlager hat er Abschied genommen. Dafür erschuf Peter Maffay mit dem kleinen grünen Drachen Tabaluga eine Welt für Kinder. Nun wird der Sänger 70.

Was wären Unterhaltungskünstler ohne ihre Erkennungsmerkmale? Udo Lindenbergs Hut und seine Sonnenbrille. Wolfgang Petrys beste Zeit mit Freundschaftsbändern am Arm und sein gedoppeltes „Hölle, Hölle“. Und Peter Maffay ist nicht vorstellbar ohne seinen ersten Hit „Du“. Unvergessen ist auch das rollende „R“ in der legendären Zeile „Ich war 16, und sie 31“ aus dem Song „Und es war Sommer“. Dazu 18 Nummer-eins-Alben. Wer kann da mithalten? Maffay ist dank dieses Rekords der erfolgreichste Künstler in der Geschichte der offiziellen deutschen Album-Charts.

Peter Maffay fürchtet Rechtsdruck in Deutschland

Eine Karriere, die schon rund ein halbes Jahrhundert anhält. An diesem Freitag wird Maffay 70 Jahre alt. Mit seinem neuen Album „Jetzt“ positioniert sich der ehemalige Schnulzenfuzzi und Rocker der Mittelgewichtsklasse im Hier und Heute. Da darf natürlich das Gegenwartsthema schlechthin nicht fehlen: Der Klimawandel, vor dem er in dem Song „Morgen“ eindringlich warnt.

Peter Maffay fürchtet auch den Rechtsruck in Teilen unserer Gesellschaft. Diesen ernsten Maffay zeigen im Video seine Impressionen von Neonazis und Adolf Hitler, die die beklemmende Frage aufwerfen: „Wollen wir wieder warten, bis der Morgen kommt?“

In seiner Arbeit hat der Musiker weite Wege zurückgelegt. Da ist so manches sprachlich missglückt wie „Sonne in der Nacht“. 1986 begeisterte Maffay mit dem Superhit „Über sieben Brücken musst Du geh’n“ (im Original 1978 von der DDR-Band Karat) auch das Publikum im Westen und machte umgekehrt die Rockmusik-Fans der Bundesrepublik neugierig auf Karat.

Maffay arbeitete derweil in seinem Tonstudio in Tutzing am Starnberger See an der Brückenüberquerung. Sein Ziel: sogenannte „ehrliche“ Musik jenseits des Punkrock. Seine Protestsongs fielen aber eher halblaut aus statt rotzig-frech.

Peter Maffay spricht nicht über Beziehung zu Hendrikje Balsmeyer

Blick zurück: Der am 30. August 1949 im rumänischen Brasov (Kronstadt/Siebenbürgen) geborene Sohn eines ungarischen Flugzeugtechnikers und einer Deutschen übersiedelte 1963 mit den Eltern ins bayerische Mühldorf am Inn. Der erlernte Beruf Chemigraf machte dem Dylan-Fan keine Freude.

Aber seine erste Single „Du“ läutete eine Schlagerkarriere ein, die die Branche staunen ließ. Doch bei dem Softzeug blieb es nicht. Jeans, Biker-Fantasien und vor allem das auf mehreren Medien-Ebenen spielende Rockmärchen „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ begleiteten Maffay durchs Leben. Der kleine grüne Drache Tabaluga ist auch das Maskottchen seiner Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder engagiert. Auf seiner Finca im mallorquinischen Pollença werden diese Kinder therapeutisch betreut. Ein Stiftungsableger in Rumänien verfügt sogar über eine Schreinerei und ein Ärztehaus.

Der für seinen sozialen Einsatz vielfach ausgezeichnete Musiker war vier Mal verheiratet und hat jetzt eine neue, 38 Jahre jüngere Lebensgefährtin. Er möchte aber nicht über die Beziehung zu Hendrikje Balsmeyer reden.

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