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Prinz Andrews Rücktritt: Das kann nur der Anfang sein

Prinz Andrews Rücktritt: Das kann nur der Anfang sein
Kommentar Von Katrin Pribyl
21.11.2019

Prinz Andrew hat sich von seinen königlichen Ämtern zurückgezogen. Das ist ein wichtiger Schritt, doch er reicht längst nicht aus.

Der Schritt des Prinzen war unausweichlich und doch kommt er viel zu spät. Die Fakten liegen seit langem auf dem Tisch, die Anschuldigungen sind ebenfalls altbekannt. Es ist ein Skandal, dass der Druck auf den Prinzen erst durch das fassungslos machende BBC-Interview vom Wochenende so massiv wurde, dass er Konsequenzen ziehen musste, die ohnehin nur ein Anfang sein können.

Im BBC-Interview wurde Prinz Andrews wahre Natur entlarvt

In dem Interview äußerte er kein Wort des Bedauerns, der Reue, der Empathie für die minderjährigen Mädchen und jungen Frauen, die Epstein sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben soll. Nun plötzlich will Andrew „tiefes Mitgefühl“ mit den Opfern verspüren? Plötzlich will er seine Verbindung zu dem verurteilten Sexualstraftäter bereuen? Das ist wenig glaubhaft.

Vielmehr hat er seine wahre Natur bereits entlarvt. Arrogant und abgehoben präsentierte er sich, offenbarte das typische Selbstverständnis des britischen Establishments, in dem einflussreiche Männer noch immer denken, ihnen gehöre die Welt.

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Queen Elizabeth hält weiter zu Andrew - auch sie gerät in den Skandal

Auch Königin Elizabeth II. muss hinterfragt werden. Demonstrativ hielt sie zuletzt zu ihrem angeblichen Lieblingssohn und zögerte viel zu lange mit der nun überfälligen Entscheidung.

Für ihre Rolle als Beschützerin von Andrew in dem Skandal, der die Monarchie jetzt schon schwer beschädigt hat und noch auf lange Zeit beschäftigen wird, sollte sie ebenfalls in die Verantwortung genommen werden.

Lesen Sie dazu auch den ausführlichen Hintergrund: Missbrauchsverdacht gegen Prinz Andrew: Ein Mann im Skandal-Strudel

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22.11.2019

Unter einem Skandal verstehe ich etewas anderes. Das britische Königshaus wird auch diese Angelegenheit "wegstecken" und die Monarchie wird ihren nachwievor hohen Stellenwert bei den Briten behalten. Die Queen ist entgegen der Ansicht der Schreiberin per Definition skandalfrei. Long live the Queen.

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21.11.2019

Wenn man die politischen Machenschaften des ehemaligen deutschen Adels der von Battenbergs alias Mountbatten alias Windsors strafrechtlich anklagen würde, wären die beschuldigten sexuellen Fehltritte des Sprosses Prinz Andrew mit Hilfe von Jeffrey Epstein juristisch geradezu „Peanuts“.

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