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Prozess in Potsdam
14.06.2016

Elias und Mohamed: Als sie weinten, soll Silvio S. sie getötet haben

Der angeklagte Silvio S. versteckt sich, als er den Gerichtssaal am Potsdamer Landgericht betritt.
Foto: John Macdougall afp

Es geht um den gewaltsamen Tod der beiden Buben Mohamed und Elias. Heute hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Kindermörder Silvio S. in Potsdam begonnen.

Der 33 Jahre alte Silvio S. soll die beiden Buben Mohamed und Elias entführt und umgebracht haben. Vor dem Landgericht Potsdam hat heute der Prozess gegen den mutmaßlichen Kindermörder begonnen.

Der 1983 geborene Silvio S. aus der Ortschaft Kaltenborn südwestlich von Berlin ist unter anderem wegen Mords und schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt. Der Prozess startete nach verschiedentlich im Internet geäußerten Morddrohungen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Vor dem Potsdamer Landgericht standen viele Menschen für einen der wenigen Zuschauerplätze Schlange.

Silvio S. soll Elias und Mohamed entführt und getötet haben

Silvio S. soll am 8. Juli vergangenen Jahres den damals sechs Jahre alten Elias von einem Spielplatz im Potsdamer Viertel Schlaatz entführt haben. Laut Anklage wollte S. das Kind sexuell missbrauchen und erwürgte es noch am selben Tag. Die aufwendige Suche nach dem Jungen blieb über Monate ergebnislos.

Am 1. Oktober soll S. dann den vierjährigen Mohamed aus Bosnien vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales entführt haben. S. soll sich an dem Jungen schwer vergangen und ihn am Folgetag erdrosselt haben. Missbrauch und Mord sollen im Obergeschoss des Elternhauses von S. geschehen sein, wo der Wachmann wohnte. Der 33-Jährige hat die Jungen laut Anklage getötet, als sie weinten.

Bilder einer Überwachungskamera führten vier Wochen nach Mohameds Verschwinden zu Silvio S. Dieser gestand nach der Festnahme die Morde. Am Dienstag sollten Elias' Mutter, ihr Lebensgefährte und fünf weitere Zeugen aussagen.

Prozess in Potsdam: Verteidigung will Öffentlichkeit ausschließen lassen

Im Prozess will die Verteidigung die Öffentlichkeit von dem kompletten Verfahren ausschließen lassen. Einen entsprechenden Antrag stellte der Anwalt des 33-jährigen Angeklagten am Dienstag, noch bevor am Landgericht Potsdam die Anklage verlesen wurde. Der Anwalt der Mutter des getöteten Mohamed stellte zudem einen eigenen Antrag, wonach die Anklage nicht-öffentlich vorgetragen werden sollte. Das Gericht schickte das Publikum zur Beratung hinaus.

Der Wachmann aus Brandenburg soll im vergangenen Jahr den sechsjährigen Elias und den vierjährigen Mohamed umgebracht haben. Der 33-Jährige hat die Jungen laut Anklage getötet, als sie weinten. An Mohamed soll Silvio S. sich vergangen haben, bei Elias soll er es versucht haben. Dem Angeklagten droht lebenslange Haft. afp/dpa/AZ

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