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Verkehr
21.08.2020

Wegen Corona: Die Zahl der Verkehrstoten ist deutlich gesunken

Wegen Corona gab es 2020 bislang weniger Verkehrstote und Verletzte.
Foto: Marcus Merk (Symbolbild)

Lockdown und Homeoffice - das heißt: deutlich leerere Straßen. Die Zahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr sank während der Corona-Pandemie deutlich.

Historischer Tiefstand bei den Unfalltoten im ersten Halbjahr wegen der Corona-Pandemie: Noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung sind weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet oder verletzt worden. Das wegen der Pandemie geringere Verkehrsaufkommen habe sich deutlich auf das Unfallgeschehen im Straßenverkehr ausgewirkt, erklärte das Statistische Bundesamt am Freitag. 

In den ersten sechs Monaten starben demnach 1281 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen. Nach vorläufigen Ergebnissen der Behörde waren das 195 Menschen oder 13,2 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2019. Die Zahl der Verletzten ging um 18,7 Prozent auf knapp 148.100 zurück.

Wegen Corona: Weniger Verkehr heißt weniger Unfälle

Der Lockdown mit Homeoffice oder Kurzarbeit bedeutete: Es waren weniger Berufspendler unterwegs. Gerade in den ersten Monaten der Pandemie waren die Straßen deutlich leerer. "Es gab eine deutlich geringere Verkehrsstärke, und das bedeutete weniger Konflikte", sagte der Forscher Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherungen am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Weniger Verkehr bedeute zudem vor allem in den Städten weniger Stress für die Verkehrsteilnehmer. Auch dies könne eine Rolle spielen.

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Eine Sprecherin des ADAC führte die Ergebnisse der Statistik insbesondere auf die Abnahme des Verkehrs außerhalb der Städte während der Corona-Pandemie zurück. "Denn vor allem außerorts auf Landstraßen ereignen sich in normalen Zeiten die meisten schwere Unfälle mit Verletzten und Toten", sagte Katrin van Randenborgh. "Auf den Land- und Bundesstraßen besteht weiterhin der größte Handlungsbedarf, um die Zahl der Getöteten zu senken." Gleichzeitig spiegelten die Zahlen die Zunahme des Freizeitverkehrs mit dem Motorrad. "Während der Pkw- und LKW-Verkehr gerade in den Monaten seit März stark abgenommen hat, waren gegen den Trend mehr Motorrad-Fahrer unterwegs."

Verkehrstote: Große regionale Unterschiede

Bundesweit starben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Deutschland je eine Million Einwohner durchschnittlich 15 Menschen im Straßenverkehr. Es gab aber nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutliche regionale Unterschiede. Deutlich über dem Durchschnitt lagen Brandenburg mit 27 Verkehrstoten je eine Million Einwohner, Sachsen-Anhalt mit 24 sowie Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils 22.

In den Stadtstaaten Hamburg und Berlin lag der Wert mit vier beziehungsweise acht Verkehrstoten je eine Million Einwohner deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Ebenfalls niedrig war die Zahl in Nordrhein-Westfalen und im Saarland mit jeweils elf Verkehrstoten je eine Million Einwohner. (dpa)

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