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USA

20.05.2019

US-Milliardär zahlt Kredite für Hunderte Studenten ab

Robert F. Smith, Unternehmer aus den USA, verkündet die Übernahme von Studentenkrediten. Der US-Milliardär will die Studienkredite von knapp 400 schwarzen Hochschulabsolventen abbezahlen.
Bild: Steve Schaefer

Ein 56-jähriger Unternehmer will die Schulden des gesamten Abschlussjahrgangs eines Colleges in Atlanta tilgen.

Ein US-Milliardär hat angekündigt, die Studienkredite von knapp 400 Hochschulabsolventen im Bundesstaat Georgia abzubezahlen. Seine Familie werde ein Stipendium einrichten, um die Schulden des gesamten Abschlussjahrgangs 2019 am Morehouse College zu tilgen, sagte der Unternehmer Robert Smith (56) bei seiner Rede auf der Uni-Abschlussfeier in Atlanta am Sonntag (Ortszeit). "Im Namen der acht Generationen meiner Familie, die in diesem Land gewesen sind: Wir werden ein wenig Benzin in ihren Bus geben." Viele Studenten in den USA beenden die Universität mit hohen Schulden. 

Das 1867 gegründete Morehouse College ist eine Privatuniversität für Männer. Traditionell nimmt es viele Schwarze auf. Zu seinen Ehemaligen gehörte der Bürgerrechtler Martin Luther King, auch der Regisseur und Schauspieler Spike Lee steht auf der Liste. Smith ist der Gründer einer Beteiligungsfirma, die sich auf Investitionen in Softwareunternehmen spezialisiert hat. Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt sein Vermögen auf fünf Milliarden Dollar. Smith hat sich in den USA einen Namen als Philanthrop gemacht. 

Milliardär übernimmt für Studenten einen zweistelligen Millionenbetrag

Uni-Präsident David Thomas sagte dem Sender CNN am Montag, die Gesamtkosten für die 396 Studienabgänger würden noch berechnet, es dürfte sich aber um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln. Nach Angaben der Universität beliefen sich die reinen Studiengebühren am Morehouse College im akademischen Jahr 2017/2018 auf 25.055 Dollar (knapp 22.500 Euro). Mit Unterkunft, Büchern und anderen Kosten wurden insgesamt 48.723 Dollar pro Student fällig. 

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Auf Videos ist zu sehen, wie Zuhörer nach Smiths Ankündigung Beifall spenden, der sich zu Begeisterungsstürmen auswächst. "Den Menschen klappte der Mund auf", sagte Uni-Präsident Thomas laut Washington Post. Studenten hätten sich ungläubig angeschaut. "Eltern sprangen auf, um sich zu umarmen." Thomas sagte CNN: "Wenn man Schulden abbezahlen muss, sind die Wahlmöglichkeiten, was man auf der Welt machen kann, beschränkt." Smiths Geschenk gebe den Studenten "die Freiheit, ihre Träume zu verfolgen". Smith hatte dem College bereits im Januar 1,5 Millionen Dollar gespendet. 

Absolvent Jason Grant (22) sagte nach Angaben der Washington Post, sein Vater sei nach der Ankündigung "fast bewusstlos" geworden. Der 57-jährige Vater, der bei einer Bank beschäftigt sei, habe vorgehabt, noch zehn Jahre zu arbeiten, um die Studienschulden seines Sohnes in Höhe von 45.000 Dollar abzubezahlen. Jetzt werde er womöglich in den Ruhestand gehen. Sein Mit-Absolvent Deionte Jones (22) sagte, die Ankündigung habe ihm das Gefühl "eines Neuanfangs im Leben" gegeben. 

Viele Studenten in den USA müssen sich verschulden

Zahlreiche US-Amerikaner haben nach ihrem Uni-Abschluss mit einem Schuldenberg zu kämpfen. US-Präsident Donald Trump hatte das Problem im März angesprochen und kritisiert, dass verschuldete Studenten keinen fairen Start bekämen. Trump sagte, 43 Millionen der knapp 330 Millionen Amerikaner zahlten Schulden aus ihrem Studium ab, die im Schnitt 35.000 Dollar betrügen. Es gebe aber auch Schuldner, die mehr als 200.000 Dollar zu begleichen hätten. (dpa)

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