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Der zweite Tag, einfach perfekt

07.06.2009

Rock im Park: ein wunderbares Allerlei!

Jonathan Davis, Sänger der kalifornischen Band Korn.
Bild: dpa

Rock im Park übertrifft alle Erwartungen. Perfektes Wetter und wenn nicht, ja dann singt Placebo eben für die Sonne und schon hört der Regen auf. Und überhaupt, die Musik! Von Wolfgang Schütz

Ja, wunderbar! Nein, erst mal ist nicht die Musik gemeint, das kommt gleich noch. Sondern schon wieder mal: das Wetter! Statt der angedrohten stetigen Regengüsse und Temperaturen von acht Grad oder so: nur Niesel, der sich, bis es richtig los geht, wieder auflöst, und auch ganz laue Luft. Für den zweiten Tag war's geradezu perfekt. Denn viele werden über etwas mehr Sauerstoff in der Luft und weniger direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf doch ganz froh gewesen sein.

Und dann auch noch das: Um kurz nach 19 Uhr legen Placebo auf der Hauptbühne los, es beginnt richtig zu schütten, der Himmel sieht komplett nach Dauerregen aus - und dann singen die Jungs nach ner Viertelstunde den Titeltrack ihren am Freitag erschienen, neuen Albums "Battle for the sun" (!), der Himmel lockert sich auf, fortan kein Regen mehr, nur hier und da ein Tröpfchen… Deshalb: kein Matsch, keine durchtränkten Klamotten, yippieh!

Placebo, ja, haben Freude gemacht die geschminkten Britrocker, wenn's auch ordentlich mutig ist, gerade auf einem Festival kaum einen der älteren Hits in Originalversion zu spielen, sondern alles variiert. Da können eben nur die Fans mit, zumal der Sound nicht ganz astrein war. Abgeräumt haben deshalb andere.

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So richtig los ging's eh relativ spät mit gut aufgelegten Papa Roach, vorher war's eher ein musikalisch unterlegter Nachmittagsspaziergang (mitunter bereits früh zum ersten Bier, unglaublich, was hier manch einer wegschluckt - mies nur, wenn später so viele im Vollkoma von den Sanitätern weggetragen werden müssen).

Irre war's dann aber erst nach Placebo, ein wunderbares Allerlei: auf der Hauptbühne machten The Killers ihren Gute-Laune-Rock vor vielen tausend Tänzelnder, auf der Alternastage brachialte der aufgepimpte Herr mit dem Mischnamen eines serienmordenden Sex-Symbols, Marilyn Manson, vor fast überfülltem Platz, und auf der dritten Bühne im Eisstadion kamen die heißen deutschen Disco-Popper von 2Raumwohnung auf Touren. Hier die Netten, da der Böse und überall voll, überall 'ne eigene Musikwelt und überall Freude, Freude.

So ging der Abend dann auch in die späten Runden: Korn (meine Herren, diese Bühnenpräsenz!) bliesen mit einer Macht durch die Gehörgänge, wie's Stunden zuvor Killswitch Engage nur versuchen konnten - und der ganze Platz erzitterte unter Trommelfeuer, Gitarrensalven und dieser wunderbar wütenden Stimme. Respekt!

Gleichzeitig wuppten auf der Clubstage die Disco-Brummen von Basement Jaxx, stampfende Beats auch hier, aber elektronisch, melodisch und einfach gut gelaunt.

In die Nacht entließen dann zum Schluss die deutschen Newcomer von Polarkreis 18 - nur "Allein Allein", wie's deren größter Hit verheißt, musste sich da keiner fühlen. Und die Nacht war ja damit noch lange nicht vorbei…

Und heute: Wetter wohl gut, wieder wärmer, kein Niesel… Und wieder Kontraste: Jan Delay, The Prodigy, Mando Diao, Slipknot. Und das sind nur die Headliner… Später mehr.

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