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TV-Moderator
27.06.2014

Jimmy Savile: Hat er Leichen geschändet und Patienten missbraucht?

Der frühere BBC-Moderator Jimmy Savile soll nicht nur Kinder und Frauen missbraucht haben, sondern sich auch an alten Menschen und Leichen vergangen haben.
Foto: Lindsey Parnaby dpa

Er soll nicht nur hunderte Kinder missbraucht haben. Nun kam heraus, dass sich der britische TV-Moderator Jimmy Savile auch an alten Menschen und Leichen vergangen haben soll.

Ist Jimmy Savile nun auch ein Leichen-Schänder? Der Missbrauchs-Skandal um den früheren BBC-Moderator nimmt neue ungeahnte Dimensionen an. Einem Bericht zufolge soll der "Top of the Pops"-Moderator Savile über Jahrzehnte nicht nur Patienten in staatlichen Krankenhäusern in Großbritannien missbraucht, sondern auch Leichen geschändet haben.

Jimmy Savile gab an, sich an Leichen vergangen zu haben

Wie das britische Gesundheitsministerium am Donnerstag bekannt gab, waren die Opfer von Jimmy Savile zwischen fünf und 75 Jahre alt. Das habe eine Untersuchung ergeben. Augenzeugen berichteten, dass sich der BBC-Moderator sogar damit brüstete, sich in der Leichenhalle eines Krankenhauses in Leeds an Toten vergangen zu haben.

Jimmy Savile kann für seine Taten nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Der für seinen weißen Haarschopf bekannte, exzentrisch auftretende Savile starb 2011 im Alter von 84 Jahren. Savile war in den 1970er und 1980er Jahren einer der beliebtesten TV-Stars in Großbritannien und wurde in den 1990er Jahren zum Ritter geschlagen.

Savile soll über Jahrzehnte hinweg hunderte Kinder missbraucht haben

Erst nach seinem Tod wurde bekannt, dass er über vier Jahrzehnte hinweg hunderte Kinder und Erwachsene missbraucht haben soll. Seine Popularität als Moderator der Chartshow "Top of the Pops" und der Kindersendung "Jim'll Fix It" (Jim wird's richten) nutzte Savile nach Erkenntnissen der Ermittler aus, um seine Opfer auf dem BBC-Gelände sowie in Schulen und Krankenhäusern zu missbrauchen, wo er seine Fans besuchte.

Jimmy Savile: Affäre wurde lange verschwiegen

Die Affäre war von der BBC lange Zeit verschwiegen und erst am 4. Oktober vergangenen Jahres vom Konkurrenzsender ITV in einer Dokumentation ans Licht gebracht worden. Als dies bekannt wurde, musste der damalige BBC-Generaldirektor George Entwistle gehen. Die Affäre erschütterte die BBC bis ins Mark. Die Sendeanstalt bangt um ihren bislang ausgezeichneten Ruf. Es soll untersucht werden, wie eine der bekannteste Fernsehfiguren des Landes so lange unerkannt - oder gar von Kollegen gedeckt - sein Unwesen treiben konnte. "Er hat ein Doppelleben geführt", sagte ein Ermittler.

BBC-Generaldirektor trat nach Missbrauch-Skandal zurück

Ein Jahr nach Saviles Tod hatten erstmals fünf Frauen im Fernsehen von Übergriffen auf sie erzählt und damit eine Welle ähnlicher Berichte von mutmaßlichen Opfern ausgelöst. Im Zuge des Skandals wurden mehrere Prominente festgenommen. BBC-Generaldirektor George Entwistle trat nach Kritik am schlechten Krisenmanagement des Senders im November 2012 zurück.

Nachdem die Polizei 2013 einen Bericht zu dem Fall vorgelegt hatte, ordnete das Gesundheitsministerium noch eine eigene Untersuchung zu Saviles Übergriffen in 28 Krankenhäusern des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS an, darunter die streng gesicherte psychiatrische Klinik Broadmoor in Südengland und ein großes Krankenhaus in Leeds, wo Savile als DJ für das Klinikradio arbeitete.

Von Berührungen bis Vergewaltigungen

Die Ermittler wurden dem Bericht zufolge von 60 Betroffenen kontaktiert, die nach eigenen Angaben zwischen 1962 und 2009 von Savile missbraucht wurden. Die sexuellen Übergriffe reichten demnach von Berührungen bis zu Vergewaltigungen. Die Betroffenen waren Kinder und Rentner, Patienten und Krankenschwestern.

Jimmy Savile ein "widerwärtiger Serien-Sextäter"

Der britische Gesundheitsminister Jeremy Hunt entschuldigte sich im Namen der Regierung bei den Opfern. Sie habe sie nicht vor einem Mann geschützt, der einst als "exzentrisches nationales Kulturgut" gegolten, sich letztlich aber als "widerwärtiger Serien-Sextäter" erwiesen habe. "Wir haben sie schwer im Stich gelassen", sagte Hunt im Parlament. afp/dpa/AZ

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