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Hunderte kommen zu Mahnwache

07.09.2019

Trauer nach Unfall mit vier Toten in Berlin - Kritik an SUV

Mehrere hundert Menschen nehmen an einer Mahnwache an der Stelle teil, an der vier Menschen bei einem Verkehrsunfall gestorben waren. Foto: Paul Zinken
6 Bilder
Mehrere hundert Menschen nehmen an einer Mahnwache an der Stelle teil, an der vier Menschen bei einem Verkehrsunfall gestorben waren.
Bild: Paul Zinken (dpa)

Am Tag danach bestimmt Trauer und Fassungslosigkeit das Bild an der Berliner Kreuzung, an der vier Menschen ums Leben kamen. Wie konnte das passieren? Noch ist die Ursache nicht sicher.

Nach dem Unfall mit vier toten Fußgängern in Berlin haben am Samstagabend mehrere hundert Menschen mit einer Mahnwache der Opfer gedacht. Vier Minuten schwiegen sie am Unfallort - je eine Minute für jedes Todesopfer.

Den ganzen Tag über hatten Anwohner Blumen und Kuscheltiere auf dem Gehweg abgelegt und Kerzen aufgestellt.

Ein Geländewagen war am Freitagabend von der Straße abgekommen. Nach Anwohnerangaben überholte er mit hoher Geschwindigkeit auf der Gegenfahrspur und geriet auf den Gehweg. Der Wagen knickte einen Ampelmast und mehrere Poller um, durchbrach einen Bauzaun und kam erst auf einem Baugrundstück zum stehen.

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Der genaue Hergang wird noch ermittelt, die Ursache war nach Polizeiangaben auch am Samstagabend noch unklar. Die Ermittler prüften unter anderem Hinweise auf gesundheitliche Probleme beim Fahrer.

Das SUV (Sports Utility Vehicle), hatte einen drei Jahre alten Jungen, eine 64-Jährige Frau - nach unbestätigten Informationen die Großmutter des Kleinkinds - sowie zwei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren tödlich verletzt. Die Mutter des Kleinkinds, die ein weiteres Kind dabei hatte, überlebte nach Feuerwehrangaben.

Laut Polizei erlitten eine 38-Jährige und ihr neunjähriger Junge einen Schock. Der 42 Jahre alte Fahrer des Wagens erlitt Kopfverletzungen und liegt im Krankenhaus. Um die Unfallursache zu erklären, wurde ihm auch Blut entnommen. Im Auto saßen auch ein sechs Jahre altes Mädchen und eine 67 Jahre alte Frau. Sie erlitten einen Schock. Zu möglichen Verwandtschaftsverhältnissen machte die Polizei aus Pietätsgründen keine Angaben.

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel, kritisierte schwere Pkw-Modelle. "Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt. Es sind Klimakiller, auch ohne Unfall bedrohlich, jeder Fahrfehler wird zur Lebensgefahr für Unschuldige."

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach von einem schrecklichen Unfall. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden." Ähnlich äußerte sich von Dassel.

"In der Regel sind es Autos, die töten im Verkehr", sagte Heiner von Marschall, der Vorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland Nordost. Er hatte mit den Vereinen FUSS und Changing Cities zu der Mahnwache aufgerufen. Die Initiatoren forderten Tempo 30 in der ganzen Stadt, eine autofreie Innenstadt und eine Ombudsperson für Verkehrsunfallopfer. Auf Transparenten verlangten Teilnehmer "Motorisierte Gewalt stoppen" und kritisierten "motorisierte Mordwerkzeuge".

Bis in die Nacht zum Samstag waren Experten der Verkehrspolizei vor Ort gewesen, um Spuren des Unfalls zu sichern. Sie sollten dann gegebenenfalls auch in einem 3D-Modell zusammengeführt werden. So wolle man die Fahrt des Autos rekonstruieren und klären, ob es sich möglicherweise überschlagen habe.

Zunächst habe die Frage im Raum gestanden, ob es sich um eine vorsätzliche Tat gehandelt habe könnte. Es deute jedoch alles auf einen Verkehrsunfall hin, sagte der Polizeisprecher.

Die nah an der Unfallstelle gelegene Kirche St. Elisabeth sollte am Sonntag tagsüber zum stillen Gedenken geöffnet sein. Ein für Sonntag geplantes Konzert sowie der Tag der offenen Tür des Mädchenchors der Sing-Akademie zu Berlin wurden dafür verschoben, wie die Kirche mitteilte. (dpa)

Tweet der Polizei

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08.09.2019

Bitte die Fakten aus den Crashtests beachten!

Porsche Macan: Fußgängerschutz 22,0 von max. 36 Punkten = 60 %

https://www.adac.de/infotestrat/tests/crash-test/detail.aspx?IDtest=476


Smart aktuelles Modell: Fußgängerschutz 20,0 von max. 36 Punkten = 56 %

https://www.adac.de/infotestrat/tests/crash-test/detail.aspx?IDtest=474


Dacia Logan: Fußgängerschutz 20,0 von max. 36 Punkten = 55 %

https://www.adac.de/infotestrat/tests/crash-test/detail.aspx?IDtest=481

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08.09.2019

@Peter P.

Das eine mal geht es um Chancen des Überlebens in einem kleinen Auto. Da spielt das hohe Gewicht der SUVs eine Rolle. Für die Fußgänger ist das Gewicht nicht entscheidend.

Steht doch ganz deutlich da. Man muss es nur richtig lesen (wollen). ;-)

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08.09.2019

>> Das eine mal geht es um Chancen des Überlebens in einem kleinen Auto. Da spielt das hohe Gewicht der SUVs eine Rolle. <<

Wollen die Grünen ein Moratorium, das die Zulassung von Autos über 1.500 Kilo verbietet? Dann müssen wir diese neuen schrecklich schweren Elektropanzer verbieten!

Effiziente Benzin und Dieselmotoren ermöglichen gute Autos mit unter 1.500 Kilo Gewicht!

z.B. einen Astra Sports Tourer mit unter 1.400 Kilo Leergewicht - leichter als ein Elektrowinzling wie der Renault Zoe.

https://www.mobile.de/auto/opel/astra/2015/kombi/modell/daten-fakten

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08.09.2019

Wie krank sind langsam die Deutschen? Da werd ich doch lieber von einem Mercedes E-Klasse T-Modell überfahren, das ist gottseidank kein SUV..........ohmeinGott!!

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08.09.2019

(edit/mod/bitte bleiben Sie sachlich)

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08.09.2019

Es gibt inzwischen bei Berliner Zeitungen auch ein Video einer Dashcam vom Geschehen bis kurz vor dem Auftreffen auf die Opfer.

Das sehr schnell fahrende Fahrzeug fährt stabil ohne Schleudern, aber die Bremslichter waren an ohne dass man eine entsprechende Bremswirkung wahrnehmen kann.

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08.09.2019

Ergänzung:

>>Für Fußgänger sei die Gefahr, beim Zusammenstoß mit einem SUV getötet zu werden, 50 Prozent höher als beim Zusammenstoß mit einem konventionellen Pkw. Hauptursache hier: der höhere Kühlergrill, der angefahrene Fußgänger nicht an den Beinen, sondern am empfindlicheren Oberkörper treffe. Besonders gefährdet seien Kinder, für die sich der Kühlergrill oft genau auf Kopfhöhe befinde.<<

>>Das Risiko, bei einem Unfall mit einem SUV schwer verletzt oder getötet zu werden, sei für die Fahrer kleinerer Autos viermal so hoch wie für die Fahrer von SUVs oder Geländewagen. Hauptursache: das höhere Fahrzeuggewicht der SUVs, das kleinere Autos geradezu zermalme.<<

https://app.handelsblatt.com/unternehmen/auto-von-morgen/klimaziele-der-suv-wahnsinn-warum-die-autoindustrie-sehend-in-eine-falle-tappt/24976708.html?ticket=ST-13874937-ybYhfHUJKsylXd1igIXO-ap4

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08.09.2019

Unten sagen Sie uns noch, dass das Gewicht keine große Relevanz hätte.

Und hier ist das höhere Fahrzeuggewicht verantwortlich, das kleinere Fahrzeuge "zermalme".

Ja was stimmt den nun?

Ja die Grünen versuchen geradezu panisch das Fahrzeuggewicht aus der Diskussion zu nehmen, weil das sehr schnell auf die sehr schweren Akku-Fahrzeuge zurückfallen würde.

Der Artikel im Handelsblatt ist inzwischen ein bekanntes Beispiel für journalistische Meinungsmache abseits der Fakten.

Deutlich wird das hier:

>> Das Paradoxe: All diesen Nachteilen stehen keine objektiven Vorteile der SUVs gegenüber – außer einem subjektiv besseren Sicherheitsgefühl der Insassen durch die höhere Sitzposition und die gute Rundumsicht. Doch beide Vorteile boten vor den SUVs auch schon Minivans wie der Opel Meriva – ein Fahrzeugsegment, das mittlerweile vom Aussterben bedroht ist. <<

Die höher und vorne steiler gebauten Minivans hatten wie der Smart diese Kritik nie zu fürchten. Ein Opel Zafira Tourer mit Erdgasantrieb wiegt auch etwa das, was der verunfallte Porsche Macan wiegt.

Richtig ist natürlich wie in ihrem unten verlinkten ADAC Artikel, dass die höhere Sitzposition sehr wohl einen Sicherheitsvorteil darstellt; gerade im Stadtverkehr mit vielen Unfällen mit Seitenaufprall.

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08.09.2019

Erschreckend, wie dieser Unfall politisch instrumentalisiert wird.

>> Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel, kritisierte schwere Pkw-Modelle. "Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt. Es sind Klimakiller, auch ohne Unfall bedrohlich, jeder Fahrfehler wird zur Lebensgefahr für Unschuldige." <<

Fakten zählen nicht; dieser "Panzer" ein Porsche Macan wiegt weniger als ein Tesla Modell S, mit dem uns die bayerische Spitzenkandidatin der Grünen die grüne Zukunft für Besserverdienende gezeigt hat.

Bei der deutschen Umwelthilfe wird dann auch aus einem Porsche Macan mal schnell ein größerer Cheyenne, um ein Verkaufsverbot für SUV zu begründen.

https://www.t-online.de/auto/recht-und-verkehr/id_86407014/deutsche-umwelthilfe-fordert-suv-verkaufsstopp-wegen-verkehrsunfall-in-berlin-umwelt-co-.html

Aktuell hat die DUH die Typenangabe auf ihrem Twitter-Auftritt wieder gelöscht.

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08.09.2019

Es geht gar nicht in erster Linie ums Gewicht. Es geht um die Form des Vorbaus - der panzerartigen hohen.

>>Trotz dieser Verbesserungen bleiben SUVs allein aufgrund ihrer Größe und Geometrie problematisch beim Fußgängerschutz. Passanten prallen bei Unfällen immer noch gegen harte Strukturen wie die Haubenvorderkante oder das Motorhaubenschloss. Besonders kleinere Personen können dabei schwer verletzt werden. Und auch der Aufprall auf der Straße wird von der Fahrzeugform beeinflusst. Weil sie beim Zusammenstoß heftiger weggestoßen werden, stürzen Fußgänger, die von einem SUV angefahren werden, häufig deutlich ungünstiger auf den Boden, als wenn sie von einem anderen Fahrzeug getroffen werden. <<

https://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/fussgaengerschutz_suv.aspx

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08.09.2019

Und werden als nächstes VW-Busse verboten?

Vielleicht auch die alten T3 und T4, die das geneigt linksgrüne Publikum so gerne benutzen?

https://www.spiegel.de/auto/aktuell/volkswagen-vw-t6-1-im-test-das-suv-das-auch-oekos-lieben-a-1283433.html

Oder wie war das beim Smart, der ökologischen Knutschkugel für das urbane Volk und sein merkwürdiges Demonstrationsverhalten?

https://www.heise.de/autos/artikel/Smart-Fortwo-Durchwachsene-Ergebnisse-beim-EuroNCAP-Crashtest-421832.html

>> Allerdings wurden die Motorhaube und jene Teile der Frontpartie, auf die Fußgänger mit ihren Köpfen aufschlagen könnten, überwiegend schlecht beurteilt. Das Ergebnis von nur zwei Sternen in diesem Bereich ist durchaus erstaunlich, weil Smart die Front beim neuen fortwo mit Hinweis auf einen verbesserten Fußgängerschutz verlängert hatte. <<

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