1. Startseite
  2. Panorama
  3. Tausende auf der Flucht vor Waldbränden in Kalifornien

Kalifornien

12.10.2019

Tausende auf der Flucht vor Waldbränden in Kalifornien

Ein Mann beobachtet das Feuer bei einer Auffahrt zu einer Autobahn in Sylmar, Los Angeles. Seit Donnerstag wütet ein Feuer, dass sich schnell ausbreitet und Dutzende Häuser zerstört hat.
Bild: Swanson/FRE, dpa

Jedes Jahr aufs Neue toben Feuer im US-Staat Kalifornien. Und wieder müssen Tausende vor einem Flammenmeer fliehen, das ihre Häuser zu verschlingen droht.

 Tausende Menschen sind in Südkalifornien auf der Flucht vor Waldbränden. Die von heftigen Winden angefachten Flammen rund 40 Kilometer nördlich von Los Angeles breiteten sich am Freitag rasch über eine Fläche von 30 Quadratkilometern aus. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, rief am Abend (Ortszeit) den Notstand für die betroffenen Regionen aus. Auf diese Weise können schnell Geld und Hilfsmittel bereitgestellt werden.

Gouverneur von Kalifornien ruft Notstand aus

Nach Behördenangaben kämpften mehr als 1000 Feuerwehrleute gegen das so genannte Saddleridge-Feuer nahe der Ortschaft Sylmar an - und die Helfer machten Fortschritte. 13 Prozent des Feuers konnten demnach bis zum späten Abend eingedämmt worden. 31 Häuser und Gebäude seien beschädigt worden oder völlig abgebrannt. Ein Anwohner in dem Brandgebiet sei an einem Herzinfarkt gestorben, gab die Feuerwehr bekannt.

Die Bewohner von mehr als 20.000 Häusern wurden aufgefordert, die gefährdeten Gebiete rasch zu verlassen. In den Gemeinden am Rand des San-Fernando-Tals waren 100.000 Menschen betroffen. Mehrere Autobahnen und Straßen wurden gesperrt. Die Region war in dichten Rauch gehüllt. Ein Flächenbrand im Raum Sylmar hatte im November 2008 fast 500 Häuser zerstört.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Feuer in Kalifornien wecken Erinnerungen an Katastrophe vor einem Jahr

Vor fast einem Jahr, im November 2018, hatte Kalifornien eine besonders schlimme Brandserie erlebt. Allein in der Ortschaft Paradise im Norden des Westküstenstaates kamen damals 85 Menschen im sogenannten Camp-Feuer ums Leben - es war der Brand mit den meisten Toten in Kalifornien seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch in anderen Gegenden des Staates wüteten damals Brände. TV-Entertainer Thomas Gottschalk und andere Prominente verloren bei einem Feuer in Malibu am Westrand von Los Angeles ihre Häuser.

Auf der Webseite der kalifornischen Brandbehörde waren am späten Freitag insgesamt zehn aktuelle Feuer aufgelistet. Das Saddleridge-Feuer stellte das größte dar gefolgt vom Briceburg-Feuer im Bezirk Mariposa nahe dem weltbekannten Yosemite-Nationalpark. Auch im Bezirk Riverside, rund 130 Kilometer östlich von Los Angeles, wütete ein Buschfeuer. Dutzende Unterkünfte in einer Wohnwagensiedlung brannten dort ab. 

Die US-Wetterbehörde warnte vor hoher Feuergefahr in den kommenden Tagen. Die berüchtigten trocken-heißen Santa-Ana-Winde verschärften die Situation. Hinzu kommen anhaltend sommerliche Temperaturen, Trockenheit und verdorrte Vegetation, die sich leicht entzündet.

Wegen Brandgefahr: 700.000 Haushalte ohne Strom

Wegen der erhöhten Brandgefahr hatte der US-Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) in Nordkalifornien in großem Stil den Strom abgeschaltet. Zeitweise waren mehr als 700.000 Haushalte und Einrichtungen ohne Elektrizität. Nun sollen Leitungen inspiziert werden - als Lehre aus dem verheerenden Feuer in Paradise 2018, das vermutlich defekte Stromleitungen ausgelöst hatten. Starker Wind, hohe Temperaturen sowie vertrocknete Bäume und Büsche trugen dazu bei, dass sich die Flammen extrem schnell ausbreiteten. (dpa)

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren