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Tatort
12.10.2015

Viel Lob für Hamburg-Tatort "Verbrannt" - und Kritik an der ARD

Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) betreten die Zelle des Verstorbenen - eine Szene der NDR-«Tatort»-Folge «Verbrannt».
Foto: Alexander Fischerkoesen, dpa

Im "Tatort" verbrennt ein Asylbewerber in einer Polizeizelle. Besonders brisant: "Verbrannt" basiert auf dem realen Fall Oury Jalloh. Und parallel zum Fall lief am Sonntag Fußball.

Am Sonntag zeigte die ARD einen Tatort mit brisanter Thematik: Ein Asylbewerber, an Händen und Füßen fixiert, verbrennt in einer Polizeizelle, Er soll sich selber angezündet haben, mit einem Feuerzeug, das bei der Durchsuchung übersehen worden sein. Tatsächlich steckt ein junger Beamter hinter der Tat.

Stimmiger Blick hinter die Kulissen eines Polizeireviers

Der „Merkur“ lobt „Verbrannt“ als „Wotan Wilke Möhrings stärksten Fall“ und als „ungewöhnliche Folge“. Nur wenige Sätze seien offen rassistisch, Regisseur Thomas Stuber lege viel Wert auf Differenzierung. „Sie zeigen ganz subtil die Überlastung und Überforderung der Beamten, die dazu führt, dass sie abstumpfen und den Menschen im (vermeintlichen) Straftäter nicht mehr sehen. Der permanente innere Kampf zwischen dem eigenen schlechten Gewissen und dem Korpsgeist – wohl selten war der Blick der „Tatort“-Macher hinter die Kulissen eines Polizeireviers so stimmig wie hier. Und als ob dies nicht gereicht hätte, lassen Kolditz und Stuber ihren Film auch noch rund um den Tag der deutschen Einheit spielen – hier Sonntagsreden und Nationalhymne, dort die bittere Realität.“

Nur von Petra Schmidt-Schaller (Kommissarin Katharina Lorenz), die nach dieser Folge den Hamburger Tatort verlässt, hätte sich Merkur-Redakteur Rudolf Ogiermann mehr Emotionen gewünscht.

Tatort „Verbrannt“ basiert auf dem Fall Oury Jalloh von 2005

Besonders brisant am aktuellen Tatort ist es, dass er auf einer realen Geschichte basiert. Der aus Sierra Leone stammende Oury Jalloh verbrannte 2005 in einer Arrestzelle der Polizei, der Fall ist bis heute nicht endgültig aufgeklärt.

Der Spiegel fragt deshalb: „Wie viel Oury Jalloh steckt im aktuellen Fall?“ Die Folge sei kein Doku-Krimi, aber doch in etlichen Passagen angelehnt an den realen Fall. Besonders der Zusammenhalt zwischen den Polizisten, die sich selber decken, erinnert an Oury Jallohs Tod, was im Prozess vom Richter deutlich kritisiert wurde. Rafael Behr, Professor an der Polizeiakademie in Hamburg, entgegnet jedoch gegenüber dem Spiegel: "Jeder Polizist kommt einmal in die Situation, Gründe für Anzeigen zu liefern. Dann gilt das Gesetz: Wir halten zusammen.“

Der entscheidendste Unterschied zum tatsächlichen Fall sei jedoch, dass der Film die Tat innerhalb weniger Tage aufklärt –  die Ursache für Oury Jallohs Tod ist bis heute nicht endgültig geklärt.

Hinter den vermeintlichen Klischees steckt erschreckend viel Realität

Auch die Süddeutsche Zeitung sucht die Parallelen zwischen Realität und Fiktion und titelt: „Die Leute denken wirklich so“. „Verbrannt“ sei ein Film über Abschottung in jeder Form, über Vorurteile, Verleumdung und das Bedürfnis nach mehr Sicherheit. „Da hätte man den Filmemachern vor Monaten noch hinreiben können: so klischeehaft, tatorttypisch hingedengelt. Inzwischen kriegt man ja jeden Tag mit: gibt echt genug, die so denken.“

Viel Lob gibt es von der Süddeutschen außerdem für Alexander Fischerkoesen und seine „grandiose Kamera“.

Rassismus und die Selbstkritik vor dem eigenen Spiegelbild

Die zweite Ebene der Bilder von Fischerkoesen ist Thema in der „Zeit“. Der aktuelle Tatort sei ein „Krimi über kritische Selbstbefragungen“, versteckt in diversen Spiegelbildern. Autor Felix Stephan sieht eine „Geschichte hinter der Geschichte“, erzählt von den Einzelheiten wie Einrichtungsgegenständen, Kleidungsstücken und Kunstwerken an der Wand. Sein Fazit: „Die Geister sind wir selbst“.

Warum läuft „Verbrannt“ parallel zum Länderspiel Deutschland gegen Georgien?

Der einzige große Kritikpunkt an „Verbrannt“ geht nicht an den Film an sich, sondern an seine Platzierung im ARD-Programm parallel zum Länderspiel Deutschland gegen Georgien. Auch Autor Thomas Kolditz sei „sauer“ auf den Sender. „Diesen Fall an einem Abend gegen ein Fußball-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft zu senden, halte ich nicht nur für fahrlässig, sondern fast schon für vorsätzlich.“, sagt er der „Bild“. Die fragt deshalb: „Warum muss so ein brisanter Fall mit Fußball konkurrieren?“ und hakt bei der ARD nach. Ein Sprecher sagt gegenüber der Zeitung: „Die ARD-Fernsehfilmkoordination hat entschieden, das außerhalb der Sommerpause an einem Sonntag prinzipiell keine Tatort‘-Wiederholungen gesendet werden, auch nicht bei einem Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft.“ 

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