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Unbedarft kann man Michael Jackson nicht mehr hören!

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Kommentar Von Markus Bär
07.03.2019

Michael Jackson ist wegen Missbrauchs niemals verurteilt worden. Und doch kann man seine Lieder heute nicht mehr unbedarft spielen.

Um es gleich vorab zu sagen: Michael Jackson ist nie des Kindesmissbrauchs überführt, nie verurteilt worden. Und der – egal, ob man nun seine Lieder mag oder nicht – begnadete Musiker ist im juristischen Sinne bis heute unschuldig. Punkt. Außerdem ist er seit zehn Jahren tot. Dennoch umwaberte ihn schon seit den 1980er Jahren der Verdacht, dass er die Jungen, die er immer wieder zu sich auf seine Neverland Ranch einlud, die dort viel Zeit mit ihm in seinen privaten Gemächern verbrachten, verehrte, anfasste, missbrauchte. Jackson gab später über 40 Millionen Dollar aus, um sich mit den betroffenen Familien außergerichtlich zu einigen.

Michael Jackson: Neuer Dokumentarfilm "Leaving Neverland"

Befeuert wird die Missbrauchsdebatte aktuell erneut – durch den US-Dokumentarfilm „Leaving Neverland“, in dem der Choreograf Wade Robson und der Programmierer James Safechuck berichten, was sie früher als Kinder auf der Neverland Ranch erlebten. Dabei werden auch Liebesbriefe Jacksons an sie präsentiert.

Die Neverland-Ranch von Michael Jackson.
Bild: Armando Aroriyo/EPA, dpa

Kann man jetzt noch seine Songs hören? Viele Radiosender haben sich dazu entschlossen, die Lieder trotz der Debatte zu spielen. Dem ebenfalls nicht verurteilten US-Schauspieler Kevin Spacey (er soll sich an junge Männer – nicht aber Kinder – herangemacht haben) ergeht es anders. Er findet quasi nicht mehr statt. Bei „House of Cards“ wurde er aus dem Drehbuch genommen. Sein letzter Film spielte am ersten Wochenende ganze 126 Dollar ein. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Natürlich herrscht Meinungsfreiheit. Darum werden wir hier sicherlich nicht schreiben, dass man Jacksons Lieder nie mehr hören darf. Aber zumindest unbedarft kann man seine Lieder nicht mehr spielen. Denn Jackson war nicht nur der „King of Pop“, sondern er hatte womöglich eine sehr kranke Seite.

Pro: Lesen Sie hier, warum Autorin Stephanie Sartor findet, dass Michael Jacksons Musik ins Radio gehört.

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