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Urlaub im Risikogebiet
11.07.2021

Mallorca reagiert gelassen auf steigende Corona-Zahlen

Touristen halten sich am Strand von Arenal in Palma de Mallorca auf.
Foto: Clara Margais, dpa

Die deutsche Bundesregierung warnt vor Reisen nach Spanien, inklusive Mallorca. Das hat Konsequenzen für Touristen. Was Urlauber jetzt beachten sollten.

Die Flugzeuge auf Mallorcas Airport Son Sant Joan landen und starten im Minutentakt. Mehr als 2000 Flüge wurden an diesem Wochenende abgefertigt. Die meisten Maschinen kommen aus Deutschland, dem wichtigsten Reisemarkt der Mittelmeerinsel. Aber auch die Schweizer und Österreicher fliegen wieder in dieses Mittelmeerparadies. Die Zahl der Flüge ist schon fast wieder so hoch wie im Sommer 2019, als die Corona-Pandemie noch nicht in Sicht war. Aber nun, mitten in der Hochsaison, schieben sich plötzlich doch wieder dunkle Wolken vor Mallorcas Reisehimmel: Die Infektionsrate steigt steil an. Angetrieben durch die hochansteckende Delta-Variante, die inzwischen, so bestätigt die Inselregierung, auf den Balearen vorherrschend ist: 56 Prozent aller neuen Corona-Infektionen werden inzwischen durch Delta verursacht.

7-Tage-Inzidenz steigt auf Balerarischen Inseln Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera weiter

Zuletzt meldeten die Gesundheitsbehörden für die gesamten Balerarischen Inseln Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera eine mittlere 7-Tage-Inzidenz von 169 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Auf Mallorca, der größten Insel, lag die wöchentlich Fallrate bei 140 – Tendenz steigend. Die Zeiten, als Mallorca damit werben konnte, „das sicherste Urlaubsziel am Mittelmeer“ zu sein, scheinen zunächst vorbei zu sein.

Den aktuellen Corona-Zahlen zufolge ist das Ansteckungsrisiko auf den Inseln derzeit um ein Vielfaches größer als in den meisten großen Herkunftsländern der Urlauber. Auch die Mittelmeerländer Frankreich und Italien stehen sehr viel besser da. Nur Großbritannien, zweitwichtigster Tourismusmarkt Mallorcas, meldet noch höhere Infektionszahlen. In Deutschland liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 6.

Touristen am Strand von Arenal nahe Palma de Mallorca.
Foto: Clara Margais, dpa

Wegen dieser bedenklichen Entwicklung erklärte Deutschlands Regierung die Baleareninseln und zugleich ganz Spanien von diesem Sonntag an wieder zum Risikogebiet. Und Berlin gibt hinsichtlich Spanien eine klare Empfehlung: „Von nicht notwendigen, touristischen Reisen wird derzeit abgeraten.“ Damit sind nun also neben Mallorca auch die Kanaren, die Costa Blanca in der Region Valencia oder die Hauptstadt Madrid Risikogebiete. Bisher galten nur einige spanische Regionen als Risikozonen, darunter die Urlaubshochburgen Andalusien (Costa del Sol) und Katalonien (Costa Brava).

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Mehr als 3000 Corona-Patienten in Spanischen Krankenhäusern

Die landesweite wöchentliche Fallhäufigkeit in ganz Spanien stieg nach den Daten der Johns Hopkins Universität auf 218 Fälle pro 100.000 Einwohner – die höchste Ansteckungsquote innerhalb der EU. Zuletzt wurden mehr als 22.000 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet.

Die meisten Infizierten haben keine oder nur leichte Symptome. Aber trotzdem nimmt die Zahl der Menschen, die wegen Komplikationen ins Krankenhaus müssen, langsam wieder zu: Mehr als 3000 Covid-Patienten werden momentan in spanischen Hospitälern behandelt.

Menschen besuchen trotz Corona ein Musikfestival in Barcelona.Ganz Spanien mit Mallorca als liebster Urlaubsinsel der Deutschen ist wieder Corona-Risikogebiet.
Foto: Joan Mateu, dpa

Die deutsche Regierung kann Regionen als Risikogebiete einstufen, in denen die 7-Tage-Inzidenz über 50 liegt. Für Reiserückkehrer ergibt sich daraus eine Anmeldepflicht im digitalen Einreiseportal. Wer mit dieser Anmeldung seinen Impf-, Genesungs- oder Testnachweis übermittelt, muss nicht in häusliche Quarantäne. Für Flugreisende ändert sich damit nicht viel, denn sie müssen grundsätzlich – egal ob sie aus einem Risikogebiet kommen oder nicht – bei Einreise einen entsprechenden Gesundheitsnachweis vorlegen.

Falls Hochinzidenzgebiet: Das sollten Urlauber beachten

Anders sieht die Lage aus, wenn Deutschland eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklärt, wie es erst mit Portugal und von diesem Sonntag an auch mit Zypern geschah. Dies kann zum Beispiel geschehen, wenn die 7-Tage-Inzidenz den Grenzwert von 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern überspringt. Eine Marke, die Spanien an diesem Wochenende bereits überschritten hatte. Die Reisehürden für deutsche Spanienreisende könnten sich also demnächst noch erhöhen: Nichtgeimpfte Rückkehrer aus Hochinzidenzgebieten müssen mindestens fünf Tage in Quarantäne, bevor sie sich freitesten können.

Die Mallorca-Regierung reagiert momentan mit erstaunlicher Gelassenheit auf die Zuspitzung der Lage. Sie versucht, die Urlauber mit einer kostenlose Covid-Versicherung zu locken, die vom 22. Juli an gilt. Diese Covid-Police soll Extrakosten übernehmen, zum Beispiel für einen verpassten Rückflug oder einen unfreiwillig verlängerten Aufenthalt wegen einer Infektion. Mehrere deutsche Touristen sollen sich übrigens derzeit in einem Quarantänehotel in Palma befinden.

Corona-Regeln auf Mallorca werden vorerst nicht verschärft

Die Inselpolitiker wollen jedoch vorerst nicht nennenswert die Corona-Regeln auf Mallorca verschärfen, um nicht den angelaufenen Neustart des Tourismus abzuwürgen. Diese Corona-Welle sei anders als frühere Virusausbrüche, sagt die regionale Regierungschefin Francina Armengol. Angesichts der Impfung von immer mehr Menschen sei die Inzidenz der Neuansteckungen nicht mehr aussagekräftig, da nun sehr viel weniger Personen im Krankenhaus versorgt werden müssten. Die Lage in den Hospitälern sei derzeit nicht kritisch. „Die Impfungen haben alles geändert.“

Portugal, das noch vor Spanien von der neuen Viruswelle erwischt wurde, beschränkt unterdessen wieder die Freiheiten. Touristen müssen von diesem Wochenende an bei der Ankunft in einem portugiesischen Hotel einen Impfnachweis oder ein negatives Testergebnis vorlegen. In 60 Landkreisen mit hoher Inzidenz dürfen die Restaurants am Wochenende nur noch mit Gesundheitszeugnis betreten werden. Zudem gilt in diesen Hochinzidenzkreisen wieder eine nächtliche Ausgangssperre – ein Lockdown, der auch die beliebten Tourismuszentren Lissabon, Porto und Algarve betrifft.

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.07.2021

"Mallorca reagiert gelassen auf steigende Corona-Zahlen"
.
Vielleicht sollte sich die Augsburger Allgemeine mal ein Vorbild an Mallorca nehmen und nicht immer wieder aufgeregt berichten, dass der schlimme Inzidenzwert in Deutschland von 6,2 auf 7,1 gestiegen ist !!! Schlimmdischlimm........................

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