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Spanien
21.07.2017

Mallorca deckelt die Bettenzahl

Elf Millionen Menschen machten 2016 Urlaub auf Mallorca. Die Inselregierung will den weiteren Zuwachs der Touristenzahlen begrenzen.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Mallorca führt ein Urlauberlimit ein. Die Bettenzahl auf der Ferieninsel wird ab sofort gedeckelt. Vor allem der Kampf gegen illegale Vermietungen soll härter geführt werden.

Nun ist es offiziell: Das spanische Ferienparadies Mallorca begrenzt von sofort an die Zahl der Urlauber, die sich gleichzeitig auf der Insel aufhalten können. Damit soll die Überfüllung der beliebtesten Urlaubsinsel Europas verhindert werden, die derzeit von Touristen buchstäblich überrannt wird. "Wir können nicht weiter wachsen", sagte der Fremdenverkehrsminister der Balearischen Inseln, Biel Barceló, bei der Verabschiedung des neuen Urlauberlimits im Regionalparlament. Jetzt sei Schluss mit der grenzenlosen Zunahme des Tourismus.

Die Bettenbremse auf Mallorca kommt

In 2016 machten fast elf Millionen Menschen auf Mallorca Urlaub, dieses Jahr wird schon wieder ein neuer Rekord erwartet. Mehr soll es nun zumindest in der Hochsaison nicht mehr werden. Der Ansturm sorgt nämlich zunehmend für Umweltprobleme wie etwa Verkehrsstaus und Trinkwasserprobleme.

Auch wächst das Unbehagen der einheimischen Bevölkerung, die gegen die Überfüllung der Insel und gegen Auswüchse des Massentourismus protestiert. Da man niemandem verbieten kann, auf die Insel zu reisen, wird die Touristen-Obergrenze künftig über eine Bettenbremse gesteuert.

40.000 Euro Strafe für Privatvermieter ohne Lizenz

Konkret bedeutet dies, dass die Menge der Gästebetten in Hotels und Privatunterkünften, die auf über 400.000 geschätzt wird, nicht mehr erhöht wird. Mittelfristig könnten sogar durch regulierende Maßnahmen bis zu 100.000 Fremdenbetten auf Mallorca abgebaut werden, sagte Tourismusminister Barceló. Das neue Tourismusgesetz, das von der balearischen Regionalregierung aus Sozialisten und der linken Öko-Inselpartei Més beschlossen wurde, gilt auch für Mallorcas Nachbarinseln Ibiza, Menorca und Formentera.

Mit dem Gesetz wird zudem der verbreiteten illegalen Ferienvermietung der Kampf angesagt. Privatvermieter, die ohne die notwendige Lizenz Wohnungen, Villen und Landfincas vermieten, müssen mit bis 40.000 Euro Strafe und mit der Zwangsschließung ihres Vermietungsgeschäftes rechnen. Noch höher ist die Strafandrohung für Vermietungsplattformen im Internet wie Airbnb oder Homeaway, die sogar mit 400.000 Euro Geldbuße belegt werden können, wenn sie jetzt nicht helfen, den Vermietungsschwarzmarkt auszutrocknen. In allen Vermietungsanzeigen in diesen Webportalen muss künftig die offizielle Lizenznummer erkenntlich sein – wenn nicht, hagelt es Strafen für die schwarzen Schafe.

Ein Drittel aller Mallorca-Besucher schläft in privaten Unterkünften

Die Zahl der privaten Ferienunterkünfte auf den Balearen wie in ganz Spanien ist in den letzten Jahren explodiert. Diese Angebote, die für Familien und Freundesgruppen oft günstiger sind als Hotels, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Nahezu ein Drittel aller Mallorca-Besucher schläft inzwischen nicht mehr im Hotel. Viele dieser Unterkünfte werden schwarz vermietet und die Einnahmen am Finanzamt vorbei geschleust. Schätzungen gehen davon aus, dass sich zu den wenigstens 350.000 offiziellen Betten auf Mallorca noch mindestens 100.000 illegale Gästebetten gesellen.

Wer jetzt auf der Insel versuchen sollte, sein ungesetzliches Vermietungsgeschäft schnell zu legalisieren, muss erst einmal in die Röhre gucken: Die Inselregierung verhängte ein einjähriges Moratorium. Bis zum Sommer 2018 wird es keine einzige neue Vermietungserlaubnis geben.

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