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Südkorea
25.04.2014

Gesunkene Fähre: Taucher finden 48 Leichen in Schlafsaal

In der vor Südkorea gesunkenen Fähre haben Taucher weitere Opfer geborgen. Allein 48 Leichen fanden sie in einem Schlafsaal.
Foto: Yonhap, dpa

In der vor Südkorea gesunkenen Fähre haben Taucher weitere Opfer geborgen. Allein 48 Leichen fanden sie in einem Schlafsaal.

Im Wettlauf mit einem herannahenden Sturm  haben Taucher am Freitag weiter Leichen aus der vor Südkorea  verunglückten Fähre geborgen. Die Zahl der bestätigten Opfer stieg  auf 183, doch wurden noch 119 Passagiere vermisst. Allein einem  Schlafsaal fanden Taucher in den vergangenen Tagen 48 tote Schüler,  wie der Einsatzleiter sagte. Er habe "keine Ahnung" wie lange der  Bergungseinsatz noch dauern werde, räumte er ein.

Die Küstenwache geht davon aus, dass schlechtes Wetter die  Bergungsarbeiten am Wochenende weiter erschwert. Ab Samstag werde  mit "deutlich schlechterem" Wetter und stärkeren Strömungen  gerechnet, sagte ein Sprecher. Die Fähre "Sewol" war am Mittwoch  vergangener Woche auf dem Weg zur Insel Jeju mit 476 Menschen an  Bord gekentert und später gesunken. 174 Insassen wurden gerettet,  darunter der Kapitän und zwei Drittel seiner Besatzung.

Trotz guten Wetters und nur schwacher Strömung konnten die Taucher  im Schnitt bisher nur 30 Leichen pro Tag aus dem Wrack ziehen. Der  Marineoffizier Kim Jin Hwang, der den Einsatz zur Bergung der  Leichen leitete, verteidigte am Freitag seine Mitarbeiter gegen  Kritik von Angehörigen. Die Bergung der Leichen aus dem Wrack sei  viel schwieriger, als sie zu finden, sagte Kim.

Die Taucher könnten kaum länger als zehn Minuten am Stück im Wrack  bleiben, viele Zugänge seien durch Trümmer versperrt. Nur ein  Drittel der Räume sei bisher durchsucht worden, sagte der Offizier.  In einem Schlafsaal hätten sie die Leichen von 48 Schülern mit  Rettungswesten gefunden. "Es ist sehr aufreibend", sagte Kim. Die  Taucher seien sich der Kritik sehr wohl bewusst.

Der Ärger der Angehörigen der weiterhin vermissten Opfer brach sich  am Donnerstagabend auch gewaltsam Bahn, als wütende Eltern in das  Büro des Vizekommandeurs der Küstenwache, Choi Sang Hwan, auf der  Insel Jindo eindrangen und ihn zum Hafen zerrten. Choi wurde  gezwungen, zusammen mit dem Kommandeur der Küstenwache und dem  Fischereiminister den Großteil der Nacht am Hafen auf dem Boden zu  sitzen, während die Angehörigen ihnen Vorwürfe machten.

Die Angehörigen warfen ihnen vor, sie über die Rettungs- und  Bergungsbemühungen von Anfang an belogen zu haben. Viele Eltern  glauben, dass ihre Kinder zunächst in Lufteinschlüssen überlebt  haben und noch am Leben sein könnten, hätten die Bergungsarbeiten  nicht so lange gedauert. Bis die Taucher zu den ersten Leichen  vordrangen, vergingen vier Tage.

US-Präsident Barack Obama sprach am Freitag Südkorea sein Mitgefühl  aus und bot Hilfe an. Die Südkoreaner hätten einen "unglaublichen  Verlust" erlitten, sagte Obama vor einem Treffen mit Präsidentin  Park Geun Hye. Schweigend gedachten beide Staatsoberhäupter  anschließend der Opfer. Als Zeichen der Solidarität überreichte  Obama Park die US-Flagge, die am 16. April, dem Tag der Tragödie,  über dem Weißen Haus wehte. Obama befindet sich derzeit auf einer  Asien-Reise.

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