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Sudan

21.02.2014

Von sieben Männern vergewaltigt - Opfer wird schuldig gesprochen

Eine 18-jährige Frau wurde im Sudan von sieben Männern vergewaltigt. Sie selbst wurde angezeigt und entkam nur knapp einer Todesstrafe.
Bild: Symbolfoto: Adriane Ohanesian, afp

Eine 18-jährige Äthiopierin wurde von sieben Männern vergewaltigt. Sie selbst wurde nun schuldig gesprochen. Nur knapp entkam sie der Todesstrafe.

Im August letzten Jahres wurde eine 18-jährige Äthiopierin in der sudanesischen Hauptstadt Khartum von sieben Männern vergewaltigt. Damals war sie im dritten Monat schwanger. Ein Polizeibeamter verweigerte ihr jede Hilfe, erst als ein Video der Tat im Internet auftauchte, wurden die Ermittler aktiv.

Vergewaltigung im Sudan: Opfer wird Ehebruch vorgeworfen

Die Polizei konnte die Täter festnehmen. Dazu hielt sie jedoch auch die Frau fest. Wie bei den Männern lautete der Vorwurf: Ehebruch. Ihrer Argumentation, sie sei zum Sex gezwungen worden, folgte das Gericht nicht. Im schlimmsten Fall drohte ihr die Todesstrafe durch Steinigung.

Am Donnerstag konnte sie zumindest teilweise aufatmen. Da sie geschieden ist, wurde sie "nur" wegen "sittenwidriger Akte" verurteilt. Laut der britischen Zeitung "The Guardian" muss die Frau umgerechnet 640 Euro Strafe zahlen. Die einmonatige Gefängnisstrafe muss sie nicht mehr aussitzen, da sie sich bereits seit Wochen hinter Gittern befindet.

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Die Frauenrechtsorganisation Strategic Initiative for Women in the Horn of Africa (SIHA) berichtet davon, dass sie keine Matratze sowie keine angemessene Nahrung und Kleidung bekam. Auch die Überführung in ein Krankenhaus sei ihr verwährt worden.

Sechs der sieben Männer wurden ebenfalls verurteilt: Drei davon wegen Ehebruchs zu 100 Peitschenhieben, zwei wegen "sittenwidriger Akte" zu 40 Hieben und einer Geldstrafe. Der Mann, der das Video der Tat ins Internet stellte, erhält ebenfalls 40 Peitschenhiebe und muss eine Geldstraße zahlen. Der Siebte wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Sudan: Frauenrechtsorganisation ist über Urteil empört

Die Organisation SIHA zeigte sich empört über das Urteil. "Künftige Vergewaltigungsopfer werden davon abgehalten, die Verbrechen anzuzeigen. Dadurch wird eine Kultur der Straflosigkeit für die Täter geschaffen", sagte Hala Elkarib, die SIHA-Regionaldirektorin.

Sie kritisierte auch die sudanesischen Medien, die versuchten, die Glaubwürdigkeit der äthiopischen Flüchtlingsfrau anzuzweifeln. Sie behaupteten, das Vergewaltigungsopfer hätte HIV, sei Prostituierte und hätte die Männer unter Drogen gesetzt. ands

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