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Songwettbewerb
16.05.2017

Portugal feiert seinen ESC-Helden

Bei ihrer Ankunft in Portugal wurden ESC-Sieger Salvador Sobral und seine Schwester Luísa von Polizisten eskortiert – und von Fans begeistert empfangen.
Foto: dpa

Und Deutschland will trotz der dritten Schlappe in Folge weiter mitmachen

Auch nach der erneuten Pleite Deutschlands beim Eurovision Song Contest (ESC) will die ARD dem Musikwettbewerb treu bleiben. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Auf die Frage, ob Deutschland nach dem dritten ESC-Debakel in Folge aussteigen solle, sagte er: „Nein.“ Natürlich sei das Ergebnis für Levina und das Team eine herbe Enttäuschung gewesen. Das Lied habe in Europa die Herzen der Menschen nicht erreicht. Schreiber plädiert nun dafür, den ESC-Vorentscheid zu reformieren. Details dazu nannte er nicht: „Wir informieren, wenn es ein Ergebnis gibt. Jetzt eine Antwort zu erwarten, ist unseriös.“

Sängerin Levina, 26, war mit ihrem Song „Perfect Life“ am Wochenende Vorletzte geworden. In den beiden Jahren zuvor landete Deutschland jeweils sogar auf dem letzten Platz. Gewonnen hat in diesem Jahr Portugal. Der ESC sei „die mit weitem Abstand erfolgreichste Fernsehshow des Jahres in einer Sendelänge von 20.15 Uhr bis circa 1.40 Uhr“. Die Startgebühren für Deutschland hätten in diesem Jahr bei rund 380000 Euro gelegen – „deutlich unter den durchschnittlichen Produktionskosten von Unterhaltungsshows im Hauptabend“, sagte Schreiber.

Unterdessen wurde Portugals Gewinner Salvador Sobral über Nacht so etwas wie ein neuer Held seines Landes. Schon fast auf einer Höhe mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Schlicht, fast schüchtern, hatte der 27-Jährige seine Jazz-Ballade „Amar pelos dois“ (Liebe für zwei) beim ESC-Finale ins Mikrofon gehaucht. Bei seiner Ankunft in Lissabon am Sonntag wurde er frenetisch gefeiert. Und nicht nur er – auch seine zwei Jahre ältere Schwester Luísa, die sein Lied komponiert hatte. Salvador Sobral leidet portugiesischen Medien zufolge an einer Herzschwäche. Angeblich wartet er auf eine Herztransplantation. Es sind Berichte, die von ihm weder bestätigt noch dementiert wurden.

Zum ESC, den Sobral bis dahin eher abfällig als Musikzirkus abgetan hatte, kam er nur, weil ihn seine Schwester dazu überredete. „Ich habe den ESC vorher noch nie im Fernsehen gesehen“, sagte er. Im kommenden Jahr wird nun zum ersten Mal Portugal den ESC ausrichten. Das Land dürfte dann die Gelegenheit nutzen, seine berühmte Fado-Musik vorzustellen, die inzwischen zum Unesco-Weltkulturerbe gehört – und die auch Salvador Sobral in seiner melancholischen Jazz-Ballade inspirierte. (mit dpa)

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