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Trauer um Soullegende
28.06.2014

Amerikanischer Soul-Sänger Bobby Womack gestorben

Bis zum Schluss stand die Soullegende auf der Bühne: Bobby Womack ist mit 70 gestorben.
Foto: David Maxwell dpa

Er war einer der einflussreichsten Musiker des Souls, der auch andere Genres prägte: Die Soullegende Bobby Womack ist im Alter von 70 Jahren gestorben.

Vor nicht einmal vier Monaten feierte die Soullegende Bobby Womack seinen 70. Geburstag. Am Freitag bestätigte seine Agentin den Tod des Sängers, Komponisten und Produzenten. Details, etwa zur Todesursache, wollte sie vorerst nicht nennen. Seit Jahren litt der Amerikaner an Alzheimer. Womack war einer der einflussreichsten Musiker des Souls und prägte ebenso andere Musikzweige.

Bobby Womack: Schon seit der Kindheit dem Soul verschrieben

Der Vater von Robert Dwayne Womack war Musiker und er führte seine fünf Söhne in Cleveland, Ohio, schon früh an die Musik heran. Schon als Teenager nahmen sie als Womack Brothers Platten auf, vermittelt von Sam Cooke ("Twisting the Night Away", "Wonderful World"). Der benannte die Brüder in The Valentinos um, einer ihrer ersten Songs war 1964 "It's All Over Now", ein Song über eine unglückliche Liebe. Platz 94 in den Charts. Kein Hit, aber immerhin.

Das änderte sich, als in London zwei junge Nachwuchsmusiker namens Keith Richards und Mick Jagger den Titel hörten. Sie kauften den Brüdern den Song ab - und landeten die erste Nummer-Eins-Single der Rolling Stones in Großbritannien und ihren Durchbruch in Europa. Heute gehört der Hit zu den Hymnen des Rock. Bobby Womack bringen nur Kenner damit in Verbindung. Er war wütend über den Erfolg der anderen mit seinem Song. Bis zum ersten Scheck: Von den Tantiemen konnte der 20-Jährige eine Weile leben.

Erfolg in allen Genres: Musiker Bobby Womack gestorben

Bald war auch der Name Womack in den Schlagzeilen - wegen eines Skandals. Sam Cooke wurde, halbnackt, von einer Motelmanagerin erschossen und Bobby heiratete schnell dessen Witwe. Ja, schlimmer noch, später nahm Bruder Cecil auch noch Cookes blutjunge Tochter Linda zur Frau. Aus heutiger Sicht ist das höchstens verworren, damals war es höchst anrüchig. Cecil und Linda machten als Womack & Womack Karriere mit seichtem Pop. Später ging er nach Südafrika, benannte sich in Zekuuba Zekkariyas um. Im Februar vergangenen Jahres starb er, nur 65 Jahre alt.

Nach Cookes Tod zerbrachen die Valentinos, aber Bobby machte weiter Musik - an allen Fronten. Als Sänger hatte er Hits wie "Lookin' For a Love", "That's The Way I Feel About Cha" und "Woman's Gotta Have It". Als Musiker arbeitete er mit Legenden wie Janis Joplin und Aretha Franklin zusammen. Und als Komponist schrieb er Filmmusik, etwa 1972 für "Across 110th Street". Als Quentin Tarantino 25 Jahre später den Song als Titelmelodie für "Jackie Brown" nutzte, trat das noch einmal eine Soul-Welle los.

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Da war die große Zeit des Bobby Womack längst vorbei. Drogen und Krankheiten hatten aus dem Mann ein Wrack gemacht, das letzte Studioalbum war 1994 erschienen. Bis es vor zwei Jahren mit "The Bravest Man In The Universe" zu einem erstaunlichen Comeback kam. Vor eineinhalb Jahren bekannte Womack, dass er immer öfter Texte und Namen vergesse. Alzheimer. Dennoch trat er bis zum Schluss auf, Konzerte waren noch für die nächsten Monate in Planung. Sein größter Hit, sein Vermächtnis bleibt: "It's All Over Now", "Jetzt ist alles vorbei". dpa/AZ

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