Newsticker
RKI registriert 1016 Neuinfektionen und 51 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Rot am See: Sechsfachmord: Angeklagter muss 15 Jahre ins Gefängnis

Rot am See
10.07.2020

Sechsfachmord: Angeklagter muss 15 Jahre ins Gefängnis

Blumen und Kerzen vor dem Tatort in Rot am See. Hier soll ein junger Mann sechs Familienmitglieder ermordet haben. Heute wird das Urteil vor Gericht erwartet.
Foto: Tom Weller, dpa

Eine Familie kommt in einem Haus in Rot am See zur Trauerfeier zusammen. Dann knallt es plötzlich im Obergeschoss, immer wieder fallen Schüsse. Am Ende sind sechs Menschen tot. Auf den 27-jährigen Schützen wartet nun eine lange Haftstrafe.

Knapp ein halbes Jahr nach der Gewalttat mit sechs Toten im baden-württembergischen Rot am See ist der Angeklagte wegen Mordes und versuchten Mordes verurteilt worden. Das Landgericht Ellwangen verhängte am Freitag eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. 

Der Mann erschoss Ende Januar bei einem Familientreffen in der Gemeinde bei Schwäbisch Hall sechs Verwandte mit einer Pistole -  seine Eltern, zwei Halbgeschwister sowie Onkel und Tante. Zwei Verwandte konnten sich schwer verletzt retten. Seine Opfer richtete er teils mit Kopfschüssen hin.

30 Schüsse auf die Familie: Was war das Motiv für die Bluttat von Rot am See?

Der Deutsche hatte die Tat zum Prozessauftakt gestanden und Misshandlungen seiner Mutter als Motiv angegeben. Sie habe ihn missbraucht und vergiftet. Beweise gab es dafür nicht. Ein Psychiater hatte bei ihm Wahnvorstellungen und eine krankhafte seelische Störung diagnostiziert. 

Staatsanwaltschaft, Nebenklage und auch die Verteidigung hatten erklärt, dass sie den Schützen des Mordes für schuldig halten. Staatsanwalt und Nebenkläger forderten eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die Staatsanwaltschaft sprach bei einem Teil der Taten von einer "eingeschränkten Steuerungsfähigkeit". Die Nebenkläger halten den jungen Mann hingegen für voll schuldfähig. 

Der Verteidiger beantragte wegen aus seiner Sicht verminderter Schuldfähigkeit seines Mandanten eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. (dpa)

Lesen Sie dazu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren