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Rebecca News

04.09.2019

Verschwundene Rebecca: Polizei sucht erneut nach der 15-Jährigen

Eine Hundertschaft der Berliner Polizei sucht bei Storkow ein Waldstück ab. Foto: Patrick Pleul
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News zu Rebecca: Eine Hundertschaft der Berliner Polizei suchte bei Storkow ein Waldstück ab.
Bild: Patrick Pleul, dpa (Archiv)

Seit dem 18. Februar wird die 15-jährige Rebecca vermisst. Trotz zahlreicher Hinweise blieb die Suche bislang ohne Erfolg. Nun durchkämmt die Polizei erneut einen Wald.

Seit Mitte Februar fehlt von der 15 Jahre alten Rebecca aus Berlin jede Spur. Zunächst war ein Verdacht auf Rebeccas Schwager gefallen. Er ist laut Polizei weiterhin verdächtig, doch die Ermittler haben noch keine Beweise gegen ihn gefunden. Und die Familie von Rebecca glaubt fest an seine Unschuld.

Am Mittwoch wurde die Suche nach der seit sechseinhalb Monaten verschwundenen Rebecca fortgesetzt. Durchkämmt wird laut Polizei dieselbe Stelle wie am Tag zuvor - ein Waldstück bei dem kleinen Ort Kummersdorf nahe Storkow. "Etwa 60 Einsatzkräfte und auch Hunde sind vor Ort", berichtete ein Sprecher. Weitere Details wollte er nicht nennen. "Das sind alles laufende Ermittlungen." Ob es konkrete Hinweise aus der Ermittlungsarbeit oder einen neuen Anlass für die Wiederaufnahme der Suche gab, blieb offen. Unklar ist auch, ob am Dienstag Spuren gefunden wurden.

News zu Rebecca: Polizei durchkämmt Waldgebiet

Rund 100 Polizisten und Suchhunde durchkämmten am Dienstag ein Waldgebiet bei dem kleinen Ort Kummersdorf nahe Storkow auf der Suche nach Rebecca. Auch Mitglieder der zuständigen Mordkommission waren laut Polizei im Einsatz.

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Zunächst gab es keine Informationen darüber, ob am Dienstag etwas gefunden wurde. Der Wald war Anfang März eine der ersten Stellen, die von der Polizei aufwendig abgesucht wurden.

Die aktuelle Suche wurde auf Initiative der Mordkommission gestartet. Ob es neue Hinweise aus der Bevölkerung auf einen bestimmten Ort gibt oder ob sich aus sonstigen Ermittlungen oder Überwachungen des Verdächtigen Indizien ergeben hätten, wollte die Polizei nicht verraten.

Die Gegend südöstlich von Berlin war schon im Frühjahr im Fokus der Polizei, weil der verdächtige Schwager von Rebecca auf der dort verlaufenden Autobahn A12 Richtung Frankfurt (Oder) am Tag ihres Verschwindens und dem Abend danach unterwegs gewesen sein soll.

Fall Rebecca ist kein Cold Case

Der anfängliche Optimismus der Polizei zur Aufklärung des Falls ist langsam gewichen. Denn trotz aufwendiger Suche konnten die Beamten die Leiche der vermissten Jugendlichen bisher nicht finden. Doch die Suche geht weiter.

Die Ermittler gehen allen Hinweisen zum Verbleib der 15-jährigen Rebecca nach, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Berlin im April gegenüber unserer Redaktion. "Man muss da aber stark differenzieren: Es ist so, dass es mehrere hundert Menschen gibt, die sie gesehen haben wollen." Neue bahnbrechende Hinweise gebe es bislang nicht. Aber: "Der Fall wird definitiv weiterbearbeitet, es ist nach wie vor kein Cold Case."

Auch ein Staatsanwaltschaftssprecher hatte im August betont: "Es ist kein Cold Case, im Gegenteil". Als Cold Case (wörtlich: kalter Fall) werden Fälle bezeichnet, die vorerst zu den Akten gelegt werden.

Rebecca war am 18. Februar aus dem Haus ihrer Schwester in Berlin verschwunden

Rebecca war am 18. Februar 2019 aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin-Britz verschwunden, einem Stadtteil im Bezirk Neukölln. Wegen diverser Indizien geht die Kripo weiterhin davon aus, dass ihr Schwager Rebecca ermordet hat. Er sei am Vormittag ihres Verschwindens allein mit der Schülerin im Haus gewesen, habe laut seinen Handydaten nicht geschlafen, wie er behauptet habe, und könne seine beiden Fahrten an dem Vormittag und am nächsten Tag nach Brandenburg nicht erklären, teilte die Mordkommission mit. Rebeccas Familie beteuert hingegen in Interviews immer wieder die Unschuld des Schwagers.

Die Mitglieder von zwei Mordkommissionen sowie Polizisten aus der Vermisstenstelle waren mit mehr als 2300 Hinweisen nachgegangen. Zwischenzeitlich kümmerten sich im Landeskriminalamt mehr als 30 Leute um den Fall. Auch weitere Experten wurden zur Unterstützung herangezogen: Hundeführer mit Leichenspürhunden aus anderen Bundesländern, sogenannte Mantrailer-Hunde von privaten Vereinen, Taucher, Polizei-Spezialisten mit Booten und Echolot, Männer vom Technischen Hilfswerk mit Bodenradar.

Vermisste Rebecca: Polizei durchsucht Seen und Wälder in Brandenburg

Die Einsatzkräfte hatten bereits im Frühjahr mehrere Wochen lang einen größeren und einen kleineren See im Osten Brandenburgs abgesucht und umliegende Wälder durchkämmt. An der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) führten Polizisten die Suchhunde entlang, an einer Schotterstraße nahmen die Beamten Reifenabdrücke - konkrete Hinweise oder gar eine Leiche tauchten aber nicht auf.

Dabei könnte es die Kriminalpolizei im aktuellen Fall sogar etwas einfacher haben als bei anderen Vermissten. Wenn Mädchen, seltener auch Jungen, auf dem Weg zur Schule oder nach Hause spurlos verschwinden, nicht wieder auftauchen und es auch keine Zeugen gibt, hat die Polizei fast nichts in der Hand. Manche dieser Fälle werden nie aufgeklärt.

Polizei geht davon aus, dass Rebecca das Haus ihres Schwagers nicht lebend verließ

Bei Rebecca geht die Polizei aber davon aus, dass sie das Haus nicht lebend verließ: daher der Verdacht gegen den Schwager. Ohne Leiche ist eine Anklage vor Gericht aber schwierig. Und je länger eine Leiche vergraben im Boden oder auf dem Grund eines Sees liegt, desto weniger Spuren dürften noch zu finden sein.

Offen ist, wann das Verschwinden von Rebecca zu einem sogenannten Cold Case wird, einem ungeklärten Fall. Und wann die Akten erstmal weggestellt werden. Eins steht aber fest: Endgültig geschlossen werden die Akten nicht. Die Polizei geht von einem Mordfall aus - und Mord verjährt nie. (AZ, dpa)

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