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Niederlande

20.03.2019

Schüsse in Utrecht: Polizei nimmt weiteren Mann fest

Bei der Bluttat in einer Straßenbahn in Utrecht verloren drei Menschen ihr Leben. Foto: Peter Dejong/AP
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Bei der Bluttat in einer Straßenbahn in Utrecht verloren drei Menschen ihr Leben. 
Bild: Peter Dejong, AP/dpa

Hinweise auf ein terroristisches Motiv gibt es, doch die Polizei in Utrecht schließt auch einen anderen Hintergrund nicht aus. Ein weiterer Mann wurde festgenommen.

Im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen in Utrecht hat die niederländische Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Es handele sich um einen 40-jährigen Mann aus Utrecht, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit. Der Mann sei bereits am Nachmittag von einer Spezialeinheit der Polizei festgenommen worden. Einzelheiten zu dem Verdacht gegen den Mann nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

Utrecht: Drei Menschen in Straßenbahn erschossen

Als Hauptverdächtiger gilt der 37 Jahre alte Gökmen T., der am Montag festgenommen worden war. Er soll in einer Straßenbahn drei Menschen erschossen und drei weitere Personen schwer verletzt haben. Die Polizei hat Hinweise auf ein terroristisches Motiv, schloss aber auch andere Motive bislang nicht aus. 

Gökmen T. war am Montagabend bei einer Wohnungsdurchsuchung in Utrecht festgenommen worden. Bei der Polizei war er bereits durch andere Delikte aus der Vergangenheit bekannt gewesen. "Wir wissen relativ viel über ihn", sagte Rutker Jeuken vom Innenministerium. Medienberichten zufolge hat T. ein langes Vorstrafenregister, wurde demnach unter anderem wegen versuchten Mordes verurteilt und stand zuletzt wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs vor Gericht.

Zwei weitere Männer, die bereits am Montag festgenommen worden waren, wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen aus der Haft entlassen. Sie seien nicht länger verdächtigt.

Terror in Utrecht? Brief in Fluchtwagen gefunden

Für ein Terrormotiv spricht nach Darstellung der Polizei vom Dienstag unter anderem ein im Fluchtwagen gefundener Brief. Auch die Art der Tatausführung deute in diese Richtung. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf irgendeine Beziehung zwischen dem Hauptverdächtigen und den Opfern ergeben - zuvor war über eine Beziehungstat spekuliert worden. 

Überschattet von dem Angriff in Utrecht wählen die Niederländer an diesem Mittwoch ihre regionalen Parlamente. Zugleich wird auch über die Zusammenstellung der Ersten Kammer des nationalen Parlaments entschieden, die mit dem deutschen Bundesrat vergleichbar ist und politisch weniger wichtig ist als die Zweite Kammer. Nach den jüngsten Umfragen dürfte die Mitte-Rechts-Koalition unter dem rechtsliberalen Premier Mark Rutte ihre Mehrheit in der Ersten Kammer verlieren. Hohe Gewinne werden dagegen zwei rechtspopulistischen Parteien vorhergesagt, der Partei für die Freiheit von Geert Wilders sowie dem Forum für Demokratie. (dpa/AZ)

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