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Anselm Grün

09.05.2018

Streit um Millionenverluste: "Bunte" widerspricht Anselm Grün

Pater Anselm Grün weist die Aussagen der Illustrierten "Bunte" zurück.
Bild: Peter Kneffel, dpa (Archiv)

Anselm Grün weist die Aussagen der Illustrierten "Bunte " zurück, er habe zehn Millionen an der Börse verloren. Die Zeitschrift bleibt bei ihrer Darstellung.

Im Streit zwischen dem unterfränkischen Benediktinerpater und Bestsellerautor Anselm Grün und der Illustrierten Bunte steht nun Wort gegen Wort. Auf Anfrage unserer Redaktion teilte die Bunte-Redaktion am Mittwoch mit, dass Grün von einem Betrag von zehn Millionen Euro gesprochen habe, den er an der Börse verloren habe. Sie blieb damit bei ihrer Darstellung.

Grün hatte sich gegen das Interview am Dienstag in einem Facebook-Post verwahrt. Er schrieb: „Ich bin sehr ärgerlich, dass die Bunte das Interview mit Nina Ruge, das um den Weg zur inneren Zufriedenheit kreiste, dazu benutzt hat, auf einmal die Aussagen über Geld, die nach dem Interview stattfanden, so reißerisch aufzumachen.“

Er habe keine Millionen verzockt, sondern nur gesagt, „dass in der Finanzkrise 2008 natürlich unser Depot für einige Zeit im Minus war“. Das sei „jedem Vermögensverwalter so passiert. Aber nach zwei Jahren war alles wieder ausgeglichen."

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Bunte widerspricht Anselm Grün

Die Bunte-Redaktion erklärte dazu am Mittwoch: „Pater Anselm Grün hat im Rahmen eines Doppelinterviews mit Nina Ruge unter anderem ausführlich über das Thema Geld und seine zum Teil risikobehafteten Anlagestrategien gesprochen. Dieses Thema machte einen nicht unerheblichen Teil des Interviews aus. In diesem Zusammenhang nannte er selbst den Betrag von 10 Millionen Euro.“

Und weiter: „Sämtliche Zitate liegen mit Zustimmung von Pater Anselm als Tonaufzeichnung vor. An dieser Stelle sei auch nochmals betont, dass diese Aussagen innerhalb des Interviews getätigt wurden und nicht danach.“

Anselm Grün bedankte sich am Mittwoch auf Facebook für die positiven Reaktionen auf seinen Beitrag vom Vortag. „Allen, die auf meinen Beitrag zu der Veröffentlichung in der Bunten und in manchen Zeitungen so positiv reagiert haben, möchte ich für die Unterstützung danken. Das tut gut, so viele Menschen hinter sich zu haben“, schrieb er.

Am Vortag hatte er besonders betont, dass er auf „keinen Fall“ Spenden angelegt habe. „Die Spenden für die Mission werden sofort weiter geleitet. Aber für die Zukunft der Abtei ist es eben wichtig, kreativ mit dem Geld umzugehen.“ So hätten „wir die Zukunft der Schule finanziell sichern und den Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz anbieten“ können. Sein „persönliches Image“ sei ihm „gleich“. „Aber was mich ärgert, ist, dass der Eindruck entsteht, wir würden die Spenden für die Missionsarbeit nicht gut verwalten.“

Anselm Grün ist einer der erfolgreichsten Autoren der Welt

Pater Anselm Grün war von 1977 bis 2013 Cellerar, also wirtschaftlicher Leiter, der Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg, die zur „Benediktinerkongregation von Sank Ottilien“ mit Sitz im oberbayerischen Kreis Landsberg am Lech gehört. Als Cellerar war er für etwa 300 Mitarbeiter in über 20 Betrieben verantwortlich. Seine Bücher, rund 300 sind aktuell lieferbar, erreichten eine Millionenauflage. Grün, dessen Bücher sich mit Spiritualität und Lebenshilfe befassen, ist damit einer der erfolgreichsten Autoren der Welt.

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 2010 sagte er auf die Frage nach seiner größten Fehlspekulation: „Das waren die argentinischen Staatsanleihen. Die galten als sicher, und dann verloren sie zwei Drittel ihres Wertes. Da habe ich in kürzester Zeit drei Millionen Euro Miese gemacht.“ Er habe dies aber mit Russland-Anleihen wieder wett gemacht.

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10.05.2018

Da sieht man mal wieder wie so fromme Männer der Kirch leichtsinnig mit dem Geld ihrer gläubigen umgehen! Aber er wird auch schon einiges beim Kieser auf der wirtschaftsbank angelegt haben in vorm von firtel, oder doch nicht?? Wieviel leute mögen wohl seine Bücher lesen weil sie einfach glauben so sein Kloster zu unterstützen

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