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Fernsehen

20.07.2020

Studie: Warum Heimat-Krimis so beliebt sind

Am Set der „Rosenheim-Cops“: Heimat-Krimis sind beliebt.
Bild: Bojan Ritan, ZDF, dpa

Würzburger Forscher haben 700 Menschen befragt, was sie an Sendungen mit Regionalbezug schätzen. Was bisher nur vermutet wurde, gilt jetzt als bestätigt.

Hohe Berge, weite Wälder und jede Menge Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben: Das Fernsehen ist voller Sendungen über Land und Leute, das Genre „Heimat“ boomt wie kaum ein anderes. Nur der zuverlässige Publikumsmagnet Krimi sorgt in der Regel für noch höhere Einschaltquoten – wobei auch hier der Heimatfaktor eine wichtige Rolle spielt, wie „Die Rosenheim-Cops“ aus Oberbayern oder „Die Toten vom Bodensee“ beweisen.

Was aber macht die Faszination all dieser Sendungen aus? Dieser Frage sind Medienforscher der Universität Würzburg nun erstmals in einer groß angelegten Studie nachgegangen. Dazu befragten sie 700 Menschen zwischen 18 und 80 Jahren zu ihren TV-Nutzungsgewohnheiten. Neben fiktionalen Produktionen bezogen sie regionale Nachrichtensendungen, Dokus über Natur, Kultur oder Geschichte sowie Musiksendungen, Quizshows und sogar Comedyformate und Kochsendungen mit in die Studie ein.

Die Forscher bezogen auch Serien, Dokus und Nachrichten in ihre Studie mit ein

Eines ihrer Ergebnisse: Viele Zuschauer wollen sich – wenig überraschend – mithilfe der Regionalnachrichten, von Reise- oder Naturdokumentationen darüber informieren, was in ihrer Heimat los ist. Wer dagegen regelmäßig eine regionale Seifenoper im Stil der Schwarzwald-Saga „Die Fallers“ (SWR) oder der bayerischen Familienserie „Dahoam is Dahoam“ (BR) konsumiere, tue das in erster Linie aus Gründen der „Stimmungsregulierung“. Er oder sie will also seine momentane Laune verbessern oder beibehalten, wenn sie sowieso schon gut ist. Mehr als 90 Prozent der Fans solcher Serien und 96 Prozent der Heimatkrimi-Fans nannten das als Hauptgrund für ihr Fernseh-Verhalten.

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Zur Beliebtheit des Heimat-Genres tragen den Forschern zufolge auch die Motive „Ästhetik“ (herrliche Bilder von Berg und Tal, Fluss und Wiese, gerne aus der Vogelperspektive) und „Habitualisierung“ bei – darunter versteht man die Aneignung einer lieben TV-Gewohnheit: Eine Serie wird zum wichtigen und regelmäßig wiederkehrenden Bestandteil des Alltags. Als weiteres Motiv, sich eine Familienserie oder einen Krimi mit Regionalbezug anzuschauen, wird von mehr als der Hälfte der Befragten schließlich noch die Sehnsucht nach der „heilen Welt“ genannt. Was zeigt, dass für viele Zuschauer der „Rosenheim-Cops“ oder ähnlicher Formate Lokalkolorit deutlich wichtiger ist als der gezeigte Kriminalfall.

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