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Zehn Regeln

16.04.2019

So schützen sich Wanderer vor Kuh-Attacken

Fühlen sich Kühe bedroht, reagieren sie mitunter aggressiv. Wanderer sollten sich daher an bestimmte Verhaltensregeln halten.
Bild: Barbara Gindl/apa, dpa (Symbolfoto)

Dass Österreichs Almen kein Streichelzoo sind, dürfte nach einer tödlichen Kuh-Attacke bekannt sein. An diese zehn Verhaltensregeln sollten sich Wanderer halten.

Mit zehn Regeln für Wanderer, die auf Almen mit Weidebetrieb unterwegs sind, reagiert Österreich auf eine tödliche Kuh-Attacke. „Kühe sind grundsätzlich keine gefährlichen Tiere, aber Almen sind kein Streichelzoo“, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger von der ÖVP am Dienstag bei der Vorstellung der Regeln in Wien.

Diese zielten auf die Eigenverantwortung der Wanderer ab, damit bei einem Zwischenfall nicht sofort der Landwirt rechtlich belangt werden könne. „Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse auf österreichischen Almen“, sagte Köstinger mit Blick auf in den USA verbreitete Schadenersatzforderungen, selbst bei geringen Verletzungen.

In Österreich stehen nach Angaben der Landwirtschaftskammer rund 270.000 Stück Vieh auf den knapp 8000 Almen. Viele Wanderwege kreuzen die Areale.

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Verhaltensregeln erklären den Umgang mit Weidevieh

Ein Urteil des Landgerichts Innsbruck hatte unter Alm-Bauern für große Verunsicherung gesorgt. Der Richter verurteilte Mitte März einen Landwirt aus dem Stubaital zu 490.000 Euro Schadenersatz. Seine Mutterkuhherde griff im Juli 2014 eine 45-jährige Deutsche auf einem öffentlichen Forstweg neben einer großen Almhütte im Pinnistal an.

Alle Rippen der Frau wurden gebrochen, ihr Herz und ihre Lunge gequetscht. Die Frau hatte einen – angeleinten – Hund dabei. Den machte die Verteidigung des Bauern auch für die Attacke verantwortlich. Es ist bekannt, dass Mutterkühe Kälber gegen Hunde verteidigen.

Auch darauf weist nun ein Videoclip und ein Faltblatt hin, das vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus herausgegeben wird. Es enthält „10 Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh“.

Zu sehen sind darin neun Illustrationen; darüber der einleitende Text: „Österreichs Bäuerinnen und Bauern leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Almlandschaft. Wir bitten Sie als Besucher, sich respektvoll an diese wunderschöne Landschaft anzupassen. Mit der Einhaltung dieser 10 Regeln verhalten Sie sich auf Almen und Weiden richtig.“

An diese zehn Punkte sollen sich Wanderer in Zukunft halten

  1. Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten!
  2. Ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken!
  3. Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Begegnung von Mutterkühen und Hunden vermeiden!
  4. Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort ableinen!
  5. Wanderwege auf Almen und Weiden nicht verlassen!
  6. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großem Abstand umgehen!
  7. Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen!
  8. Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere Weidefläche zügig verlassen!
  9. Zäune sind zu beachten! Falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und Weide zügig queren!
  10. Grafisch besonders hervorgehoben wird Punkt 10 der Broschüre: "Begegnen Sie den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt!"

Hinter diesen Verhaltensregeln stehen neben dem Ministerium auch die Landwirtschaftskammer Österreich, die Wirtschaftskammer Österreich und der Alpenverein Österreich. (mit dpa)

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