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03.03.2009

Tipps: Motorradkauf für Wiedereinsteiger

wiedereinstieg motorrad

Essen/Mainz (AZ) - Wer einmal einen Saisonstart mit eigener Maschine erlebt hat, denkt auch viele Jahre später in den ersten Monaten des Jahres daran - selbst wenn das Thema Motorrad wegen der Familie längst zu den Akten gelegt ist.

Irgendwann kommt der Moment, in dem der Plan gedeiht, es noch einmal zu versuchen. Dann zieht der Mensch als Wiedereinsteiger durch die Schauräume und sucht nach einem geeigneten Motorrad. Wichtig ist in solchen Momenten, nicht den Sinn für die Realität zu verlieren und auf wichtige Details zu achten.

"Gerade nach einer Pause von vielen Jahren ist es falsch, sich zu sagen, dass man ja früher eine 750er hatte und daher nun gleich zur 1000er greifen kann", warnt Michael Lenzen, Sprecher des Bundesverbandes der Motorradfahrer (BVDM) in Mainz. Denn die Technik mag sich zwar weiterentwickelt haben. Der Umgang damit erfordert aber immer noch Können und Erfahrung. "Es muss nicht immer das schnellste oder auch neueste Modell sein", so Lenzen.

Wichtiger sei, sich vorab zu überlegen, was von dem Motorrad erwartet wird und welche Einsätze geplant sind. So ist eine Sportmaschine eine spaßige Angelegenheit für die schnelle Kurvenhatz, ein Allround-Motorrad oder ein Tourer eignet sich aber besser für entspannte längere Fahrten. Die sogenannten Cruiser zeichnen sich durch eine bequeme Sitzposition in Verbindung mit einem eher gemütlichen Gesamtcharakter aus. Enduros und Supermotos wiederum sind leicht und wendig, oft aber auch eher spartanisch in der Ausstattung.

Tipps: Motorradkauf für Wiedereinsteiger

"Man sollte erstmal wieder klein abfangen", sagt Matthias Haasper vom Institut für Zweiradsicherheit (ifZ) in Essen. Denn schon ein routinierter Motorradfahrer braucht nach der Winterpause eine gewisse Zeit, um wieder "reinzukommen". Dass nach mehrjähriger Pause ein längerer Anlauf notwendig ist, dürfte sich von selbst verstehen. Mehr Sicherheit ist auch dadurch gegeben, dass nicht gleich dreistellige PS-Zahlen gebändigt werden müssen. "Ein vernünftiger Wiedereinsteiger wird es bei Leistungen zwischen 60 und 80 PS belassen", sagt Ruprecht Müller vom ADAC-Technikzentrums in Landsberg.

Außerdem sollten die körperlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. So gelten gerade die Enduros - eine Mischung aus Straßen- und Geländemotorrad - als besonders leicht zu fahren, sie haben aber auch einen Nachteil: Fast allen Fahrzeugen dieser Klasse gemein ist die recht hohe Sitzposition. "Das kann für eine Person mit 1,80 Meter Körpergröße in Ordnung sein, stellt für einen Menschen mit 1,60 Meter aber ein Problem dar", so Ruprecht Müller.

Denn das Motorrad muss passen. Unter anderem muss der Fahrer oder die Fahrerin laut Müller den Boden bequem mit den Füßen berühren können. Die Fußballen beider Füße sollten die Fahrbahn erreichen. Deshalb ist ein Probesitzen meist unumgänglich. "Beim Kauf ist grundsätzlich auf die Ergonomie zu achten", so Matthias Haasper.

Ein Stück Technik sollte aber nicht vergessen werden: Mittlerweile ist ABS bei den meisten Herstellern verfügbar. Und wer sich noch an Stürze nach missglückten Bremsmanövern erinnert, hat damit die Chance, diese Erlebnisse nicht noch einmal durchmachen zu müssen.

Während Wiedereinsteiger mit ihrem alten Führerschein meist das Motorrad ihrer Wahl steuern können, gelten für Neueinsteiger andere Regeln: Mit dem Führerschein der Klasse A darf ab einem Alter von 18 Jahren ein Zweirad mit bis zu 25 KW/34 PS gefahren werden. Nach zwei Jahren fällt die Leistungsbeschränkung weg - der Direkteinstieg in die unbegrenzte Fahrerlaubnis der Klasse A ist ab 25 Jahren möglich.

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