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79. Jahrestag 2017

09.11.2017

Reichspogromnacht 1938: Kurze Zusammenfassung der Ereignisse

Am 9. November 2017 jährt sich die Reichspogromnacht zum 79. Mal. Was war der Auslöser? Wie viele Menschen starben? Die Verbrechen gegen die Juden kurz zusammengefasst.

79 Jahre ist die Reichspogromnacht her. Am 9. November jähren sich die Verbrechen zum 79. Mal. Aber was geschah damals wirklich? Eine kurze Zusammenfassung:

79. Jahrestag: Was geschah in der Reichspogromnacht 1938?

Am 7. November 1938 gab es in Paris Schüsse auf den Diplomaten Ernst vom Rath. Bereits darauf folgten erste Übergriffe gegen Juden. Verheerend wurden die Exzesse zwei Tage später, am 9. November, als vom Rath seinen Verletzungen erlag. Überall im Deutschen Reich brannten Synagogen, wurden Schaufenster zertrümmert, Geschäfte geplündert. Tausende Juden wurden gedemütigt, verhaftet und sogar ermordet. Die Gewaltexzesse dauerten mehrere Tage lang an. Die Reichspogromnacht gilt als vorläufiger Höhepunkt der Judenverfolgung, die im Völkermord endete.

Goebbels wollte am 9. November die Juden "mal den Volkszorn spüren lassen", wie er in sein Tagebuch schrieb. So lautet die Version der Nazis.

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Historiker bewerten die Verbrechen anders: Sie sprechen von organisierten Angriffen durch Schlägertrupps der NSDAP und der SA - ohne Uniform, um als normale Bürger zu gelten. Nach Ansicht der Historiker wären die Pogrome so oder so irgendwann gekommen. Selbst beim Auslöser, dem Tod des Diplomaten von Rath, könnte Hitlers Leibarzt nachgeholfen haben, vermuten Historiker.

SA-Männer beklebten Geschäfte von Juden. Historiker gehen davon aus, dass auch nicht-uniformierte SA-Männer loszogen, um als Bürger wahrgenommen zu werden.
Bild: dpa-Archiv

Eine längere Zusammenfassung lesen Sie hier: Als in Deutschland die Synagogen brannten.  

Kurze Zusammenfassung: Wie viele Juden starben in und nach der Reichspogromnacht?

Lange ging man davon aus, dass während der Pogrome nur "wenige" Hundert starben. Professor Meier Schwarz vom "Synagogue Memorial" arbeitete das Thema vor gut zehn Jahren noch einmal auf und kam zu einem deutlich anderen Ergebnis: Insgesamt 1300 bis 1500 Menschen fielen seiner Forschung nach den Pogromen zum Opfer.

Nicht beachtet seien zuvor etwa Suizide in Folge der traumatisierenden Ereignisse geblieben. Zudem seien über 1400 Synagogen niedergebrannt oder vollständig zerstört worden. 30.000 Juden seien in den Tagen nach dem 9. November in Konzentrationslager verschleppt worden.

"Kauft nicht bei Juden", lautete ein Spruch, der während der Reichspogromnacht geprägt wurde.
Bild: Dpa-Archiv

Was heißt eigentlich "Pogrom" - und wieso sagt man nicht einfach Reichskristallnacht?

"Pogrom" (ohne "r" nach dem "P") definiert der Duden als "Ausschreitungen gegen nationale, religiöse oder ethnische Minderheiten". Nach der Unterdrückung der Juden im Dritten Reich wurden beispielsweise auch die Ausschreitungen im Kosovo als "Pogrom" bezeichnet.

Häufig wird die "Reichspogromnacht" noch als "Reichskristallnacht" bezeichnet. Wieso benutzt man nicht einfach diesen Begriff, der sich auch noch viel leichter schreiben lässt? Diese Bezeichnung lehnen Forscher nahezu einhellig ab - er verharmlose das Geschehen, bei dem viel mehr als ein paar Scheiben zu Bruch gingen, wie der Begriff "Kristall" aber suggeriere. Zudem wurde der Begriff von den Nazis verwendet. AZ

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