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Russland
25.11.2021

Putin feuert nach Foltervideos Russlands Strafvollzugschef

Russlands Präsident Wladimir Putin reagiert auf Foltervideos in russischem Gefängnis.
Foto: Mikhail Metzel, dpa (Symbolbild)

Videos aus einem russischen Gefängniskrankenhaus zeigten, wie Gefangene gefoltert und missbraucht werden. Nun hat Putin den Chef des Strafvollzugs gefeuert.

Nach der Veröffentlichung von Videos über Folter, Vergewaltigungen und Misshandlungen von Gefangenen hat Russlands Präsident Wladimir Putin den Chef des nationalen Strafvollzugs gefeuert. Der bisherige Direktor Alexander Kalaschnikow sei von seinem Posten entbunden worden, teilte der Kreml am Donnerstag in Moskau mit. Zum Nachfolger wurde Arkadi Gostew ernannt.

Menschenrechtler kritisieren Russlands Staatsführung wegen Foltervideos

Die Foltervideos aus einem Gefängniskrankenhaus in der Stadt Saratow und anderen Regionen hatten breites Entsetzen und Ermittlungen ausgelöst. Zugleich beklagten Menschenrechtler, dass die Staatsführung auch nach diesen bisher beispiellosen Beweisen über Misshandlungen von Gefangenen tatenlos bleibe. Der Schritt Putins kam überraschend - und gilt als weitere Bestätigung für die Echtheit der Aufnahmen.

Zu sehen sind Szenen schwerer Misshandlungen von Männern, auch Vergewaltigungen mit Gegenständen. Kalaschnikow entließ zwar den Leiter des Gefängniskrankenhauses in Saratow sowie weitere Bedienstete wegen Folterung von Gefangenen. Zudem wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet. Forderungen nach einer Erneuerung des Systems prallten aber an den Mauern der Behörde ab.

Ehemaliger Gefangener deckt Folter im Gefängnis auf

Die Filmaufnahmen hatte der Gründer der Menschenrechtsinitiative Gulagu.net, Wladimir Ossetschkin, veröffentlicht. Der frühere Gefangene Sergej Saweljew hatte sie in Saratow aus dem Gefängnis geschmuggelt. Beide sind nach Frankreich geflohen und berichten von einem "systematischen Charakter von Folter" in Russland.

Ossetschkin hatte Putin in einem offenen Brief zum Handeln aufgefordert. Er äußerte die Vermutung, dass die Videos im Auftrag des Inlandsgeheimdienstes FSB und des Strafvollzugs angefertigt wurden, um Gefangene erpressbar zu machen. Teils gebe es auch Feinde der Inhaftierten, die gegen viel Geld die Folter bestellten und sich dafür Videobeweise liefern ließen. (dpa)

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