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Aktuelle Studie

29.07.2020

Videospiele beim Lockdown: Experten warnen vor Mediensucht

Ein Junge spielt auf seinem Mobiltelefon. "Unsere Studie zeigt, dass wir dringend ein verlässliches und umfassendes Frühwarnsystem gegen Mediensucht brauchen", sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm.
Bild: Philipp Branstädter, dpa (Symbolbild)

Wegen geschlossener Schulen und fehlender Freizeitangebote zockten Kinder und Jugendliche während es Lockdowns länger Videospiele. Experten sind alarmiert.

Kinder und Jugendliche haben während des Corona-Lockdowns einer Studie zufolge 75 Prozent mehr Zeit mit digitalen Spielen verbracht.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung zur Mediennutzung der Krankenkasse DAK-Gesundheit zusammen mit Forschern des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die an diesem Mittwoch in Berlin vorgestellt werden soll.

Demnach stieg bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren, die mindestens einmal pro Woche spielen, die Nutzungsdauer von digitalen Spielen auf Tablets, Smartphones, Spielkonsolen oder am PC deutlich an: Während im September vergangenen Jahres die durchschnittliche Spieldauer werktags noch bei 79 Minuten lag, kletterte sie im April - also rund vier Wochen nach Beginn des Corona-Lockdowns - auf 139 Minuten.

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"Wir brauchen Frühwarnsystem gegen Mediensucht"

"Unsere Studie zeigt, dass wir dringend ein verlässliches und umfassendes Frühwarnsystem gegen Mediensucht brauchen", sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Es dürfe nicht länger Zufall sein, Betroffene zu erkennen und ihnen Hilfsangebote zu machen. Neben Kindern wurden in der repräsentativen Untersuchung auch Erziehungsberechtigte in den rund 1200 Familien befragt.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), sprach angesichts der Zahlen von einem "heftigen Anstieg", der so nicht weitergehen dürfe. "Was wir brauchen, ist eine bessere Medienkompetenz, gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen überall in Deutschland. Sie müssen wissen, wie viel noch "OK" ist und ab wann es "zu viel" wird", sagte Ludwig den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Dem Nachrichtenportal The Pioneer sagte Ludwig: "Das sind Entwicklungen, die quasi danach schreien, mehr über dieses Thema in Familien zu sprechen, bessere Informationen und Präventionsangebote zu entwickeln, mehr Orientierung für alle im digitalen Dschungel anzubieten." Dazu will die Drogenbeauftragte ebenfalls an diesem Mittwoch eine neue Kampagne zum gesunden Umgang mit digitalen Medien vorstellen. (dpa)

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29.07.2020

Hm Komisch das die Zahlen hochgehen wenn die Kinder nicht rausgehen dürfen, was sollen sie dann in ihrer Freizeit sonst machen? Den Eltern, die Arbeiten müssen, im Homeoffice, auf den Senkel gehen? Ich denke mal das will niemand, es ist doch völlig normal das zu der Zeit die Zahlen hoch gehen wenn man halt nix anderes machen kann. Interessanter und aussagekräftiger wäre eine Langzeitstudie, die die Vorcoronazeit, dann die Coronazeit mit Verlauf berücksichtigt auf die Maßnahmen und dann eine Nachcoronazeit Analyse machen würde, wie sich die Zahlen weit gehend verändern. Das was wir wirklich brauchen und was leider wirklich zu wenig passiert ist eine Verbesserung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, damit sie besser im Internet zurecht kommen und Fakten gestützte Aussagen auch Validieren können und nicht jedem dahergelaufenen Menschen vertrauen. Aber leider zielt man immer nur auf die Gamer Szene als wirklich mal was Sinnvolles zu machen.

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