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  3. Todesstrafe: Todeskandidat in Florida mit nicht erprobtem Medikament hingerichtet

Todesstrafe
25.08.2017

Todeskandidat in Florida mit nicht erprobtem Medikament hingerichtet

Er hatte sich lange juristisch gewehrt - vergeblich: In Florida ist Todeskandidat Mark Asay mit einem nicht bei Exekutionen erprobten Narkosemittel hingerichtet worden.

In Florida ist erstmals ein Todeskandidat mit einem bislang nicht bei Exekutionen erprobten Narkosemittel hingerichtet worden. Mark Asay wurde am Donnerstagabend (Ortszeit) hingerichtet, wie die Strafvollzugsbehörden mitteilten.

Asay war 1988 wegen der Ermordung zweier Männer zum Tode verurteilt worden. Er ist der erste Weiße seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in Florida 1976, der wegen Mordes an einem Schwarzen exekutiert wurde.

Bei der Hinrichtung wurde das Narkosemittel Etomidate verwendet, das bislang noch nie bei Hinrichtungen einsetzt wurde. Der Todeskandidat war vergeblich vor Gericht gegen die Nutzung des Mittels vorgegangen. Seine Anwältin hatte den Behörden vorgeworfen, den 53-Jährigen als "Versuchskaninchen" zu missbrauchen.

In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. Das derzeit für die Giftcocktails genutzte Betäubungsmittel Midazolam steht in der Kritik, weil es offenbar nicht stark genug ist, um Schmerzen der Todeskandidaten zu vermeiden.

Hinrichtung in Florida mit nicht erprobtem Medikament

Im April 2014 hatte der qualvolle Tod eines verurteilten Mörders bei einer Hinrichtung im Bundesstaat Oklahoma weltweit für Entsetzen gesorgt: Der Todeskampf von Clayton Lockett hatte nach einer Giftinjektion mit Midazolam 43 Minuten gedauert. Dabei wand er sich vor Schmerzen.

Florida griff deshalb nun auf Etomidate als Ersatz zurück. Das Pharmaunternehmen Janssen kritisierte die Verwendung seines Medikaments. Ziel der Firma sei es "Leben zu retten und zu verbessern", sagte ein Sprecher der "Washington Post". Das Unternehmen heiße die Verwendung seines Mittel für die Todesspritze nicht gut.

Die Menschen wollen «ein schnelles Ende» der Putschisten, glaubt der Präsident.
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In 56 Ländern gibt es noch die Todesstrafe
Foto: Sedat Suna, dpa

Der Chirurg und Todesstrafen-Gegner Jonathan Groner warnte, die intravenöse Verabreichung von Etomidate sei schwierig. Bei beschädigten Venen könne die Verwendung des Mittels äußerst schmerzhaft sein. Gerade Todeskandidaten hätten jedoch häufig beschädigte Venen - wegen ihres Alters oder weil sie eine Vergangenheit als Drogenkonsumenten hätten. afp

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