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Studie
23.06.2010

Frauen reichen öfter Scheidung ein

Bei Scheidungen sind oft die Frauen treibende Kraft - das ist nicht nur eine Stammtischwahrheit, sondern Ergebnis einer neue Studie.

In Männerkreisen herrschte schon immer dieser Verdacht: Wenn sich ein Paar scheiden lässt, ist meist die Frau die treibende Kraft. Wie sich jetzt herausstellt, ist dies ist nicht nur Stammtischgeschwätz, sondern mittlerweile wissenschaftlich von Forschern vom Europäischen Zentrum für Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim mittels einer internationalen Studie belegt. Übrigens: Männer warten eher ab, bevor ihre Unzufriedenheit in einer Beziehung zur Trennung wird.

"Das Trennungsrisiko nimmt vor allem dann zu, wenn die Frau unzufriedener ist als der Mann", teilte das Zentrum mit. Für die Studie wurden britische, australische und deutsche Paare befragt. Überwiegend Frauen reichen demnach die Scheidung ein, und diese Frauen seien tendenziell unzufriedener als ihre Noch-Ehemänner.

"Jedes Jahr trennen sich etwa zwei Prozent der hier untersuchten, in einem Haushalt lebenden Paare. Bei Paaren, bei denen die Frau unzufriedener ist als der Mann, ist das Trennungsrisiko um etwa 25 Prozent höher", teilte das ZEW mit. Für unverheiratete Paare sei der Effekt noch etwas stärker als für verheiratete.

"Eine glückliche Beziehung ist eine Beziehung, die aus zwei glücklichen Menschen besteht", sagt die Paar-Trainerin Christiane Deutsch dazu. Wenn die Unterschiede in der Zufriedenheit in einer Partnerschaft besonders groß sind, bedeute das auch, dass beide Partner ihr eigenes Leben und die Beziehung unterschiedlich wahrnehmen. Das führe eventuell zu einer Entfremdung. "Andererseits nehme ich mein Unglück stärker wahr, wenn neben mir mein Partner strahlt und das Leben genießt. Das erhöht den Frust noch weiter", so Deutsch.

Um die Zufriedenheit sowie die Unterschiede zwischen zwei Partnern zu messen, wurden Langzeitbefragungen ausgewertet. Über einen Zeitraum von 25 Jahren ordneten die Befragten ihre Lebenszufriedenheit ein. In Deutschland wurden Daten von mehr als 253 000 Befragten ausgewertet. jok/dpa

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