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Homöopathie

08.02.2017

Russland erklärt Homöopathie offiziell zu Pseudowissenschaft

In Russland ist Homöopathie jetzt als Pseudowissenschaft eingestuft worden. Den Experten fehlen haltbare Belege für die Wirksamkeit der alternativen Medizin.
Bild: Frank Rumpenhorst, dpa

Die Akademie der Wissenschaften in Russland hat Zweifel an der Wirksamkeit von Homöopathie. Experten empfehlen, keine alternativen Medikamente an staatlichen Kliniken zu verwenden.

In Russland gilt Homöopathie nun offiziell als Pseudowissenschaft. So hat die Akademie der Wissenschaften die alternativen Behandlungsmethoden eingestuft. Dabei zweifelte sie vor allem die Wirksamkeit von Homöopathie an. Laut russischen Medienberichten vom Montag schrieb eine Kommission der Akademie, für die Wirksamkeit von Homöopathie gebe es keine wissenschaftlich haltbaren Belege.

Dem russischen Gesundheitsministerium empfahlen die Experten, homöopathische Medikamente nicht mehr an staatlichen Kliniken zu verwenden. Ministerin Weronika Skworzowa kündigte in Moskau an, sie wolle eine Arbeitsgruppe zur Thematik Homöopathie einsetzen. Dies meldete die Agentur Interfax.

Homöopathie hat auch in Russland viele Anhänger

Vor etwa 200 Jahren begründete der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) die Homöopathie. Seither hat die Heillehre auch in Russland viele Anhänger gefunden. Der Arzt Michael Schkolenko vom Homöopathen-Verband der früheren Sowjetrepubliken sagte der Zeitung "Kommersant", schon Zar Nikolaus I. und Sowjetmarschall Georgi Schukow hätten bereits zu Arzneimitteln dieser Heilllehre gegriffen. "Wenn die Homöopathie nicht geholfen hätte, hätten die Mitglieder des Zentralkomitees sich nicht damit behandeln lassen." 19,2 Milliarden Globuli pro Jahr: In Augsburg ist jetzt die Produktion zu sehen

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Die Homöopathie, die mit Arzneistoffen in winziger Dosierung arbeitet, war zu sowjetischen Zeiten zwar nicht verboten, wurde jedoch auch nicht gefördert. In den 1990er Jahren wurde die Heillehre in den russischen Gesundheitsbetrieb integriert.

Mit Globuli werden in der Homöopathie Husten, Schnupfen und Co. behandelt. Vor allem bei Kindern sind homöopathische Mittel beliebt. Russland zweifelt jedoch an der Wirksamkeit.
Bild: Andrea Warnecke (dpa)

Zweifel an Homöopathie gibt es auch in den USA

Auch in den USA wird die Wirksamkeit von homöopathischen Präparaten angezweifelt. Im November 2016 entschied die US-amerikanische Behörde der Federal Trade Comissino (FTC), die sich mit dem Verbraucherschutz beschäftigt, strengere Auflagen für solche Arzneimittel einzuführen. Solange es keinen wissenschaftlichen Nachweis über die Wirksamkeit des homöopathischen Medikaments gibt, müsse zukünftig ein deutlich sichtbarer Warnhinweis auf dem Präparat vorhanden sein. Grund für diese Entscheidung sei die zunehmende Vermarktung von homöopathischen Mitteln neben anderen Arzneimitteln gewesen. AZ/dpa

US-Verbraucherschutz: Warnhinweis bei homöopathischen Präparaten ist Pflicht  

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