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Vier Wochen nach dem Absturz

30.06.2009

Suche nach Air France-Opfern abgebrochen

Die Suche nach den Opfern des Air-France-Unglücksflugs wurde vier Wochen nach dem Absturz abgebrochen.

Paris (AZ). Die Angehörigen von 177 Opfern des Air France-Unglücksfluges 447 müssen sich mit einer weiteren schrecklichen Wahrheit abfinden: Sie werden ihre Lieben nie beerdigen können.

Die Suche nach Opfern wurde nun auch von brasilianischer Seite eingestellt. 51 Leichen konnten in den knapp vier Wochen nach dem Absturz des Airbus A330 mit 228 Menschen an Bord mitten über dem Atlantik geborgen werden. Darunter befanden sich auch 3 der insgesamt 28 deutschen Opfer. Alle anderen bleiben verschollen; ihre Hinterbliebenen können keinen Abschied nehmen. Die brasilianische Luftwaffe und die Marine hatten am Freitag mitgeteilt, dass die Suche nach Opfern beendet sei.

Zuvor schon hatten die Franzosen die Suchflüge von Dakar aus eingestellt, und die Entscheidung der Brasilianer kam nicht überraschend. "Weil es unmöglich geworden ist, noch Leichen oder Trümmerteile im Suchgebiet zu finden, ist die Aktion eingestellt worden", zitierte die Zeitung "Folha" den Sprecher der Luftwaffe, Oberstleutnant Henry Munhoz.

Suche nach Air France-Opfern abgebrochen

Neben den sterblichen Überresten der Menschen an Bord hatten die brasilianischen Suchflugzeuge und Marineschiffe auch mehr als 600 Trümmerteile sowie persönliche Gegenstände der Opfer aus dem Meer gefischt. Seit dem 17. Juni sei jedoch kein Opfer mehr gefunden worden, betonte Munhoz. Die ersten Fundstücke verteilten sich auf 50 Kilometern Länge. Seitdem waren die Trümmerteile teilweise hunderte Kilometer nach Norden gedriftet.

Die Flugschreiber - ein Flugdatenschreiber und ein Gerät zur Aufzeichnung der Geräusche in der Pilotenkanzel - der am Pfingstmontag abgestürzten Maschine konnten bisher jedoch nicht gefunden werden. Sie liegen wahrscheinlich in 1000 bis 4600 Metern Tiefe in einem Unterwassergebirge. Ihre Signalgeber hatten Energie für mindestens vier Wochen. Die Ermittler hoffen, dass sie noch eine weitere Woche senden können, bevor sie endgültig verstummen.

Sollten die Flugschreiber nicht geborgen werden können, müsste die Unfallursache anhand der Analyse der geborgenen Leichen und Wrackteile sowie der vom Flugzeug gesendeten Wartungsdaten geklärt werden. Dazu kommt die Auswertung von Satellitendaten. Eine Aufklärung des Absturzes ist damit nach Angaben des französischen Amtes für Unfallanalyse (BEA) durchaus möglich, aber weniger wahrscheinlich. Für Donnerstag (2. Juli) haben die französischen Flugunfallermittler ihren ersten Zwischenbericht zum Absturz angekündigt. Sie warnten jedoch vor zu großen Erwartungen. Es werde sich um einen reinen Faktenbericht handeln, und die Untersuchungen könnten sich noch lange hinziehen.

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