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USA
25.03.2018

Hunderttausende demonstrieren für schärfere Waffengesetze

"Marsch für unsere Leben": In den USA gingen am Wochenende über eine Million Menschen auf die Straße und forderten schärfere Waffengesetze.
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"Marsch für unsere Leben": In den USA gingen am Wochenende über eine Million Menschen auf die Straße und forderten schärfere Waffengesetze.
Foto: Alex Brandon, AP/dpa

Mehr als eine Million Menschen haben bei Demonstrationen quer durch die USA am Samstag Verschärfungen im laxen US-Waffenrecht gefordert.

Protestanten gegen Waffengewalt mobilisierten am Samstag die Massen. Über eine Million Menschen kamen bei Demonstrationen quer durch die USA zusammen und forderten Verschärfungen im laxen US-Waffenrecht.

Allein an der zentralen Kundgebung in der Hauptstadt Washington nahmen am Samstag hunderttausende Menschen teil. Junge Redner wie Emma Gonzalez, die das Schulmassaker von Parkland in Florida überlebt hatte, rührten viele Teilnehmer zu Tränen.

Die Demonstrationen liefen unter dem Titel "Marsch für unsere Leben". Ein Großteil der Teilnehmer waren Schüler und Lehrer. Sie prangerten die Bedrohung durch Schusswaffengewalt an den Schulen und den Einfluss der mächtigen Waffenlobby NRA auf die Politik an.

Die Organisatoren des Marschs in Washington gaben die Teilnehmerzahl mit 800.000 an, wie der Sender NBC berichtete. Angeführt wurde der Protest in der Hauptstadt von Schülern der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im Bundesstaat Florida, wo ein ehemaliger Mitschüler am Valentinstag 17 Menschen erschossen hatte.

Parkland-Überlebender kämpft für eine sichere Zukunft

"Wir sind der Wandel", rief der 17-jährige Cameron Kasky, einer der Parkland-Überlebenden. Er kündigte an, dass seine durch die Schusswaffengewalt geprägte Generation mit langem Atem für eine "sichere Zukunft" kämpfen wolle: Der jetzige Marsch sei "nicht der Höhepunkt dieser Bewegung. Er ist der Anfang."

Einen ihrer emotionalsten Momente erreichte die Demonstration im Zentrum der Hauptstadt mit dem Auftritt der Parkland-Schülerin Emma Gonzalez, die zu einem der bekanntesten Gesichter der neuen Graswurzelbewegung geworden ist. Sie verharrte minutenlang schweigend am Mikrofon, während ihr Tränen die Wangen hinunterliefen.

Die Schülerin Emma Gonzalez, Überlebende des Amoklaufs von Parkland und eines der Gesichter des Protestes, weinte bei der Kundgebung.
Foto: Andrew Harnik, dpa

Ihr Schweigen brach Gonzalez dann sechs Minuten und 20 Sekunden nach Beginn ihres Auftritts - genauso lang hatte das Morden an ihrer Schule gedauert. "In wenig mehr als sechs Minuten sind uns 17 unserer Freunde genommen worden (...) und jeder, absolut jeder, wurde für immer verändert", sagte Gonzalez.

Enkelin von Martin Luther King möchte eine Welt ohne Waffen

Bei der Kundgebung in Washington sprach auch die neunjährige Enkelin des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King. Auch sie habe "einen Traum", sagte Yolanda Renee King in Anlehnung an das berühmteste Zitat ihres Großvaters: "Dies sollte eine Welt ohne Waffen sein. Punkt!"

Auch zahlreiche Prominente unterstützten den Protest. Die Reden wechselten sich mit Auftritten unter anderen der Popsängerinnen Miley Cyrus, Ariana Grande, Jennifer Hudson, Demi Lovato und des Rappers Common ab.

Ariana Grande, Sängerin und Schauspielerin aus den USA, sang beim Protest "Marsch für unsere Leben".
Foto: Andrew Harnik, dpa

Viele junge Demonstranten sprachen von ihrem Gefühl der Unsicherheit im Schulalltag. "Wir sind diejenigen, die jeden Tag Angst haben, zur Schule zu gehen", sagte die 17-jährige Lauren Tilley aus Kalifornien. "Es ist wichtig, sich an der Schule nicht zu fürchten. Denn wir sind zum Lernen da und nicht, damit wir um unser Leben kämpfen", sagte auch die 13-jährige Lily Ansell aus Buffalo im Bundesstaat New York.

Florida reagierte auf Massaker mit verschärftem Waffenrecht

Insgesamt fanden in den USA und im Ausland mehr als 800 Demonstrationen statt. In New York gingen laut Bürgermeister Bill de Blasio 175.000 Menschen auf die Straße. Unter ihnen war auch der britische Musiker Paul McCartney. In Los Angeles trat die Schauspielerin Amy Schumer ans Mikrofon.

Die neue Protestbewegung gegen die Schusswaffengewalt war spontan nach dem Schulmassaker in Parkland entstanden und wuchs sich zu einer breiten Bewegung aus. Zu den prominenten Unterstützern zählen auch Justin Bieber, Justin Timberlake, George Clooney, Oprah Winfrey und Steven Spielberg.

Demonstrant hält in Washington ein Schild. Kundgebungen waren auch in anderen US-Städten wie New York und Philadelphia geplant.
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Hunderttausende US-Bürger fordern schärfere Waffengesetze
Foto: Jose Luis Magana, AP/dpa

In Florida wurde unter dem Druck der Bewegung bereits ein verschärftes Waffenrecht in Kraft gesetzt, das unter anderem das Mindestalter für den Waffenerwerb von 18 auf 21 Jahre heraufsetzte. In Washington hat sich hingegen bislang wenig im Waffenrecht bewegt. 

Am Vortag der Demonstrationen legte die Regierung zwar einen Entwurf zum Verbot von sogenannten bump stocks vor; dies sind Aufsatzvorrichtungen, mit denen halbautomatische Waffen zu vollautomatischen aufgerüstet werden. Doch dies ist keine weitreichende Änderung. Sogar die NRA unterstützt ein Verbot der bump stocks. (afp)

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