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Videospiel
27.08.2019

"Fortnite": Dieses Ballerspiel begeistert ein Massenpublikum

Der 16-jährige US-Amerikaner Kyle Giersdorf mit dem Spielernamen "Bugha" ist der erste Einzelweltmeister im Videospiel Fortnite.
Foto: Nyr103/Epic Games via AP, dpa

"Fortnite" ist seit 2017 auf dem Markt und erfreut sich großer Beliebtheit. Was steckt hinter dem Videospiel und wie können Eltern die Inhalte kontrollieren?

"Fortnite" zählt derzeit zu den beliebtesten Videospielen. Der Shooter ist nicht nur erfolgreich, sondern avanciert regelrecht zu einem neuen Massenphänomen. Was hat es mit dem Hype auf sich?

Erschienen ist "Fortnite" bereits vor gut zwei Jahren, im Juli 2017. Spieler können darin zwischen den Modi "Rette die Welt", "Battle Royale" und "Kreativmodus" wählen. Im Kreativmodus können inzwischen auch von anderen Spielern entwickelte Events, sogenannte LTMs (Limited Time Modes), gespielt werden.

Spieler kritisieren neuen Kampfroboter in "Fortnite" Saison X

Außerdem ist es möglich sich in Wettkämpfen mit anderen Spielern zu messen. Im Juli wurde beim "Fortnite World Cup" erstmals ein Solo-Spieler zum "Fortnite"-Weltmeister gekrönt. Der 16-jährige US-Amerikaner Kyle Giersdorf mit dem Spielernamen "Bugha" durfte sich nicht nur über den Pokal, sondern auch über drei Millionen Dollar Preisgeld freuen.

Der Entwickler "Epic Games" veröffentlicht regelmäßig neue Seasons, Versionen mit einigen Änderungen und Erweiterungen. Anfang August wurde die zehnte Spielsaison eröffnet, in der unter anderem ein neues Mech-Fahrzeug, das B.I.E.S.T., auftaucht. Bisher standen den Spielern Flugzeuge und der einem Hamsterrad gleichende "Baller" als Fahrzeuge zur Verfügung. Der neue Kampfroboter wird von zwei Spielern gesteuert: Während ein Spieler den Kampfroboter fährt und gebaute Strukturen oder auch Gegner zerstampfen kann, feuert ein zweiter Spieler mit einer Schrotflinte.

Bei den Fans kam dieses von zwei Spielern steuerbare Fahrzeug bislang nicht besonders gut an. Sie protestierten in den sozialen Medien gegen das dominante B.I.E.S.T. in Fortnite. Kurzzeitig trendete sogar der Hashtag #RemoveTheMech auf Twitter.

Anfang August hat Fortnite die Saison X eröffnet, in der unter anderem ein neues Mech-Fahrzeug, das B.I.E.S.T., auftaucht und auf die Insel stürzt.

Ab welchem Alter dürfen Kinder "Fortnite" spielen?

Das Bau-Actionspiel "Fortnite" ist besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebt - was deren Eltern in eine Zwickmühle bringt. Entweder sie geben dem Gruppenzwang der Schulklasse nach und erlauben das Ballerspiel oder sie nehmen in Kauf, dass ihre Kinder womöglich zu Außenseitern werden. Das Problematische an dem Spiel: Wer "Fortnite" gewinnen möchte, muss seine Konkurrenz in der virtuellen Welt erschießen. Zum Sieger erklärt wird derjenige, der bei dem Shooter als letzter Überlebende von 100 Spielern übrig bleibt.

Der Grad der Brutalität hält sich bei "Fornite" im Vergleich zu anderen Shootern dennoch in Grenzen. Denn es wird zwar geschossen, Blut fließt allerdings nicht, und die Spielfiguren sterben auch nicht. Von der bunten Comic-Grafik und den tanzenden Spielfiguren sollte man sich trotzdem nicht täuschen lassen.

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur wies Diplom-Sozialpädagoge Daniel Heinz, der den Spieleratgeber NRW leitet, auf eine weitere Problematik hin: "Es ist bei "Fortnite" schon so, dass es da diesen Wettbewerbsgedanken gibt, ein sehr kampfbetontes Setting." Der Spieleratgeber spricht sich daher für eine deutliche Altersbeschränkung aus. "Fortnite: Battle Royale" sei frühestens für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet - Jüngere könnte der nervenaufreibende Wettbewerb überfordern oder frustrieren.

Die für die Prüfung von Computerspielen zuständige Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat Anfang August für die Spielmodi "Battle Royale" und "Kreativmodus" eine Freigabe ab 12 Jahren beschlossen. Der Spielmodus "Rette die Welt" wurde bereits 2017 mit einer Freigabe ab 12 Jahren gekennzeichnet.

"Fortnite": So können Eltern das Spielverhalten ihrer Kinder kontrollieren

Auf die Frage, weshalb die anderen beiden Modi erst jetzt geprüft wurden, erklärte die USK in einer Mitteilung, "Battle Royale" und "Kreativmodus" seien als reine Online-Inhalte erst später hinzugekommen und bisher vom Anbieter nicht für eine Prüfung eingereicht worden. Wer seine Spiele ausschließlich online vertreibe, sei jedoch gemäß den Vorgaben des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) auch nicht in der Pflicht, diese für eine Kennzeichnung bei der USK einzureichen, heißt es weiter.

Der Entwickler von "Fortnite" bietet seinerseits Eltern die Möglichkeit, eine Kindersicherung einzurichten und somit zu bestimmen, welche Inhalte der Spieler sehen kann und was er tun darf. Zudem ist es Eltern möglich, sich einen wöchentlichen Bericht der Spielzeit ihrer Kinder per E-Mail schicken zu lassen. Wer sich einen Eindruck von "Fortnite" machen möchte, das Videospiel jedoch selbst nicht unbedingt spielen will, kann auf YouTube-Videos zurückgreifen. Hier dokumentieren zahlreiche Spieler ihre Erfolge. Über den offiziellen "Fortnite"-Account (englisch) lässt sich auch die Weltmeisterschaft in einem mehrstündigen Video nachträglich verfolgen. (mit dpa)

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