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Andreas Gabalier

04.02.2019

Volks-Rock'n'Roll: Warum Andreas Gabalier so polarisiert

Nach der Verleihung Karl-Valentin-Ordens noch ein Auftritt beim Semperopernball in Dresden: Volles Programm für Andreas Gabalier am Samstagabend.
Bild: Britta Pedersen, dpa

Andreas Gabalier nimmt den Karl-Valentins-Orden entgegen. Aber einige werfen ihm Rechtspopulismus und Homophobie vor. Hier lesen Sie ein Porträt des Musikers.

Die Lederhose sitzt – beinahe zu gut. Dazu ein Karohemd, aus dem zwei muskulöse Oberarme quellen. Das dunkle Haar trägt er streng nach hinten gegelt. Und zwischen seinen Beinen, da baumelt der Steg einer Akustikgitarre.

Steht Gabalier für moderne Volksmusik - oder für Homophobie und Populismus?

Zweifellos steht Andreas Gabalier für eine neue, eine potente Version klassischer Volksmusik. Für eben diese Potenz hat ihn am Samstag die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla mit dem Karl-Valentin-Orden geehrt. Falsch, finden einige und werfen dem Sänger Rechtspopulismus und Homophobie vor.

Noch vor gut zehn Jahren schien das Leben des jungen Gabaliers in ganz andere Bahnen zu verlaufen. Nach seiner Matura (Abitur) und der Handelsakademie begann er ein Jura-Studium an der Universität in Graz. Statt aber für Klausuren zu lernen, schrieb er im vierten Semester lieber ein Gedicht.

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Diese Zeilen vertonte der angehende Musiker und schickte sie „mehr aus Gaudi“, wie er einmal sagte, an Radio Steiermark, eine Regionalstation des „ORF“. Der Esprit Gabaliers kam bei den Hörern des „Österreichischen Rundfunks“ gut an. Zumindest so gut, dass Gabalier schon bald Konzerte vor mehreren tausend Menschen gab.

Nicht nur Halligalli: Andreas Gabalier kann auch melancholisch

Zehn Jahre und sechs Alben später melodiert der inzwischen 34-Jährige eine Mischung aus Schlager-Rock und Austro-Pop. Mit Hits wie „I sing a Liad für Di“ und „Hulapalu“ füllt er die Hallen. Wobei der gebürtige Friesacher nicht nur Halligalli von sich geben muss. Hin und wieder blitzt eine weichere Seite des Sängers auf – etwa wenn er über seine Vergangenheit singt.

Eines dieser Lieder heißt „Amoi seng ma uns wieder“: Es verarbeitet die Schicksalsschläge des Musikers. Sein Vater und seine Schwester haben sich das Leben genommen. Die dramatischen Hintergründe verriet Gabalier Jahre später – etwa im TV-Format „Sing meinen Song“ auf „VOX“.

Allerdings hatte sich sein Ruf als Volks-Rock-‘n’-Roller zu diesem Zeitpunkt schon derart verfestigt, dass der Schwenk ins Gefühlsduselige auch als Erweiterung seines künstlerischen Profils zu verstehen ist.

Andreas Gabalier wünscht sich mehr Wertschätzung

Gefühle hin oder her – die Figur Gabalier lebt von ihrer Körperlichkeit, die er verbal unterfüttert. So vertritt der Steiermärker auf der Bühne gerne konservative Ideale. „Es ist nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl heute noch auf ein Weiberl steht“, sagte er bei der Verleihung des Musikpreises Amadeus. In anderen Zusammenhängen spielte er mit politisch rechten Symbolen.

Kein Wunder, dass ihm einige den Karl-Valentin-Orden am liebsten wieder wegnehmen würden. Gabalier wehrt sich: „Wenn alle Leute so tolerant wären wie ich, ich glaube, dann hätten wir auf dieser Welt überhaupt keine Sorgen“, sagte er bei der Ordensverleihung.

Man müsse ihn nicht mögen, hatte er vorher erklärt. Doch wünsche er sich mehr Wertschätzung. Als Volkssänger 2.0. Dafür hat er die Auszeichnung übrigens erhalten.

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Die Diskussion ist geschlossen.

04.02.2019

(edit/bitte sachlich bleiben/mod)

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04.02.2019

Ja, als Manderl, der auf Weiberl steht, ist man halt nicht Minderheit und damit früher "rechtlos"gewesen und heute unbedingt unterstützenswert. Einfach Mehrheitsdurchschnitt wie der gemeine Steuer- und Rundfunkgebührenzahler. Und VOLKSsänger darf man in dieser Zeit, in der die Linken einem die Worte im Mund verbieten wollen, schon überhaupt nicht sein. "Volk" geht gar nicht - VW sollte auch schon mal an eine Umbenennung denken, dann können die auch die ganzen Dieselbetrugsgeschichten namensmäßig hinter sich lassen.

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03.02.2019

Ein "Deutsch-Österreicher" hoch gefährlich.

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