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Fernsehen

13.01.2021

Von "Knight Rider" bis "Friends": Diese fünf Serien brauchen eine Fortsetzung

Der Cast von "Friends" bei der Emmy-Verleihung im Jahr 2002 (von links): David Schwimmer, Lisa Kudrow, Mathew Perry, Courteney Cox Arquette, Jennifer Aniston und Matt LeBlanc.
Bild: Lee Celano, dpa

Die Kult-Produktion "Sex and the City" wird neu aufgelegt. Das hätten auch andere Serien-Klassiker verdient. Unsere Autoren hätten da bereits ein paar Ideen.

Man kann es herauszögern oder schlicht verdrängen, doch irgendwann ist es immer so weit: Der Abspann flimmert ein letztes Mal über den Bildschirm und plötzlich ist die Lieblingsserie zu Ende. Nach vielen oder manchmal auch schmerzhaft wenigen Staffeln gibt es keine Fortsetzung mehr.

Manchmal, ganz selten, werden die Fans jedoch erhört - und eine Serie kehrt zurück auf den Fernsehbildschirm, so wie nun "Sex and the City". Der Sender HBO legt die Kult-Produktion um das Liebesleben von Carrie Bradshaw und ihrer drei Freundinnen Samantha, Miranda und Charlotte neu auf - allerdings ohne Schauspielerin Kim Cattrall, die Samantha verkörperte.

"Sex and the City" ist jedoch nicht das einzige Format, das eine Fortsetzung verdient hätte. Unsere Autoren haben sich Gedanken gemacht, welche Serien dringend eine Neuauflage brauchen.

"Knight Rider" (RTL, 1982 bis 1986)

Alleine schon dieses Intro. Eine Wüste. Der Horizont. Ein Auto, das auf die Kamera zurast. Und dann dieses rote Lauflicht auf der Motorhaube von K.I.T.T., dem sprechenden Pontiac Firebird Trans Am! Zusammen mit seinem Fahrer Michael Knight (David Hasselhoff, wer sonst bitteschön?) lösten die beiden Fälle, kämpften gegen Terroristen, Erpresser und den bösen Antagonisten Garthe Knight (Hasselhoff, dieser Verwandlungskünstler, in einer Doppelrolle!). Klare Sache: Diese Serie braucht ein Remake. Weil die damaligen Macher so visionär waren, müsste man gar nicht so viel anpassen. Vieles davon, wovon die Autoindustrie heute träumt, war in K.I.T.T. verbaut: Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Sprachsteuerung, bestimmt auch irgendwie schon WLAN-Empfang. Gut, die Sache mit der Ökobilanz dürfte bei dem Superheld auf vier Rädern nicht so gut ausfallen. Andererseits: Ein Elektroantrieb passt nicht zu K.I.T.T., sorry. Aber warum kein Wasserstofftank, mit dem der Superheld auf vier Rädern seinen Turbo auflädt und damit weltweite Terroranschläge verhindert. Und erst recht keine Diskussion darf es bei der Wahl des Hauptdarstellers geben: Dieses Auto darf nur vom Hoff persönlich gesteuert werden. Aber das dürfte ja ohnehin jedem klar sein. Florian Eisele

So in etwa könnte das aussehen, wenn David Hasselhoff als "Knight Rider" zurückkehrt. Leider zeigt unser Bild aber nur ein Fotoshooting anlässlich der Versteigerung des Original-Autos aus der Serie.
Bild: Jörg Carstensen, dpa

"Ich heirate eine Familie" (ZDF, 1983 bis 1986)

Ob „Werner“ auch in der Fortsetzung noch Werner heißen würde? Ob er sich immer noch als „international businessman“ gebärden dürfte, wenn er einmal den Frühflieger nach Zürich genommen hat (perfekter Halt, Drei-Wetter-Taft!). Ob „Angi“ immer noch ihren Mann um Erlaubnis fragen müsste, wenn sie wieder arbeiten gehen will? Ob „Tanja“ endlich einsähe, dass man weder die Schule schmeißen noch zu früh einen festen Freund haben darf? Ob „Bille“ und „Alfons“ immer noch so unglücklich wären, weil kinderlos, und folgerichtig nur auf neue Pelze aus (Bille) oder auf junge Dinger (Alfons)? Ob der Familienhamster immer noch wohlauf wäre? Sie haben sich all diese Fragen auch schon gestellt? Genau! Deswegen ist es allerhöchste Zeit für eine Neuauflage von „Ich heirate eine Familie“, Straßenfeger von 1983 bis 1986, in den Hauptrollen Peter Weck und Thekla Carola Wied. So gut kriegen wir alle Klischees der 80er nie wieder auf einen einzigen Bildschirm. Gregor Peter Schmitz

Thekla Carola Wied und ihr Filmehemann Peter Weck mit "ihren Kindern" (von links) Tarek Helmy, Timo Hiessner, Franziska und Julia Biedermann bei Dreharbeiten zu "Ich heirate eine Familie" (Archivbild von Dezember 1984).
Bild: Dieter Klar, dpa


"Bonanza" (ARD, 1959 bis 1973)

Das Beste an Bonanza kommt nicht am Schluss, sondern gleich zu Beginn. Der Vorspann mit der brennenden Landkarte der Ponderosa-Ranch und der unvergesslichen Melodie. „Deng dedeng dedeng dedeng - Bonanzaaa“. Schon ist man mittendrin im Wilden Westen mit allem was dazu gehört: Cowboyhüte, Pferde, Rinder, Indianer, der Staub der Prärie und rauchende Colts. Die Männerwirtschaft auf der Ponderosa-Farm der Cartwrights lief beinahe anderthalb Jahrzehnte – von 1959 bis 1973 – und wurde von verschiedenen Fernsehsendern bis in die 90er Jahre hinein wiederholt. Frauen hatten dort nichts zu suchen und bis heute weiß man nicht recht, weshalb eigentlich? Weil die meisten Jungs irgendwann in die Cowboy- und-Indianer-Phase kommen und Mädchen in der Zeit eh nur nerven, störte das keinen. Bonanza ist Western und der Western ist das stärkste Bild, das wir in Europa von und wahrscheinlich sogar Amerika von sich selbst hat. Woran man sich kaum erinnert, ist, dass in den einzelnen Folgen die Pistolen und Gewehre gar nicht ständig rauchten, sondern meistens eine ordentliche Tracht Prügel genügte, um Ganoven, Galgenstricke und Viehdiebe zur Strecke zu bringen. Die Indianer werden nicht einfach niedergemetzelt, weil Papa Cartwright ein Humanist in brauner Lederweste ist. Sogar so etwas wie Umweltschutz und fairer (Vieh-)Handel klingen an. Hier genau liegt die Chance für eine Neuauflage. Die USA setzen sich seit einigen Jahren so intensiv wie nie mit ihrer eigenen Geschichte, dem Go West der weißen Siedler und seinen katastrophalen Folgen für die Ur-Einwohner auseinander. Bonanza tat das bereits in Ansätzen. Und hat die eingängigste Titelmelodie aller Fernsehserien.

Der US-amerikanische Schauspieler Lorne Greene (als Familienoberhaupt Ben Cartwright), aufgenommen bei Dreharbeiten zu "Bonanza" (undatierte Aufnahme).
Bild: Bert Reisfeld, dpa

"Das Erbe der Guldenburgs" (ZDF, 1987 bis 1990)

„Das Erbe der Guldenburgs“, dieser sehr, sehr westdeutsche ZDF-Klassiker der ausgehenden 80er Jahre, müsste heute natürlich als deutsch-amerikanische Koproduktion in den USA spielen und „Das Erbe der Amazons/Facebooks/Googles“ heißen. In einer nicht allzu fernen Zeit sind die Internetriesen zwar nicht zerschlagen worden, doch sie zerbröckeln und zerbröseln. Wie einst das Imperium aus Gestüt, Brauerei (mit Geschäftsbeziehungen in die USA) und Privatbank der Adelsfamilie von Guldenburg: Es ist der Ausgangspunkt für ein großes, aber nicht so pathetisches Drama (wie bei „Dallas“ oder „Denver-Clan“). Muss also der hochbetagte Amazon-Gründer Bezos, gespielt vom computer-re-animierten Sean Connery, wieder bei einer Mobilfunkgesellschaft anfangen? Muss Facebook-Gründer Zuckerberg (Connery) zurück an die Uni, nun als Hausmeister? Sucht Google-Mitentwickler Sergey Brin (Connery) sein Glück in seiner Geburtsstadt Moskau? Iris Berben spielt als Grafentochter mit Sinn für Mode (und bösem Ex-Ehemann), Evelyn Lauritzen, die weibliche Hauptrolle: Sie hat es weit gebracht. Daniel Wirsching

Die Schauspieler, Iris Berben (links), Friedrich von Thun und Christiane Hörbiger aus der ZDF-Serie "Das Erbe der Guldenburgs".
Bild: Fischer, dpa

"Friends" (ProSieben, 1996 bis 2005)

Sind Ross und Rachel immer noch ein Paar? Wie geht es Monica und Chandler mit ihren Zwillingen? Ist Phoebe mittlerweile eine berühmte Sängerin? Und liebt Joey immer noch Sandwiches? Über zehn Staffeln hat man die sechs New Yorker Freunde beim Erwachsenwerden begleitet: bei Trennungen, Romanzen, Beförderungen, Enttäuschungen und der Bewältigung von kleineren und größeren Problemen, die das Leben nun mal aufbietet. Doch fühlten sich viele Zuschauer, als wären sie weit mehr als nur Fans. Sie waren ein Teil der Clique. Sie gingen mit den „friends“ zusammen ins "Central Perk" zum Kaffeetrinken, führten hitzige Debatten, als Ross und Rachel eine Beziehungspause einlegten. Und erlebten, welche Höhen und Tiefen gemeinsam gemeistert werden müssen, wenn sechs so unterschiedliche Menschen eine so enge Freundschaft führen. Vielleicht ist es in Zeiten von Corona genau diese Sehnsucht nach Freunden und Freundschaft, die uns eine Fortsetzung herbeiwünschen lässt. Vielleicht sind es aber auch die vielen offenen Fragen, was aus den sechs Freunden geworden ist. Maria Heinrich

In China wurde sogar eigens für Fans das "Central Perk" nachgebaut, der berühmte Coffee Shop aus "Friends".
Bild: How Hwee Young, dpa


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