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Porträt
19.08.2020

Vor 40 Jahren bestieg Reinhold Messner allein den Mount Everest

Reinhold Messner hat die Grenzen des Alpinismus bis heute verschoben.
Foto: Johann Groder, dpa

Vor 40 Jahren begann der Aufstieg des Reinhold Messner zur Berg-Legende. Wie er darauf heute, mit 75, zurückblickt, und was er noch vorhat.

Auf den rebellischen Kerl, der es vor 40 Jahren allen zeigen wollte, als er den höchsten Berg der Welt im Alleingang bezwang, schaut Reinhold Messner heute mit dem Bewusstsein eines Mannes zurück, der in seinem Leben vieles erreicht und manches verloren hat. 20. August 1980: Im Alleingang und ohne Sauerstoff hat der damals 35-Jährige den Everest bewältigt und damit wieder einmal – wie schon zwei Jahre vorher bei der Bezwingung des Berges ohne Sauerstoff zusammen mit Peter Habeler – die Grenzen des Alpinismus verschoben. Bis heute.

Reinhold Messner ist eine lebende Legende

Schon als junger Kletterer hat der Mann mit dem wilden Bart und dem kinnlangen Haar Alpingeschichte geschrieben. Sein Ehrgeiz trieb den Südtiroler, der am Nanga Parbat seinen Bruder Günther verlor, zu immer neuen Abenteuern. Weil ihm erfrorene Zehen amputiert werden mussten, hat er sich aufs Höhenbergsteigen verlegt. Und auch da setzte er Meilensteine. Als erster Mensch der Welt stand er auf allen 14 Achttausendern. Ein Ausnahmebergsteiger war er schon damals. Heute ist er eine lebende Legende.

Er hat die Eis- und Sandwüsten dieser Erde durchquert, Berge von Büchern verfasst und seiner Heimat Südtirol eine Reihe von Museen, die Messner Mountain Museen (MMM) hingestellt. Museen, in denen die Touristen das kleine Land zwischen den großen Bergen einmal ganz anders kennenlernen können. Häuser, in denen sie erfahren sollen, was der Berg mit dem Menschen macht.

Messner gilt als "Influencer" im Alpinismus

75 Jahre alt ist der selbst ernannte Grenzgänger inzwischen, Bart und Haarschopf sind grau geworden, die Falten tiefer, die beiden Kinder erwachsen. Er, der gern gegen Andersdenkende wütete, der den Bergsport des Deutschen Alpenvereins verabscheute und lauthals gegen „möblierte Berge“ wetterte, ist altersmilde geworden. Aber resignieren will er nicht. Seine Aufgabe sieht er heute darin, die Kunst des Alpinismus auf der Leinwand zu feiern.

Als Filmemacher hat sich der Großvater Messner wieder einmal neu erfunden. Er war Lehrer und Abenteurer, Bauer und Politiker und ist bis heute einer der „Influencer“ im Alpinismus. „Ich wollte einmal hoch hinaufsteigen, um tief in mich hinabzusehen“, lässt er sich gern zitieren. Die ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Berg ist sein zentrales Thema geblieben. Heute erzählt er auf Schloss Sigmundskron, dem MMM Firmian, am Kaminfeuer aus seinem Leben, wandert in den Dolomiten mit Touristen.

Reinhold Messner zieht es noch nicht in eine einsame Höhle

Er wolle nicht mehr „müssen“, hat er kürzlich gesagt und damit gescherzt, dass er sich zum Lebensende hin in eine Höhle zurückziehen könnte. Doch vorher hat der umtriebige Mittsiebziger, der mit seiner neuen Freundin im Münchner Glockenbachviertel Corona trotzt, noch einiges vor. Unter anderem plant er ein Museum in Georgien – und eines in Nepal. Womöglich auch mit Erinnerungsstücken an die eigene Everest-Geschichte.

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