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Airbus-Absturz über dem Atlantik

04.06.2009

Suche nach Wrackteilen läuft auf Hochtouren

Aufklärungsflugzeuge haben anscheinend bereits die ersten Wrackteile des verunglückten Airbus entdeckt. Jetzt machen sich brasilianische und französische Schiffe auf die weitere Suche.

Die Suche nach den Wrackteilen des verunglückten Airbus 447 läuft fieberhaft. Meeresforscher greifen dabei zu modernster Technik.

Fernando de Noronha (AZ) - Die Absturzstelle scheint nun lokalisiert, doch drei Tage nach dem Absturz der Air-France-Maschine über dem Atlantik läuft die Suche nach Wrackteilen noch immer auf Hochtouren.

Mehrere Schiffe der brasilianischen Marine waren in dem rund 1000 Kilometer von der Küste Brasiliens entfernten Seegebiet unterwegs.

Die brasilianische Marine war am Mittwoch mit zwei Kriegsschiffen, einem Patrouillenboot und einer Korvette in dem Seegebiet im Einsatz. Bis zum Einbruch der Nacht konnte jedoch noch keines der von Flugzeugen georteten Wrackteile gefunden und geborgen werden, teilten Marinevertreter mit.

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Drei weitere brasilianische Marineschiffe und ein französisches Meeresforschungsschiff, dessen Tauchroboter die Flugschreiber bis zu 6000 Meter tief bergen könnten, sollten in den kommenden Tagen eintreffen.

Bei der Bergung von aufschlussreichen Wrackteilen beziehungsweise der beiden Black Boxes, die die letzten Minuten der Unglücksmaschine aufgezeichnet haben und somit Aufschluss über die tatsächliche Unglücksursache geben dürften, wird auf modernste Spezialtechnik gesetzt.

Das französische Meeresforschungsschiff "Pourqoui pas?" (deutsch: "Warum nicht?") befördert neben dem Tauchroboter "Victor 6000" auch ein acht Meter langes Aufklärungs-U-Boot des Typs "Nautile". Es kann bis zu 6000 Meter tief tauchen und ist mit zwei Greifarmen und mehreren Kameras ausgestattet.

Das U-Boot bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1,7 Knoten (etwa 3,2 Stundenkilometer) und hat einen Aktionsradius von etwa 7,5 Kilometern. Der Sauerstoff, der sich darin für die mindestens acht Mann umfassende Mannschaft befindet, reicht aus, fünf Stunden lang in 6000 Metern Tiefe zu arbeiten. Grundsätzlich gilt, dass U-Boote vom Typ "Nautile" 97 Prozent des Meeresbodens erkunden können.

Im Gegensatz dazu liegt der Vorteil des unbemannten Tauchroboters "Victor 6000", der in etwa die selbe Tiefe wie das U-Boot vordringen kann, darin, dass er wesentlich länger unter Wasser bleiben kann. Auch er ist mit zwei Greifarmen, einem Sonargerät und Kameras ausgestattet.

Aufklärungsflugzeuge hatten im Laufe des Tages weitere und größere Wrackteile der Maschine, entdeckt, die am Montag auf dem Weg von Brasilien nach Paris abgestürzt war und mit der auch 26 Deutsche unterwegs waren. Die Trümmer seien im Radius von fünf Quadratkilometern verstreut, sagte ein brasilianischer Armeesprecher. Gesichtet wurde unter anderem ein etwa sieben Quadratmeter großes Metallteil sowie eine 20 Kilometer lange Treibstoffspur.

Trotz der groß angelegten Suche äußerten Experten jedoch wenig Hoffnung, die Flugschreiber des Flugzeugs im tiefen Meer zu bergen. Die französische Luftfahrtbehörde BEA zweifelt daran, dass die beiden Flugschreiber jemals gefunden werden. Sie lägen wahrscheinlich sehr tief auf dem Meeresgrund, der von Unterwasserbergen zerklüftet sei, sagte BEA-Leiter Paul Louis Arslanian. Er sei deshalb "nicht besonders zuversichtlich"; möglicherweise würden die Flugschreiber nie entdeckt werden.

Nach Angaben des Ozeanografischen Dienstes der französischen Marine ist der Atlantik im Absturzbereich bis zu 4700 Meter tief. Aus solchen Tiefen wurde laut BEA noch nie ein Flugschreiber geborgen. BEA-Chef Arslanian sagte, bislang deute nichts darauf hin, dass die vier Jahre alte Airbus A330-200 vor dem Start "ein Problem" gehabt habe. Die französische Regierung schließt bislang keine Ursache für den Absturz aus, auch nicht einen Terroranschlag.

Der brasilianische Verteidigungsminister Nelson Jobim bezeichnete es allerdings als "unwahrscheinlich", dass die Unglücksmaschine durch eine Explosion zum Absturz gebracht worden sei. Darauf deute der kilometerlange Öl- und Treibstofffilm auf dem Wasser hin.

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