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Temperaturrekord
25.07.2019

42,6 Grad: So heiß wie gestern war es in Deutschland noch nie

Eine neue Hitzewelle bringt Deutschland in dieser Woche mit rekordverdächtigen Temperaturen zum Schwitzen.
Foto: Patrick Seeger, dpa

Deutschland schwitzt, ein Hitzerekord folgt auf den nächsten: Die Meteorologen melden am Donnerstag immer wieder neue Höchstwerte.

Ein Hitzerekord jagt den nächsten. Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde am Donnerstag die 42-Grad-Marke geknackt: Lingen in Niedersachsen meldete nach vorläufigen Daten den Spitzenwert von 42,6 Grad. Dieser Wert müsse aber noch abschließend überprüft werden, betonte ein Sprecher des Deutschen Wetterdiensts (DWD) am Abend.

Zuvor hatten sich die Rekordmeldungen überschlagen. Nachdem in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch mit 40,5 Grad ein neuer Höchstwert gemessen worden war, registrierte der DWD schon einen Tag später weitere Rekordtemperaturen: Zuerst in Bonn-Roleber 40,7 Grad - bis das dann von Lingen mehrfach übertroffen wurde. Um 17 Uhr zeigte das Thermometer dort 42,6 Grad an. So heiß war es seit dem Jahr 1881 in Deutschland noch nie.

An 25 Messstationen betrugen die Temperaturen am Donnerstag 40 Grad oder mehr, an 15 Stationen wurden Werte gemessen, die den von 2015 bis Mittwoch geltenden deutschen Allzeitrekord von 40,3 Grad im unterfränkischen Kitzingen überschritten.

Bislang hielt Kitzingen in Unterfranken den deutschen Hitzerekord

Jahrelang hatte das unterfränkische Kitzingen den schwitzenden Spitzenplatz mit der bisherigen Höchstmarke von 40,3 Grad gehalten. Dieser bislang historische Spitzenwert war im Sommer 2015 gleich zweimal gemessen worden - und schmolz nun angesichts der aktuellen Hitzewelle dahin.

Doch auch an anderen Orten, an denen es keine Rekordwerte gab, wurde kräftig geschwitzt. Temperaturen unter 30 Grad waren am Donnerstag demnach nur an der Ost- und Nordseeküste oder auf den Bergen oberhalb von 1000 Metern zu finden. Die kommenden Tage bleibt es laut DWD mit teilweise knapp 40 Grad sehr warm, der Höhepunkt der Hitzewelle ist demnach aber wohl überschritten.

Während sich angesichts der hohen Temperaturen viele Menschen zur Abkühlung in Freibäder, Seen und ans Meer stürzten, hat die Hitze auch ernstere Folgen für die Natur - und das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen: Das AKW knapp 60 Kilometer südwestlich von Hannover soll wegen der steigenden Wesertemperatur voraussichtlich am Freitag abgeschaltet werden. Dann werde für das Flusswasser die kritische Temperaturgrenze von 26 Grad erwartet, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums. Das Wasser der Weser wird zur Kühlung des Atommeilers genutzt und anschließend wieder in den Fluss geleitet.

Sportler bekamen die hohen Temperaturen ebenfalls zu spüren. Das erste Testspiel von Fußball-Bundesligist Hertha BSC im Trainingslager in Österreich sollte wegen der Hitze am Donnerstagnachmittag um eine Stunde nach hinten verschoben werden. Fußball-Bundesligist SC Paderborn sagte wegen der Hitze sein Nachmittagstraining gleich ganz ab.

Politiker fordern, auf häufigere Hitzewellen zu reagieren

Die neuen Rekordtemperaturen lösten außerdem eine Diskussion über das Leben mit häufigen Hitzewellen aus. So forderten die Grünen ein "Recht auf Homeoffice" für Büroangestellte und ein "Recht auf Hitzefrei" für Arbeitnehmer mit Freiluftberufen. Die Klimakrise sei eine Gefahr für die menschliche Gesundheit, heißt es in einem "Hitzeaktionsplan" der Partei, über den Spiegel online berichtete. Das Recht auf Arbeit von Zuhause solle demnach für alle Beschäftigten gelten, "sofern dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen". Der Gewerkschaftsbund DGB schlug vor, bei Sommerhitze - wie bei schlechtem Wetter im Winter - einen Ausgleich für Arbeitszwangspausen zu zahlen.

Um die heißen Sommertage in Großstädten erträglicher zu gestalten, könnte außerdem ein Blick in die Trickkiste anderer Länder helfen. So sorgen derzeit ungewöhnlich weiße Bahnschienen für Verwirrung bei Reisenden - das Weiß ist ein Hitzeschutz, das die Schienentemperatur senken soll. In Italien gibt es weiße Schienen schon länger, seit kurzem auch in der Schweiz. Nun wurden im bayerischen Würzburg Straßenbahnschienen weiß getüncht.

Die hohen Temperaturen haben derzeit auch andere Länder Europas im Griff. In Paris wurde ein neuer Hitzerekord gemessen. Mit mehr als 42 Grad war es in der französischen Hauptstadt am Donnerstag so heiß wie nie zuvor seit Beginn der Temperaturaufzeichnung, wie der Wetterdienst France Météo mitteilte. Die Niederlande registrierten erstmals seit 75 Jahren mehr als 40 Grad. Und in Großbritannien gehen die Meteorologen davon aus, dass die Temperaturen am Donnerstag auf über 39 Grad steigen könnten - das wäre ebenfalls ein Rekord.

In vielen südeuropäischen Urlaubsorten ist es dagegen derzeit sogar kühler als in Deutschland: Etwa in Athen betrug die Lufttemperatur um 12 Uhr 30,9 Grad, auf Ibiza 30,0 und in Lissabon gerade einmal 26,5 Grad. (dpa/AZ)

Lesen Sie dazu auch: Hitzerekord in Deutschland: So hoch waren die Temperaturen in der Region

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

26.07.2019

@Raimund Kamm Sie verwechseln wie so viele Wetter und Klima. Aufgrund eines Wetterereignisses kann man nicht auf das lokale Klima und schon gar nicht auf das globale Klima schließen. Diese Desinformationen werden langsam unerträglich. Informieren Sie sich doch mal unabhängig wie auf (edit/mod/unseriöse Quelle)

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26.07.2019

Leider schreiben Sie hier im Schutz der Anonymität Halbwahres und werden unsachlich.

Hier eine anerkannte Definition, was wir unter Klima verstehen:

„Unter "Klima" versteht man dagegen das durchschnittliche Wetter einschließlich seiner Extremwerte über einen längeren Zeitraum an einem bestimmten Ort. "Klima" ist also nirgendwo direkt messbar, sondern eine Statistik aus vielen Messungen. Das Gebiet kann klein oder groß sein, eine Stadt oder ein Kontinent oder der ganze Globus. Der Zeitraum muss groß genug für die Bildung eines statistischen Mittelwertes sein. Als Referenzzeitraum für die Bestimmung des Klimas der Gegenwart werden 30 Jahre zugrundegelegt, z.B. die Jahre 1961-1990. Falls die Klimavariablen, d.h. Temperatur, Niederschlag, Wind, Verdunstung usw., um einen langjährigen Mittelwert schwanken, bleibt das Klima stabil. Wenn sich der Mittelwert und die Variabilität der Extreme erkennbar verändern, liegt eine Klimaänderung vor. Im Gegensatz zum Wetter lassen sich die statistischen Mittelwerte des Klimas theoretisch längerfristig vorhersagen, insbesondere für größere Räume wie Kontinente oder den Globus, z.B. die globale Mitteltemperatur.“
https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Klima_und_Wetter

Also: Wenn sich der Mittelwert und die Variabilität der Extreme erkennbar verändern, liegt eine Klimaänderung vor.

Raimund Kamm

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25.07.2019

40,3 °C wurde als Temperaturrekord im Juli 2015 in Kitzingen gemessen. Nur vier Jahre später wurde jetzt ein neuer Hitzerekord mit 42,6 °C in Lingen gemessen. Über zwei Grad mehr in nur 4 Jahren.

Allerhöchste Zeit ernsthaft Klimaschutz zu machen: Kohlekraftwerke schnell stilllegen und dafür Photovoltaik und Windkraft sowie Netzverbund, Lastmanagement und Speicher konsequent ausbauen, wenigstens 3 % aller Häuser jedes Jahr energetisch sanieren, so dass sie fast ohne Öl und Gas auskommen, Tempolimit 130 für alle Autos und für Benzin-, Gas- und Dieselautos Tempo 100, Flugbenzin so besteuern, dass je Tonne CO2 180 Euro fällig werden, … Klimavergiften muss wie früher Brunnenvergiften bestraft werden.

Wer diese Maßnahmen ablehnt, möge Alternativen nennen, mit denen wir die Freisetzung der klimaschädlichen Treibhausgase schnell und radikal genug verringern können.

Raimund Kamm

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26.07.2019

>> Klimavergiften muss wie früher Brunnenvergiften bestraft werden. <<

https://de.wikipedia.org/wiki/Brunnenvergiftung

>> Als Brunnenvergiftung bezeichnet man die absichtliche Verunreinigung des lebensnotwendigen Grund- und Trinkwassers mit gesundheitsgefährdenden Schad- und Giftstoffen aller Art. ... (restlicher Text über Link zu lesen/mod). <<

In diesem Kontext ist natürlich die Frage zu stellen, ob die Argumentation mit Wetter richtig ist.

>> Nur vier Jahre später wurde jetzt ein neuer Hitzerekord mit 42,6 °C in Lingen gemessen. Über zwei Grad mehr in nur 4 Jahren. <<

Wenn wir nun europaweit diese Hitze hätten, wäre dies natürlich ein stärkeres Indiz.

https://www.wetteronline.de/wettertrend/athen

https://www.wetteronline.de/wetter/izmir

https://www.wetteronline.de/wetter/catania

https://www.wetteronline.de/wetter/rom

Überall dort ist es aktuell deutlich kühler als in "Lingen". Überall dort liegen wie in völlig normalen sommerlichen Temperaturbereichen. Diese Ausgangslage ist bei der Findung europäischer Lösungen gegen den Klimawandel zu berücksichtigen.


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